BMW: Zipse wird neuer Konzernchef
Auch Arbeitnehmer- und Aktionärsvertreter erwarten von ihm nun bald klare Ansagen. BMW brauche einen „Häuptling“, sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Der Münchner IG-Metall-Chef und Aufsichtsrat Horst Lischka hatte vor der Sitzung in Spartanburg gesagt, vom neuen Chef erwartet er „Führungskompetenz und klare Positionierung nach innen und nach außen“.
BMW-Urgestein
Zipse wurde 1964 in Heidelberg geboren, hat in den USA Informatik sowie Mathematik und in Darmstadt Maschinenbau studiert. 1991 fing er bei BMW an. Nach Stationen in München und Südafrika leitete er bis 2008 das Mini-Werk Oxford, war Chef der Technischen Planung, der Konzernplanung und der Produktstrategie und rückte 2015 in den Vorstand auf – schon damals als Nachfolger von Krüger, der vom Produktionsvorstand zum Vorstandschef aufstieg.
Als Produktionsvorstand verantwortet Zipse seither das mit Abstand größte Ressort im BMW-Konzern. Bei laufender Produktion muss er die Fabriken für den Bau von Elektroautos umrüsten, mit selbstbewussten Werksleitern und Betriebsräten gut zusammenarbeiten und dafür sorgen, dass jährlich 2,5 Millionen Autos reibungslos vom Band laufen.
Ungewisse Zukunft
Auf Zipse warten große Baustellen. Wie die ganze Autobranche kämpft auch BMW mit der schwächeren Nachfrage und neuen Zollhürden. Der ungewisse Ausgang des nun für Oktober 2019 geplanten Brexits stellt BMW vor Probleme. Zugleich muss BMW Milliarden in Zukunftstechnologien investieren, vor allem in Elektroautos und die Umrüstung der Fabriken. Ende Juni hatte der Konzern als neues Ziel ausgegeben, 25 elektrifizierte Modelle schon 2023 auf die Straße zu bringen und nicht erst 2025.
BMW rechnet im laufenden Jahr mit einem Gewinneinbruch und streicht wenig gefragte Modell- und Motorvarianten, will im Gegensatz zu anderen Autoherstellern aber keine Stellen abbauen. Wer nach Zipse das Produktionsressort übernimmt, dürfte der Aufsichtsrat voraussichtlich im Herbst entscheiden. (mfz)