BMW X3 xDrive 20d: So fährt sich der Südstaatler

Inhaltsverzeichnis

Der X3 platzt nicht gerade vor innovativen Assistenten. Einen Totwinkel-Warner gibt es genauso wenig wie einen Spurhalte-Assistenten, einen Abstands-Tempomaten oder eine Verkehrszeichen-Erkennung. In dieser Hinsicht wird die Distanz zum großen Bruder X5 konsequent gewahrt. Aber einen echten Leckerbissen spendieren die Bayern ihrem jüngsten Spross doch ein Head-up-Display für 1100 Euro. Dieses System spiegelt nicht nur die aktuelle Geschwindigkeit, sondern auch die Navi-Anweisungen in Skizzen-Form auf die Frontscheibe. Wer diese nützlich Funktion haben will, muss allerdings das bereits erwähnte Radio Professional oder ein Navi sowie den Regensensor (130 Euro) dazuordern.

Der alte X3 hatte ein feines Fahrwerk, eines der besten am ganzen Fahrzeugmarkt – solange man vorne saß. Fond-Gäste wurden ordentlich durchgerumpelt. BMW hat dies ausgemerzt. Immer noch Benchmark vorn, was Agilität und Restkomfort betrifft, gibt es hinten, auch dank Fünflenker-Hinterachse, kein Rütteln mehr. Für 1100 Euro gibt es zudem erstmals im X3 die "Dynamische Dämpfer Control". Mit ihr lässt sich das Fahrwerk in den Modi Normal, Sport und Sport Plus einstellen. Der Unterschied zwischen Normal und Sport fällt moderat aus, den Schritt zu Sport Plus spürt selbst der Unempfindlichste. Auf sauberem glatten und kurvigen Asphalt macht Sport Plus am meisten Spaß – schließlich wird nicht nur das Fahrwerk angepasst, auch Lenkung und Motorsteuerung sind nun auf noch mehr Dynamik ausgelegt.

Gesteuert wird das SUV jetzt mit einer elektromechanischen Lenkung. Sie spart zum einen Energie, zum anderen wurde sie von den Ingenieuren so abgestimmt, dass wir keine Hydraulik vermissen: Spielfrei, direkt und präzise lässt sich die Fahrtrichtung vorgeben. Die für ein SUV ungewöhnlich ausgewogene Gewichtsverteilung von 50 zu 50 Prozent zwischen vorne und hinten hilft dem guten Einlenkverhalten zusätzlich auf die Sprünge. Für den sportlichen Touch wird beim Kurveneingang die Antriebskraft des Allradlers stärker nach hinten verschoben. Beim Kurvenausgang kehrt die Kraftverteilung zu ihrem ursprünglichen Verhältnis von 40 zu 60 zwischen vorne und hinten zurück. Wem das nicht reicht, der kann sich für 150 Euro die Performance Control in den Wagen holen. Dieses System bremst das kurveninnere Rad bei gleichzeitiger Erhöhung der Antriebsleistung ab, was den X3 zu einem Kehren-Wiesel macht. Allerdings: Die aufwendige beim X6 serienmäßige Dynamic Performance Control mit der Beschleunigung des kurvenäußeren Hinterrades steht für den X3 nicht mal gegen Aufpreis zur Verfügung.