Glasfaser fĂĽr alle bis 2030: Ab 2026 wird es happig

Seite 2: Mindertiefe Verlegung, Masten

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Ritgen begrüßte, dass das beim DIN schon vor zehn Jahren gestartete Normierungsverfahren für mindertiefe Verlegemethoden endlich Schwung aufnehme. Einen "dramatischen Beschleunigungseffekt" erwarte er von einem fertigen Standard aber nicht. Die ebenfalls vorgesehene oberirdische Verlegung könne im Einzelfall sinnvoll sein. Im Emsland seien auf Holzmasten schon 120 Kilometer Glasfaser verteilt worden.

Weitere Pilotprojekte, wie sie mit der Gigabitstrategie geplant sind, brauche es nicht: Es sei bekannt, wo die Masten stehen. Die Deutsche Telekom, die deren "wesentlicher EigentĂĽmer" sei, mĂĽsse sie nur zur VerfĂĽgung stellen.

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Acht von zehn Betreibern in Gemeindehand wie Stadtwerke böten bereits Open Access an, berichtete der Geschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen, Thomas Abel. Er forderte daher eine Option für diese, einem "strategischem Überbau solcher kommunalen Glasfasernetze zu widersprechen". Probleme mit mindertiefer Verlegung gebe es durchaus. Neben der Normung seien daher Haftungsfragen zu klären.

Fedor Ruhose, Staatssekretär im Digitalministerium von Rheinland-Pfalz, warb dafür, den "geförderten und eigenwirtschaftlichen Ausbau bestmöglich zu verknüpfen". Der Staat müsse dabei darauf achten, "dass alle Gebiete profitieren". Für Antragsteller, die Fördergelder beziehen wollen, hatte er die gute Nachricht bereit, dass das von Rheinland-Pfalz und Hessen entwickelte Breitbandportal dafür einsatzbereit sei.

Laut Gigabitstrategie soll ein von der Bundesnetzagentur (BNetzA) eingerichtetes Gigabitforum "gemeinsame Prinzipien, Positionen und Standards für den Ausbau von Hochleistungsnetzen und die Migration von Kupfer- auf Glasfasernetzen" gemeinsam mit allen Markakteuren aufstellen. Auf gutem Weg sei bereits eine "mögliche Selbstverpflichtung" zu Open Access, erläuterte der Präsident der BNetzA, Klaus Müller. Eine grundsätzliche Verständigung auf Leerrohrzugang sei greifbar.

Mit einem Gigabit-Grundbuch wĂĽrden zudem relevante Informationen aus dem Breitband- und dem Infrastrukturatlas gebĂĽndelt und mit der Ăśberwachung der Auflagen im Mobilfunk verknĂĽpft. Das gesamte "Breitband-Monitoring" solle verbraucherfreundlicher und zielgenauer werden.

Bislang nicht gut integriert sei der Nachhaltigkeitsteil der Gigabitstrategie, monierte Dominik Bay vom Dortmunder Provider Rrbone. Helfen könnte ein Gütesiegel. Antragsteller sollten dafür etwa melden müssen, wie viel Kupferinfrastruktur sie durch Glasfaser ersetzt haben, wie hoch der Energiebedarf im Zugangsnetz tatsächlich sei, und wie das Verhältnis von Bandbreite zu Stromverbrauch ausfalle. Zudem müssten Handwerkskammern Arbeit in den beteiligten Gewerben attraktiver machen, da Fachkräfte auch für die Instandhaltung der Netze in den nächsten 50 bis 70 Jahren gebraucht würden.

(olb)