CO2-arme Antriebe bei Volkswagen
Vielleicht kann Volkswagen bei den Plug-In-Hybriden besser punkten. Ein Prototyp eines Golf GTE jedenfalls legt nahe, dass man intensiv an der Verbesserung der Batterien forscht. Der GTE „Performance“ hatte viel mehr elektrische Leistung als ein zum Vergleich bereitgestellter Serien-GTE. Wie viel genau, sagen die Wolfsburger nicht. Der Beschleunigungsversuch endete zwar wegen des grauenhaften Novemberwetters vorwiegend in durchdrehenden Vorderreifen. Ein Fortschritt ist es so oder so, wenn der Verbrennungsmotor seltener läuft. Einen Vollhybrid (HEV) hatte Volkswagen dagegen nur auf den Präsentationsfolien. Seit der Einstellung des Jetta Hybrid ist hier eine Lücke, von der nicht sicher ist, ob sie gefüllt wird.
Vereinheitlichung internationaler Regeln
An der Elektrifizierung führt wegen der internationalen CO2-Vorgaben, die sich für 2025 von China über die USA bis in die Europäische Union ähneln, kein Weg vorbei. Was aber ist mit Erdgas, bei dessen Verbrennung quasi automatisch 25 Prozent weniger Kohlendioxid frei wird? Hier baut Volkswagen das Portfolio aus. So könnte ein etwa 110 kW (150 PS) starker TGI 1.5 den aktuellen 1.4 bereits ab 2018 ergänzen oder ersetzen. Ein Prototyp mit diesem Antrieb im Golf Variant überzeugte durch souveräne Kraft.
Sämtliche Volkswagen TSI-Motoren sind grundsätzlich erdgasgeeignet. Eine Menge Potenzial. Dazu ist die Steuerfreiheit bis 2026 verlängert wurden. Und Erdgas lässt sich auch aus überschüssigem Windstrom produzieren.
Die Stolpersteine sind leider ebenso offensichtlich. Ein Erfolg hängt wesentlich von der Bereitschaft der Versorger ab, die Zahl der Tankstellen bis 2025 auf 2000 mehr als zu verdoppeln. Ein Bekenntnis ist vorhanden. Ob das umgesetzt wird, bleibt angesichts des Verzögerungsverhaltens in der Vergangenheit fraglich.
Der Steuernachlass ist ebenfalls keine Stärke, sondern eine Schwäche. Ein auf lange Sicht etablierter Rabatt ist gesellschaftlich und politisch schwer haltbar. Zwar scheinen Dieselkraftstoff und Kerosin – ein permanenter Skandal – Gegenbeispiele zu sein. Dennoch ist die Weiterentwicklung der EU-Mindestbesteuerung zu einer Gleichbesteuerung von Energie langfristig kaum vermeidbar, wenn man es mit der CO2-Reduktion Ernst meint. (fpi)