Fahrbericht: Seat Leon 1.6 TDI
Bei Bedarf schafft der Leon so gerüstet fast Tempo 200. Viel wichtiger jedoch, dass wir die stärkeren Maschinen kaum vermisst haben – Seats Bestseller ist mit dem 1,6-Liter-Diesel bereits gut bestückt. Dabei bleibt er stets vergleichsweise ruhig. Hier scheint sich im Bereich der Dämmung etwas getan zu haben, denn in diesem Punkt waren wir vom Leon bei einer Ausfahrt vor einem Jahr nicht überzeugt.
Seat verspricht im NEFZ einen Verbrauch von 4,1 Liter. Der Bordcomputer zeigte auf unserer Proberunde 6,6 Liter an. Dieser Wert ist allerdings nicht valide, denn für eine längere Strecke inklusive Verbrauchserfassung war diese Probefahrt zu kurz.
Kein SCR-Kat
Erstaunlich jedoch, was sich Volkswagen im Bereich der Abgasnachbehandlung leistet. Der Konzern steht in dieser Hinsicht unter verschärfter Beobachtung, und so hätte man annehmen dürfen, dass er alles tut, um verlorengegangenes Vertrauen wieder zurück zu gewinnen. Es wäre für einen glaubhaften Neuanfang ein gutes Zeichen gewesen, im Rahmen der Überarbeitung dem 1,6-Liter-Diesel den SCR-Kat schon jetzt mit auf den Weg zu geben. Stattdessen verbaut Seat wie gehabt den weniger wirksamen, billigeren NOx-Speicherkat. Sicher, damit erfüllt man auf dem Prüfstand die aktuellen Grenzwerte. Seat, VW und Skoda hätte in der aktuellen Krise aber gut daran getan, hier auf die bessere, aufwendigere Lösung zu setzen. Zumal sich Seat gerade empfindlich die Finger verbrannt hat bei dem Versuch, den Ateca 2.0 TDI nur mit einem Speicherkat auszuliefern.
Lockangebot
Die Leon Preisliste beginnt bei 14.990 Euro, der Fünftürer kostet 500 Euro mehr, der Kombi ist ab 16.640 Euro zu haben. Diese Einstiegspreise sind allerdings nicht mehr als ein bisschen Kosmetik, um die Liste etwas aufzuhübschen. Für die Basisausstattung gibt es ab Werk weder Radio noch Klimaanlage – auch gegen Aufpreis nicht. Sinnvoller scheint da der Schritt zur Linie Reference, bei der diese beiden Dinge serienmäßig sind. Der Dreitürer kostet damit mindestens 17.760 Euro. Der von uns gefahrene 1,6-Liter-Diesel ist ab 22.250 Euro zu haben, im umfangreich ausgestatteten Kombi der Ausstattungslinie Style sind es 25.050 Euro. Auf Wunsch gibt es auch ein Doppelkupplungsgetriebe, was dann allerdings den Gesamtpreis auf knapp 27.000 Euro anhebt, ohne weitere Extras wie Metalliclack oder Navigationssystem, versteht sich. Viel Geld für einen guten, vernünftigen Kombi – der bei der Abgasnachbehandlung nur eine zweitklassige Lösung zu bieten hat.
(mfz)