Dieselhybrid in der Praxis: Peugeot Prologue Hybrid4
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Prologue Hybrid4 mit Allradantrieb
Wir wechseln das Auto und steigen in den Prologue Hybrid4. Die Ziffer 4 verweist auf den Allradantrieb: Anders als beim 308 Hybrid2 sitzt der Elektromotor beim Hybrid-3008 im Heck und treibt die Hinterachse an. Unter der Fronthaube arbeitet der gerade im 407 Coupé eingeführte 2,0-Liter-Turbodiesel mit vier Zylindern und 163 PS sowie 300 Nm Drehmoment. Aber nicht nur der Verbrennungsmotor, auch das Elektroaggregat fällt stärker als beim Hybrid-308 aus: Es leistet 20 kW (27 PS) und steuert bis zu 200 Nm zum Antrieb bei. Die Batterie ist die gleiche wie bei unserem ersten Testwagen.
Schubkraftlöcher gestopft
So ist das Auto gut motorisiert, auch wenn die Hybridtechnik etwa 120 kg Mehrgewicht ausmacht, sodass der Testwagen auf knappe 1,8 Tonnen kommen dĂĽrfte. Der größte spĂĽrbare Fortschritt gegenĂĽber dem Hybrid-308 ist der Trick, mit dem Peugeot die vom automatisierten Schaltgetriebe gerissenen Schubkraftlöcher stopft: Wenn der Vortrieb des Verbrenners während des Gangwechsels wegfällt, kommt der Schub von hinten, vom Elektromotor. So werden die SchubkraftÂunterÂbrechungen ausgeglichen, man wackelt beim Wechsel der Gangstufen weniger hin und her. Ganz behoben ist das Manko noch nicht, aber bis zum geplanten Serienstart Anfang 2011 bleibt ja auch noch Zeit zur Feinabstimmung.
Allradantrieb: „by wire“ ...
Der Elektromotor an der Hinterachse bietet ein maximales Drehmoment von 200 Nm, der Dieselmotor vorne 300 Nm. Ein naheliegender Vorteil gegenüber konventionellen Allradantrieben: Es ist keine mechanische Verbindung zwischen den Achsen nötig. Der Antrieb der beiden Achsen wird rein elektronisch („by wire“) gesteuert. Tritt vorne Schlupf auf, wird der E-Motor angeworfen und die Hinterachse hilft mit. Das ist auch radindividuell möglich, falls nur ein Hinterrad auf Eis steht.