Audi gibt Kohlendioxid eine Chance

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Warum man ihn nicht auch kurzerhand mit e-gas betreibt, ist zumindest ein interessantes Gedankenspiel: Range Extender werden im Allgemeinen als Brückentechnologie für Elektroautos gesehen, weil sie nur eine kleine Batterie brauchen, im Alltag meist elektrisch fahren können und bei Bedarf mithilfe von Kraftstoff dennoch weit kommen. Das Audi trotzdem nicht gleich den "Methan-Range-Extender" entworfen hat, dürfte daran liegen, dass beim A1 e-tron der serielle Betrieb nur als leistungsreduzierter Notbehelf gedacht ist – anders als etwa beim Opel Ampera, der immer seine volle Leistung bringt. Ganz abwegig ist e-gas für Range Extender deswegen wohl nicht, weil in Europa und erst recht den USA lange Strecken an der Tagesordnung sind.

Anders als beim A1 e-tron ist die Markteinführung des A3 TCNG im Jahr 2013 bereits beschlossen. Er ist bivalent ausgelegt, fährt also mit Benzin weiter, wenn die Gastanks leer sind. Der Vierzylinder-TFSI ist im Prinzip jener, der bereits im Passat und Touran angeboten wird – im kompakteren A3 wird er aber nur 81 kW leisten. Obwohl Methan bzw. Erdgas eine Oktanzahl von 130 hat, soll die Elektronik beim Übergang von Benzin- zu Gasbetrieb dafür sorgen, dass man nichts davon spürt, auch die Leistung bleibt gleich.

Audi will den Käufern des A3 TCNG ein so genanntes Bilanzkreisverfahren anbieten – ähnlich wie es bei Ökostrom gängig ist. Da das per Windkraft erzeugte Methan in das normale Gasnetz eingespeist wird, vermischt es sich ja mit dem fossilen Gas und lässt sich deswegen nicht "in Reinform" vertreiben. Damit der Kunde dennoch weiß, dass er für e-gas zahlt, garantiert Audi, dass die abgenommene Menge auch wirklich mit Windkraft produziert wird. Wie das dazugehörige Geschäftsmodell aussehen soll, ist noch offen – wie auch die Frage, wieviel Wasserstoff und Methan sich zu welchem Preis produzieren lässt. (imp)