Fahrbericht: Seat Ibiza 1.0 TSI
Im Innenraum machte unser Testwagen, der aus einer frühen Phase der Produktion stammte, bereits einen sehr ordentlich verarbeiteten Eindruck. Klapper- oder Knistergeräusche gab es nicht. Die Auswahl der Materialien wirkt kaum minderwertiger als im teuren Leon. Allerdings sind uns ein paar funktionale Mängel aufgefallen. So gibt es kaum Ablagen für den alltäglichen Kram. Die Fläche vor dem Schalthebel ist recht klein, außerdem liegen dort noch die beiden USB-Abschlüsse. Wer Ablagen und USB-Stick gleichzeitig nutzen will, beschafft sich besser einen besonders kurzen Stick.
Tiefes Display
Das die Bedienung der Klimaautomatik so weit unten sitzt, lässt sich noch verschmerzen – immerhin muss man da nicht so oft ran, wenn der Entwickler sein Handwerk versteht. Etwas anders sieht die Lage bei dem großen Touchscreen der Multimedia-Anlage aus. Die Bedienung lenkt doch gehörig ab, auch wenn das Bemühen, die Menüstruktur logisch anzuordnen, zu erkennen ist. Anders als in den teuersten Systemen, die Volkswagen nun eine Klasse oberhalb des Ibiza einbaut, gibt es hier auch noch einen Drehregler für die Lautstärke. Die Navigationsstimme klingt bei vielen Straßennamen wie eine Kreuzung aus Robocop und Darth Vader. Vielleicht macht das System bis zum Markteinführung des neuen Ibiza im Juni noch einen Sprachkurs.
Gut gefallen hat uns dagegen das verbesserte Platzangebot. Hinten soll es nun 35 mm mehr Beinfreiheit geben, was nicht nach viel mehr klingt, in der Praxis aber spürbar ist. Gleichzeitig ist der Kofferraum mit 355 statt 294 Litern spürbar größer geworden. Beides ist insbesondere deshalb bemerkenswert, weil Seat der Versuchung widerstanden hat, den Ibiza noch länger zu machen als bisher. Gang im Gegenteil: mit 4059 mm ist er sogar zwei Millimeter kürzer als sein Vorgänger. Der Radstand wuchs von 2,47 m auf 2,56 m – Seat nutzt die Verkehrsfläche also schlicht und ergreifend besser als zuvor.
Preise noch unbekannt
Eine offizielle Preisliste für den neuen Ibiza gibt es noch nicht. Das bisherige Basismodell lag bei 12.690 Euro, vermutlich wird der günstigste Ibiza auch weiterhin knapp unter 13.000 Euro kosten. Mit dem 95 PS-Motor soll der Wagen mindestens 15.240 Euro kosten. Bei Skoda sind die Preise für den Fabia mit dem aufgeladenen Dreizylinder ebenfalls noch nicht bekannt, doch mit einiger Sicherheit werden sie im Bereich dessen liegen, was heute der 1.2 TSI mit 90 PS kostet. Den gibt es ab 14.100 Euro. Ein fünftüriger VW Polo mit dem 95-PS-Dreizylinder kostet unverhandelt derzeit mindestens 16.900 Euro. Bei letzterem dürften die Chancen auf ein gutes Angebot steigen, denn neben dem modernen Seat Ibiza wirkt der Bestseller von VW arg ergraut.
Kosten für Probefahrt und Reise wurden von Seat übernommen. (mfz)