1er mit Mütze: Das neue BMW 125i Cabrio im Test
Seite 2: 1er mit Mütze: Das neue BMW 125i Cabrio im Test
Flinkes Filzdach
Bei geschlossenem Verdeck entzieht sich die Stabantenne vollends dem Fahrerblick. Wie bei klassischen Cabrios üblich, blockieren die breiten Stoff-C-Säulen den Blick nach schräg hinten. Sei’s drum: Dafür sitzt das Textil-Käppi perfekt und sieht dank eingenähtem Silberfaden (Aufpreis: 100 Euro) auch noch stylish aus. Uns erinnert die Optik an eine dunkle, schön abgetragene Designer-Jeans. Wie alle Versionen des 1er Cabrio hat auch unser Testwagen ein vollautomatisches Verdeck. Es lässt sich bis 40 km/h aktivieren und öffnet oder schließt innerhalb von 22 Sekunden. Beim Öffnen faltet sich die Mütze in ein Verdeckfach im oberen Kofferraumbereich und verschwindet dort komplett unter einer glatten Kunststoffabdeckung. Die Seitenlinie des offenen Wagens wird also weder durch ein außen aufliegendes Verdeck noch durch einen unschönen Buckel über dem Kofferraum gestört. Lediglich das primitive Windschott zum Aufstecken wirkt in diesem modernen und durchdachten Umfeld reichlich deplaziert. Es funktioniert nämlich genau wie das Schott des E30 Cabrio der 80er-Jahre, blockiert also entweder die Rückbank oder nimmt Platz im Kofferraum weg. Ja: Das Teil funktioniert in der Praxis ausgezeichnet und schützt die Fahrerfrisur auch bei Autobahntempo. Andererseits wirkt es reichlich fragil, stört die elegante Linie des offenen Autos und kostet mit 320 Euro schlicht zu viel Aufpreis.
Alter Bekannter
Am Steuer des 125i erwartet Kenner der 1er-Reihe wenig Neues: Das Cockpit des offenen Bayern ist – bis auf Details – mit den Fahrer-Arbeitsplätzen seiner geschlossenen Cousins identisch. Raum im Überfluss bieten selbst die vorderen Sitze nicht, allerdings gibt der kompakte BMW auch in seiner jüngsten Inkarnation so etwas wie die automobile Version eines perfekt sitzenden Maßanzugs. Der Wagen schließt den Fahrer genau so weit ein, dass der sich stets als Teil des Autos fühlt. Andererseits kommt dabei aber nie der unangenehme Eindruck auf, hinterm Lenkrad eingemauert zu sein. Ebenfalls fürs Wohlfühlklima verantwortlich: die äußerst bequemen Sportsitze. Dieses Gestühl trägt die Bezeichnung „Sport“ zu Recht, denn dank hoher Seitenführung leistet es bei engagierter Fahrt über enge Serpentinenstraßen hervorragende Dienste. Andererseits bieten die Ledersessel sehr hohen Langstreckenkomfort und erweisen sich somit auch auf ausgedehnten Touren nicht als Spielverderber. Ein Detail der Kategorie „Warum ist darauf erst jetzt jemand gekommen?“ kommt übrigens bei der Lederaustattung zum Einsatz. Genau wie im 6er Cabrio sind die Rinderhäute im 1er mit speziellen Pigmenten beschichtet, die die Aufheizung des Leders unter direkter Sonneneinstrahlung um bis zu 20 Grad Celsius reduziert. Die Rückbank des offenen Müncheners ist eine weitere bekannte Größe. Wie in allen anderen 1er-Modellen herrscht hier ziemliche Enge. Zwei normal große Erwachsene passen knapp, aber ohne Zuhilfenahme eines Schuhlöffels hinein. Mehr als 50, 60 Kilometer am Stück sollte aber kein 1er-Cabrio-Besitzer seinen Passagieren zumuten, wenn alle vier Plätze belegt sind.