Das Bedienkonzept des neuen Ford Focus
Nicht jedem leuchtet das ein, zumal sich die Knöpfe und Hebel vergangener Autogenerationen lange bewährt haben. In der Zeitschrift Automotive News etwa ist zu lesen, dass Sicherheitsexperten Zweifel an der Bedienung per Touchscreen haben – welche ein wesentliches Element des Konzepts ist, neben iPod-inspirierten Bedienelementen und der Sprachsteuerung. MyFord Touch würde zu viel Aufmerksamkeit vom Fahren abziehen, zu oft sei man geneigt, auf den Monitor zu schauen, der zentral in der Mittelkonsole verbaut ist und die Bedienung vieler Funktionen zusammenfasst. Zudem hat eine Touchscreen natürlich den Nachteil, dass bei schlechteren Straßen der Finger etwas haltlos auf dem Display herumrutscht, was erst recht einen häufigen prüfenden Blick erfordert.
Vorbild iPod und Co
In konsequentester Form kann man MyFord Touch im Lincoln MKX für den US-Markt erleben. Am Lenkrad sind je zwei Fünf-Wege-Bedieneinheiten zu finden, die tatsächlich an den iPod Classic erinnern – oder schlicht an eine Fernbedienung für den Fernseher zuhause. Die beiden Knöpfchen-Ensembles sind zuständig für die Bedienung von zwei LCD-Screens links und rechts des Tachos, also wie gewohnt in einer Sichtachse mit dem Straßenverkehr. Links werden fahrzeugbezogene Informationen angezeigt, rechts die Funktionsbereiche Entertainment, Telefon, Navigation und Klimatisierung. Diese sind durch eine "intuitive" Farbkodierung unterschieden, und zwar violett, braun, grün und blau. Das soll mit etwas Übung dabei helfen, den Funktionsbereich bereits anhand der Farbe zu erkennen. Dieselben Funktionen wiederholen sich im zentralen Touchscreen-Display, wobei hier die Anzeige- und Bedienmöglichkeiten noch deutlich umfangreicher sind.
Klassische Bedienelemente zum Drehen, Drücken oder Schieben gibt es tatsächlich kaum noch, vor allem nicht im Lincoln MKX. Er hat dafür eine Klimatisierungsbedienung zu bieten, mit der sich mächtig Eindruck schinden lässt: Die Bedienung der Klimaanlage erfolgt zwar an gewohnter Stelle, aber über virtuelle Schieber, deren Beleuchtung der Fingerbewegung folgt und die Schieberposition markiert. Auch die Druckknöpfe drum herum sind kaum mehr als erhabene Konturen, wenigstens sind sie noch einigermaßen "erfühlbar", wenn auch nicht so untrüglich wie ein massiver Drehknopf.