Der Strom der Zeit

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So spitzt sich die Diskussion nun tatsächlich auf ein zusätzliches 48-Volt-Bordnetz zu. (Das herkömmliche 12-Volt-Netz muss bleiben, da viele klassische Funktionen auf dieser Basis funktionieren und es keinen Sinn machen würde, das umzustellen, etwa bei der Beleuchtung.) Einerseits kann eine leistungsstarke Elektromaschine, die abwechselnd auch als Starter und Generator fungiert, den Motor im unteren Drehzahlbereich unterstützen (boosten), in anderen Fahrsituationen kann damit Strom erzeugt werden, mit dem auch noch ein elektrischer Turbolader betrieben werden kann. Auch für eine wirkungsvolle Rekuperation, also die Energierückgewinnung im Auslaufen und beim Bremsen, hängt von der Leistungsfähigkeit des Generators ab. Die Kernfunktion fürs Kraftstoffsparen: Durch elektrisches Boosten, und durch den elektrischen Turbolader kann der Motor die überwiegende Zeit in einem hocheffizienten und abgasarmen Bewegungszustand gehalten werden. Das bedeutet: Weniger CO2, weniger Aufwand für Abgasreinigung. Die zusätzlich notwendige Batterie für das 48-Volt-Netz ist relativ klein und damit kostengünstig und leicht unterzubringen. In Lithium-Ionen-Technologie ist sie etwa so groß wie die herkömmliche Bleibatterie eines alten Diesel-Mercedes.

Natürlich sind in vielen Fällen auch höhere Spannungen erwünscht oder erforderlich. Es gibt da aber Schwellenwerte, die ganz bedeutend den Aufwand beeinflussen. Nach europäischen Standards existieren unter 60 Volt keine besonderen Sicherheitsvorschriften, die über das hinaus vorgesehen, was bei Autos ohnehin seit Jahrzehnten üblich ist. Das hält den Aufwand in Grenzen. Andersrum werden Autos in den USA unter96 Volt Bordnetzspannung nicht als Hybridautos anerkannt. Erhöhte Sicherheitsanforderungen sind dann auf alle Fälle zu beachten, wenn es auf 200, 400 oder gar 800 Volt hinauf geht. Vollhybride begannen mit 200 Volt liegen derzeit bei 400 und darüber. Dabei liegen die Grenzen für den sicherheitstechnischen Aufwand von der Gesetzgebung her global auf unterschiedlichen Niveaus, irgendwo zwischen 800 und 1000 Volt.

Bei Premium- und Sportwagenherstellern lässt man sich von Vorschriften aber nicht bremsen, in diesen Segmenten ist Geld genug vorhanden, wenn man Leistung braucht, wird auch der dazu notwendige Aufwand betrieben. Für Porsches Rennsporteinsätze sind 800 Volt und mehr kein Problem. (fpi)