Hybrid für wen?

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Der Elektromotor des A8 Hybrid bezieht seinen Strom von einem luftgekühlten Lithiumionen-Akku. Die Kapazität des 38 Kilogramm schweren Energiepeichers beträgt 1,3 kWh. Mit vollem Akku kann der A8 bei konstant 60 km/h bis zu drei Kilometer rein elektrisch zurücklegen. Maximal sind bei elektrischer Fahrt bis zu 100 km/h möglich. Per Knopfdruck kann sich der Fahrer für eine bevorzugt elektrische Fahrt entscheiden. Das funktioniert gut: Der Wagen fährt kompromisslos seine Batterie leer, bevor er wieder in den Verbrennungsmotor-Betrieb wechselt. Segeln, also das Dahingleiten mit abgekoppeltem Antrieb, ist bis zu Geschwindigkeiten von 160 km/h möglich. Beim leichten Bremsen sorgt nur der Elektromotor für die Verzögerung. Vom Dazuschalten des hydraulischen Bremssystems beim starken Abbremsen spürt der Fahrer nichts. Die Bremsleistung ist jederzeit angemessen.

Die Achtgang-Automatik des A8 wurde für den Einsatz im Hybridantrieb stark modifiziert. Der Drehmomentwandler entfällt komplett, an seiner Stelle sitzt ein scheibenförmiger Elektromotor, der mit einer in einem Ölbad laufenden Lamellenkupplung kombiniert ist. Von dem Umbau spürt der Fahrer wenig. Beim Abbremsen kommt es aufgrund der Rekuperation zu einem fühlbaren Ruckeln. Die Schaltung ist an ein Start-Stopp-System gekoppelt, im Stand herrscht also erholsame Ruhe.

Für wen hat Audi den A8 Hybrid gemacht? Für die US-Amerikaner nicht, dort wird der Wagen gar nicht angeboten. Eine Homologation für den US-Markt hält sich Audi zwar offen, aber der Fokus liegt im Moment auf den Märkten in China und Japan. Die repräsentationsfreudigen Chinesen greifen aber gerne mal zu Fahrzeugen mit der dreifachen Zylinderanzahl – gerade wegen chinesischer Kunden haben einige Oberklassen-Fahrzeughersteller noch Zwölfzylinder-Motoren im Programm. Und Deutschland? Hier gibt es den A8 3.0 TDI quattro. Der Wagen bietet 250 PS (plus fünf PS) und 550 Nm (plus 70 Newtonmeter). Außerdem hat er mit seinem Allradantrieb auch eine angetriebene Hinterachse und mit 510 Liter Kofferraum (plus 175 Liter) ein für diese Klasse normales Stauraumvolumen. Seine 6,6 Liter Diesel pro 100 Kilometer liegen gerade mal 0,3 Liter über dem Benzin-Normverbrauch des A8 Hybrid. Und mit 73.600 Euro ist das Diesel-Modell 4100 Euro günstiger als der Hybride. Bleiben als mögliche Hybrid-Kunden Idealisten und Japaner. So viele A8 gibt es in Japan bisher nicht – und die Zahl der Idealisten hierzulande wird sich wegen eines neuen Oberklasse-Hybridfahrzeugs nicht unbedingt erhöhen.