10 Jahre iPhone: Ein Telefon verändert Apple – und die Welt
Seite 2: Smartphone fĂĽr Alle
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Erfolgreichtes Endkunden-Produkt aller Zeiten
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Mit (mittlerweile deutlich) über einer Milliarde verkauften Geräten ist das iPhone das wohl erfolgreichste Endkunden-Produkt aller Zeiten – und wurde dies in vergleichsweise kurzer Zeit. Für derartige Stückzahlen hat die Barbie-Puppe fast 60 Jahre gebraucht, rechnete das Wall Street Journal jüngst vor. Zugleich ist das iPhone eines der lukrativsten Produkte überhaupt: Die damit erzielten Gewinne haben Apple in den zehn Jahren zum wertvollsten börsennotierten Konzern der Welt gemacht, der in den nächsten Jahren die Billionen-Dollar-Grenze überschreiten könnte. Der Jahresumsatz von knapp 20 Milliarden Dollar im Jahr 2006 hat sich inzwischen mehr als verzehnfacht.
Steve Jobs bei der Präsentation des ersten iPhones im Januar 2007.
Apples Telefon ist jedoch nicht allein eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte: Mit dem Verzicht auf eine Hardware-Tastatur, der reinen Bedienung durch einen oder mehrere Finger (Multitouch) sowie dem an das Desktop-Betriebssystem OS X (heute wieder macOS) angelehnten Unterbau leitete Apple einen Paradigmenwechsel ein. Der Konzern machte das zuvor nur für E-Mail-Junkies und Enthusiasten interessante Smartphone plötzlich massenkompatibel – für Mann, Frau und Kind. Der ein Jahr später folgende App Store – die ersten iPhones, man mag es heute kaum glauben, erlaubten für externe Entwickler nur schlichte Webanwendungen – verwandelte das iPhone endgültig in einen nahezu unverzichtbaren Begleiter.
Die von Apple eingeläutete Zeitenwende erkannte damals nur der Suchkonzern Google zeitig – damals ein enger Apple-Partner bei der Einführung des ersten iPhones. Das ursprünglich als Betriebssystem für Geräte à la BlackBerry ausgelegte Android wurde in Rekordzeit vollständig für die Bedienung mit dem Finger ausgelegt – und die Erweiterbarkeit mit Apps. Die quelloffene Basis und die kostenlose Lizenzierung durch den Hersteller machten Android schnell zum System der Wahl für unzählige Hardware-Hersteller, die im Unterschied zum iPhone jedes Preissegment abdecken und damit maßgeblich zur globalen Smartphone-Verbreitung beigetragen haben, die längst auch weit in Schwellen- und Entwicklungsländer hineinreicht.
Inzwischen ist das Smartphone aus dem Alltag kaum mehr wegzudenken: Es ist stets präsente Informationsquelle und hat verändert, wie wir kommunizieren, uns vernetzen, reisen, lieben und leben. Ganze Wirtschaftszweige stehen durch mobile Dienste und die durch Smartphone-Komponenten leichte Vernetzung vor Umwälzungen; diese haben längst die Reise- und Unterhaltungsbranche erfasst und reichen bis hin zu Fahrzeugherstellen, Einzelhandel und Gesundheitswesen. Zugleich stellt das Smartphone die Basis für eine lauffeuerartige Verbreitung von Falschinformationen, die Aufspaltung der Gesellschaft in immer kleinere Nischen und eine den Globus umspannende Überwachung.
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Android erzĂĽrnt Steve Jobs
Noch vor seinem Tod im Oktober 2011 startete Steve Jobs einen "thermonuklearen Krieg" gegen Android. Das Unternehmen klagte unter anderem gegen Samsung, um seine Patente zu schützen, doch aufhalten konnte der Konzern den Siegeszug von Android nicht mehr. Wirklich ärgern muss das den heutigen Chef Tim Cook und sein Team aber nicht. Das iPhone ist weiterhin das profitabelste Smartphone und in vielen Märkten weltweit auch in den Charts der meistverkauften Geräte vorne mit dabei – selbst wenn Android auf den Gesamtmarkt gerechnet beim Marktanteil gegenüber iOS haushoch vorne liegt.
Während die IT-Branche die Fühler längst nach dem "nächsten großen Ding" ausstreckt, hat für Apple-CEO Cook die Entwicklung des iPhones "gerade erst begonnen". Für diesen September rechnen Beobachter mit einer Art Jubiläums-Modell, dem "iPhone 8". Es soll unter anderem einen fast rahmenlosen OLED-Bildschirm mitbringen, sich drahtlos aufladen lassen und womöglich zusätzliche Augmented-Reality-Funktionen haben. Apple werkelt an der zweiten iPhone-Milliarde.