Im Lamborghini Aventador LP700-4 durch Raum und Zeit
Windmaschine
Die vier Endrohre des Aventador werden mittig am Heck in einer riesigen trapezförmigen Blende zusammengefasst. Auch wenn man drei Meter entfernt vom Fahrzeugheck steht, ist noch ein kräftiger Abgaswind spürbar, wenn der Fahrer aufs Gas tritt. Der Aventador grollt kernig vor sich hin, gibt akustisch genaue Rückmeldung über seinen Gemütszustand. Feinste Pedalbewegungen reichen für einen ordentlichen Schub – und der Kick-down führt zu brutalem Kreischen und zu dem Gefühl, dass der Asphalt hinter den Rädern Wellen schlägt. Den Normverbrauch gibt Lamborghini übrigens mit 17,2 Litern pro 100 Kilometer an – entsprechend 398 g/km CO2.
Traktion und Neutralität
Wirklich gut: Die immensen Momente leitet der Aventador über seine breiten Gummiwalzen nahezu verlustfrei in den Fahrbahn-Belag – dem Allradantrieb sei Dank. Der Vierradantrieb ist auch verantwortlich dafür, dass sich der Italiener in Kurven ausgesprochen neutral verhält. Unter- oder gar Übersteuern sind nicht drin. Selbst Anfänger würden mit dem Wagen ganz gut zurechtkommen – wenn sie sich von unten rantasten und brav im "Strada"-Modus bleiben.
Automatisierte Schaltung: hier passts
Mit den 690 Nm maximalem Drehmoment des Zwölfzylinder-Motors muss ein automatisiertes Siebengang-Getriebe fertig werden. Dieses knallt die Gänge spürbar rein. Bei "Sport" und "Corsa" werden die Stufen noch weiter ausgedreht. Automatisierte Schaltgetriebe haben traditionell einen überschaubaren Freundeskreis – wir gehörten nicht dazu. Egal ob Smart Fortwo oder der alte BMW M5/M6: Die Schaltvorgänge verlaufen unharmonisch oder schicken einen spürbaren Ruck der Länge nach durch den Wagen. Beim Aventador sehen wir das erstmals anders: Das Gängereinhauen passt zum Über-Sportler, verleiht ihm den letzten Schuss Bissigkeit und Charisma. Weichspülerei ist beim Aventador noch nicht angekommen – und der monstermäßige V12 hat in der Schaltung seinen passenden Partner gefunden.