Erste Crashtests mit Lithium-Ionen-Batterien für Pkw
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Die auf die Batterie einwirkenden Kräfte entsprechen damit nach Angaben des TÜV Süd "in etwa dem Niveau eines typischen Crashs", deckten aber noch nicht alle vorstellbaren Unfallszenarien ab. Das Resultat fiel positiv aus: Die von einen Stahlmantel geschützen Akkuzellen seien bei dieser Chrashreihe intakt gebilieben. Im Fall der Testbatterie stammen diese vom Spezialisten Johnson Controls-Saft und wurden speziell für den Einbau in Automobilen entwickelt.
Ausgelaufen, doch nicht in Brand geraten
Im weiteren Verlauf wurden noch Crashversuche mit anderen Werkstoffen als dem verwendeten Stahl unternommen. Hier zeigten sich bei identischer Versuchsanordnung aber die erwarteten Unterschiede. Erfreulich: Eine beim Crash gerissene Batterie lief zwar aus, es kam aber nicht zu der befürchteten Verpuffung oder zum Brand. Um ein geeignetes Crashtest-Verfahren für Hybrid- und Elektrofahrzeuge zu finden, bedürfe es aber noch weiterer Versuche, betonen die Ingenieure.
Erste Crashtests mit Lithium-Ionen-Batterien für Pkw (3 Bilder)

Testvorrichtung: Crashversuche führte der TÜV unter anderem mit einem zylindrischen Stoßkörper (rechts) durch. (Bild: TÜV Süd)
Entferntere Verwandte im Notebook
In den letzten Jahren hatten Berichte über entflammte oder explodierende Li-Ion-Akkus in Notebooks oder Handys für Aufregung gesorgt und zu kostspieligen Rückrufaktionen geführt. In der Folge wurden Befürchtungen laut, dass die Li-Ion-Technik zu gefährlich für den Einsatz in Fahrzeugen ist. Zwischenzeitlich konnten die Hersteller von Notebook-Akkus die Sicherheit ihrer Produkte erhöhen, was zum Beispiel auf verbesserte Konstruktion und Verarbeitung oder den Einsatz anderer Materialien zurückzuführen ist. Li-Ion-Akkuzellen für Autos werden zudem in der Regel speziell für diesen Einsatzzweck konzipiert und weisen eine Reihe von Unterschieden zu ihren Verwandten im Kleinelektro-Segment auf. So sind zum Beispiel die Batterieeinheiten im Mercedes S400 Hybrid für den Anschluss an einen separaten Kühlkreislauf ausgelegt. (imp)