Klartext: DUH und ich

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Über „Toyota hat denen mal Geld überwiesen“ hinaus interessiert das Finanzengewurschtel nur Wenige. Was jedoch jeder sehen kann: Die DUH agiert als fanatischer, utopistischer Verein. Utopisten sind gefährlich, weil die Utopie perfekt ist. Wer sich der Perfektion entgegenstellt, kann nur Unrecht haben, mehr noch: Er schadet der Menschheit. Wenn es je Ideologien gab, die in der Neuzeit mehr Schaden anrichteten als Utopien, dann kennen wir sie nicht. Erinnern wir uns allein an den wunderbaren Gedanken eines echten Kommunismus‘, und dann bitte auch daran, wie viele Millionen Menschen starben, ohne dass die Utopie je erreicht wurde. Siehe auch: der perfekte Markt im ewigen Wachstum.

Das merkt natürlich auch die Presse. Bei einem normalen Umweltverband rufst du an und jemand freut sich, dass er kostenlos eine Plattform für sein Thema erhält. Bei der DUH dagegen wird sofort sortiert: Freund oder Feind? Für uns oder gegen uns? Da geht es gar nicht mehr um Themen. Als ich mich durch diese ersten Hürden geschleimt hatte, erlebte ich ein Ausmaß von versuchter Einflussnahme, das beispiellos in meinem Arbeitsleben bleibt. Kein Wirtschaftsunternehmen, keine Werbeagentur, kein Staat hat sich jemals auch nur von mir gewünscht, Artikel von vorne bis hinten derart vollständig zu kontrollieren.

Die DUH wollte für ein Interview, in dem Herr Resch wochenlang seine Formulierungen feinklöppeln durfte, per Redaktionssystem-Zugang die Endkontrolle über den herausgeschickten Artikel, damit da nicht jemand ein Zeichen ändert – undenkbar. Sie wollte alle Bildunterschriften, Beitexte und Überschriften redigieren. Sie wollte keine Links im Artikel, vor allem keine, die andere Ansichten vertreten. Als ich eine mir ohne Erklärung unverständlich scheinende Passage dem Leser erklären wollte, wollte Herr Resch das Interview gar nicht mehr veröffentlicht sehen. Ich bin nicht stolz darauf, aber irgendwann platzte mir das erste Mal im Leben die Hutschnur bei einem Interviewtext. Ich nannte ihn eine „beleidigte Leberwurst“, die doch bitte vorher anmelden solle, wenn er nur mit Claqueuren reden wolle, und seitdem sprachen wir nur noch über die Vermittlung der DUH-Propa…pressestelle.

Was daran fasziniert: Dieses unfassbar zäh erkämpfte Interview ist total banal. Es zeigt Herrn Resch von der besten Seite als Robin Hood der Verbraucher im Kampf gegen den bösen Zetscherriff von Stuttingham. Alle Links waren Links auf seine Thesen oder auf offizielle EU-Server für Gesetze. Und doch diese Paranoia. Die irrationale Angst vor der Presse als Feind entsteht wahrscheinlich aus dem emotionalen Umfeld.

Die Organisation dreht sich in einer seltsamen Blase der Realität, und dort drehen sich viele politische Stellen mit, allen zuvor das Umweltbundesamt (UBA) mit seinen Milliarden Diabetestoten pro Dieselzylinder. Das UBA verwaltet übrigens auch die Verbandsklagerechte, falls sich jemand die Chancen ausrechnen möchte, dass die geprüft werden. Wenn in diese Blase jemand aus einer anderen Normalität eintritt, wird der natürlich als empörend wahrgenommen, als gefährlicher Störenfried der anzustrebenden Utopie – selbst wenn er, wie in meinem Fall, Verbraucher- und Umweltschutz total gut findet.

Nach all diesen Ausführungen denken Sie sicher, ich stehe längst mit der Fackel in Radolfzell, um mit einem Mob aus TDI-Pendlern die DUH-Büros im Dieselfeuer zu schleifen. Nope. Im Gegenteil. Ich glaube, dass die DUH gerade deshalb erfolgreich ist, weil alle ihre Mitarbeiter derart unangenehme Menschen sind. Wenn sie mir schon die Hutschnur detonieren, wie werden sie dann erst einen Diess nerven, einen Müller, einen Krüger? Wer sollte solche Fatzkes sonst zu mehr Aufrichtigkeit drangsalieren? Die Politik? I don‘t think so, und das mag die eine Übereinstimmung zwischen mir und Resch sein.

Was ich jedoch anstrebe, ist die konsequente Umsetzung des demokratischen Prinzips der „Checks and Balances“ (gegenseitige Machtkontrolle machtausübender Instanzen). Die DUH sollte genauso drangsaliert werden wie Privatfirmen, die sich dem Verbraucherschutz verwehren. Vergesst die chancenlose Petition, lasst uns eine Organisation gegen grobe Überbezahlung von Organisationen gründen! Ich beantrage umgehend grob überdimensionierte Fördergelder für uns ... (cgl)