Klartext: Parkinfarkt
Drei große, aktuelle Entwicklungen im Städtebau: Fahrrad-Infrastruktur vielleicht doch mal in Angriff nehmen, Fußgänger-Innenstädte weiter ausbauen und immer mehr Sanktionen gegen die wie Luzifer gefallen gesehene Technik des Autos an sich. Dem steht gegenüber, dass der Fahrzeugbestand trotz allem beständig weiter steigt, in einem seit Beginn der Neunziger ungebrochenen Trend. Autos halten eben doch eine Weile, sodass es schlicht jedes Jahr mehr neu zugelassene Fahrzeuge als abgemeldete gibt. Die älteren Autos wandern weiter die finanzielle Nahrungskette hinunter, die ganz alten sortieren sich wieder weiter oben ein für ihr neues Leben als Oldtimer-Schätzchen (der Oldtimer-Bestand steigt ebenfalls).
Die Hersteller entwickeln bereits Dienstleistungen für die kurz bewegte Meistensimmobilie: Einkaufslieferdienste in den Kofferraum, Reinigungsservices für Kleidung oder das Auto. Letztendlich steht die Nützlichkeit des Blechkastens im Stand jedoch immer höheren Kosten gegenüber, während die Nützlichkeit in Fahrt gleichzeitig abnimmt, weil die erreichbaren Fahrtschnitte in den vollen Städten immer niedriger werden.
“Have one less child.“
Letztens habe ich einen Flyer gesehen, der Menschen helfen sollte, im allgemeinen Daten-Wirrwarr Dinge ihres Lebens nach Ressourcen zu ordnen, falls sie geneigt wären, Ressourcen-bedacht durchs Leben zu gehen. Ganz vorne, vor dem „autolosen Leben“ stand: „Have one less child.“ Aktuelle Gesellschaftsentwicklungen betrachtet, würde ich sagen: Wir werden nicht wieder zur Auto-freundlichen Stadt zurückkehren. Also bleibt uns nur die bittere Pille, wenigstens gegen den Bestandsdruck zu arbeiten: Have one less car. Und dann geht es ja auch um die Dimensionen des einzelnen Autos. Es lebe der kompakte Allrounder. (cgl)