Demokratisierung von oben?

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Im E-Charge-Modus wird die Batterie möglichst effizient vom Ottomotor aufgeladen. Er läuft dann konstant in seinem verbrauchsgünstigsten so genannten Lastpunkt. Schließlich gibt es noch einen Sportmodus, in dem der E-Motor unterstützend parallel zum Ottomotor eingesetzt wird. Die 95 PS des Elektromotors stehen dabei für bis zu 20 Sekunden zum Boosten bereit, danach wird heruntergeregelt, um den wassergekühlten E-Motor nicht zu heiß werden zu lassen. Um diese Zeit zu verlängern, arbeiten die Ingenieure derzeit an einer zusätzlichen Luftkühlung. Wunschvorstellung für die nächste Generation sind 95 kW und 400 Nm.

Welche Motoren gerade woran arbeiten, wird angezeigt. Damit kann der Fahrer bewusst energiesparend fahren - wenn ihm danach ist. Unsere Erfahrung deckt sich mit der vieler Hybridfahrer: Selbst in einem Panamera entwickelt sich angesichts der Energieflussanzeige fast von selbst ein fast schon sportlicher Spar-Fahr-Ehrgeiz. Am "Power-Meter" lesen wir ab, ob gerade Strom zurückgewonnen oder abgezapft wird, die "Power-Assist"-Anzeige gibt die elektrische Restreichweite im elektrischen Modus an.

Wir haben von den gefahrenen 30 Kilometer Strecke die Hälfte elektrisch zurückgelegt. Nach der Fahrt wies der Bordcomputer mit 6,4 Liter pro 100 Kilometer das Doppelte des Normverbrauchs aus, allerdings bei durchaus nicht sparsamer Fahrweise. Der Spritverbrauch eines Plug-in-Hybrids hängt nicht nur wegen der oben erwähnten "Spreizung" extrem vom Nutzungsverhalten ab, sondern auch wegen der Möglichkeit der externen Aufladung. Schließlich braucht das Auto gar keinen Sprit, wenn man ausschließlich elektrisch zwischen Wohnung und Arbeit hin- und herpendelt. Umgekehrt dürfte die Plug-in-Technik nur sehr wenig bringen, wenn man damit auf der Autobahn fährt.

Der Panamera S E-Hybrid kostet 110.409 Euro. Das sind etwa 8600 Euro mehr als für den ungefähr gleich starken Panamera S mit Biturbo-V6 aufgerufen werden. Wer nun nachrechnet, ob sich der Mehrpreis rentiert, gehört wohl nicht zu den potenziellen Käufern. Porsche-Sprecher Thomas Becki jedenfalls meint, die gut verdienende Zielgruppe ließe sich eher von moderner Technik als von einer erhofften Geldersparnis faszinieren.