Realismus contra Besorgnis

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Wärme ist im E-Auto kein kostenloses Nebenprodukt einer Verbrennung mehr. Sie muss genau wie die Fahrenergie aus den mitgeführten Akkus generiert werden. Anstatt direkt die ganze Fahrgastzelle zu erwärmen, arbeitet Kia mit Kontaktwärme. So verfügen die vorderen Sitze über eine serienmäßige Heizung und auch das Lenkrad lässt sich elektrisch erwärmen. Daneben gibt es noch eine Raumluftheizung. Die Driver-only-Funktion kann diese Lüftung und Heizung einzig und allein auf den Fahrer reduzieren. Wer noch mehr sparen will, hat die Möglichkeit, die serienmäßige Klimaanlage respektive Heizung, gänzlich abzuschalten. So lässt sich dann auch unser guter Verbrauchswert erklären. Es reicht nämlich nicht, die Klimaanlage auf die gewünschte Temperatur einzustellen, für die Heizung muss zusätzlich noch die "Heater-Taste" gedrückt werden. Wir freuten uns zwar über den guten Öko-Index, hätten rückblickend aber doch lieber warme Füße gehabt.

Von außen lässt sich der Kia Soul EV nicht ohne Weiteres als Elektrofahrzeug identifizieren. Er ist um ein Zentimeter niedriger als sein Verbrenner-Pendant, er hat leicht veränderte Rückleuchten, aerodynamisch angepasste Felgen und eine Klappe für die Ladevorrichtung, wo sich sonst der Kühlergrill breitmacht. Lediglich diese Punkte verraten, dass es sich um das Elektro-Modell handelt. Wenn Anfang 2015 noch die Uni-Lackierungen in Weiß und Silber in die Farbpalette aufgenommen werden, wird der Kompaktwagen wohl gänzlich unerkannt durch die urbanen Räume stromern können.

Kia will – wie üblich – mehrere Möglichkeiten bieten, den Soul EV zu laden. Über die 230-Volt-Haushaltssteckdose soll es rund zehn bis vierzehn Stunden dauern, bis der Akku wieder voll ist. An der 380-Volt-Dose verkürzt sich die anberaumte Zeit um die Hälfte. An den geplanten Schnellladestationen, die rund 100 Kilowatt leisten werden, soll der Akku künftig in nur 25 Minuten auf 80 Prozent geladen werden können.

Die für Stadt und Speckgürtel ausgelegte Reichweite hat der Soul auf unserer Fahrt glaubhaft machen können. 30.790 Euro muss man in der Anschaffung für einen fast voll ausgestatteten Elektro-Soul hinlegen (Der Kia Soul mit dem 1,6-Liter-Ottomotor beginnt in der Basis schon bei 16.990 Euro). Die Aufpreisliste des Stromers gestaltet sich aber kurz und einfach: 990 Euro kostet die einzige verfügbare Option, das Komfort-Paket. Es umfasst eine teilweise Belederung, Sitzbelüftung, eine Sitzheizung für den Fond und Parksensoren.