Accord ade
Die ab 2008 in Deutschland angebotene, achte Auflage hat an verschiedenen Fronten zu kämpfen. Im wichtigen Flottengeschäft findet der Wagen vergleichsweise wenig Anklang. Viele Privatkunden verübeln Honda eine sehr selbstbewusste Preispolitik. Den Accord Tourer mit 156 PS gibt es aktuell ab 28.290 Euro. Mazda und Toyota bieten Kombis in dieser Klasse ab deutlich geringeren Preisen an, was für die Koreaner erst recht gilt. Dabei ist das Accord-Basismodell keineswegs üppig ausstaffiert und lässt sich auch nicht individuell erweitern. Wer Schiebedach, Xenonlicht oder Navigationssystem haben will, muss zu den teuren Linien greifen – eine lange praktizierte Politik, die immer weniger Käufer akzeptieren wollen.
Auch die Motorenauswahl war für anspruchsvolle Märkte zu übersichtlich: Zwei Diesel, die mit 150 und 180 PS recht nah beieinander sind, und zwei Benziner, die mit 156 und 201 PS zwar das abdecken, was viele in dieser Klasse wählen, mit ihrer Auslegung auf hohe Drehzahlen aber nicht dem Zeitgeschmack entsprechen.
Ein Kombi, der keiner ist
Dazu kommt trotz einer stattlichen Außenlänge von 4,75 m ein Kofferraum mit einem Volumen von gerade einmal 406 Litern – für einen Kombi in der Mittelklasse ist das ein mickriger Wert. Weniger bietet in dieser Klasse aktuell kaum einer. Es dürfte einige Accordfans geben, die auf einen in dieser Hinsicht geschickter aufgeteilten Nachfolger gehofft haben. Das Honda sie enttäuscht, ist für die automobile Vielfalt schade und wird der Marke in Europa nicht gut tun. (mfz)