Elektro-Heizer: Audi e-tron auf der IAA 2009
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Sauberes Quartett
Vier Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von 230 kW (313 PS) treiben den e-tron voran. Beeindruckender ist das Drehmoment von 4500 Nm. Jeweils zwei Aggregate sitzen auf der Vorder- und der Hinterachse. So wird eine Gewichtsverteilung von 42:58 erreicht. Von null auf 100 km/h beschleunigt der rund 1,6 Tonnen schwere Audi in 4,8 Sekunden. Je nach Fahrsituation und Beschaffenheit des Straßenbelags strömt das Drehmoment selektiv an die Räder. Dieses „Torque Vectoring“ ist mit den einzelnen Elektromotoren einfacher zu bewerkstelligen als mit herkömmlichen Antrieben. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 200 km/h begrenzt, da der Energiebedarf der E-Motoren mit höherer Geschwindigkeit überproportional zunimmt. Die Reichweite soll im gemischten Fahrbetrieb bei etwa 248 Kilometer liegen. Sportliche Fahrweise wird man dabei sicherlich nur sachte einstreuen dürfen.
Induktiv laden
Aufgeladen wird die Antriebsbatterie wahlweise mit Haushalts- oder Starkstrom. 230 Volt Spannung laden den e-tron in sechs bis acht Stunden komplett auf, mit 400-Volt-Starkstrom sind nur 2,5 Stunden nötig. Um den Komfort beim Ladevorgang zu erhöhen, arbeiten die Audi-Ingenieure an einer kabellosen Lösung, die allerdings nur stationär ausgelegt ist. Eine induktive Ladestation wird beim Andocken des Fahrzeugs automatisch aktiviert. Eine vergleichbare Technik kommt bei der Aufladung von elektrischen Zahnbürsten schon heute zum Einsatz.
Schlauer planen
Der e-tron zeigt, wie Car-to-X-Kommunikation in Zukunft eine größere Bedeutung bekommen könnte. So kann das Auto mithilfe von Navigationsdaten und der Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern erkennen, wann zum Beispiel Rekuperationsphasen möglich sind – so kann der Energieinhalt der Batterie besser genutzt werden. Dazu kommen bekanntere Funktion wie die Car-to-Car-basierte Warnung an Gefahrenstellen, eine vernetzte Fahrzeugkommunikation für einen besseren Verkehrsfluss oder eine Zielführung zu freien Parkplätzen. Das ist zwar nicht so aufregend wie die 4500 Nm Drehmoment des Sportlers, trägt ihn aber weiter. (rh)