Playstation gegen Xbox: Der Krieg der Konsolen geht in die nächste Runde
Seite 2: Microsoft als Spiele-Publisher
Auch Microsoft hat als Spiele-Verleger eine lange Tradition. Schon 1979 erscheint "Adventure" für den Apple II und den Tandy Radio Shack TRS-80. Bereits der ersten DOS-Version liegt ein Gratis-Spiel bei; das berühmte DONKEY.BAS. 1982 kommt der Flugsimulator, der eine der langlebigsten Spieleserien begründet – sie schafft es bis ins Jahr 2020. Doch Spiele sind zunächst die Ausnahme; auch am MSX verliert Microsoft rasch das Interesse. Statt mit BASIC wird nun das große Geld mit DOS verdient; und man arbeitet bereits an Windows für den PC, dessen Version 1.0 im Jahr 1985 erscheint.
Spätestens ab Windows 95 und der Spiele-API DirectX beschäftigt sich Microsoft "beruflich" mit Spielen; und es erscheinen ab Mitte der Neunzigerjahre vermehrt eigene Spiele. Der große Hit wird "Age of Empires", dessen Entwickler Microsoft später übernimmt, samt einer Reihe weiterer Studios. Etwa Bungie, das damals eher Mac-Spielern durch den "Doom"-Klon "Marathon" geläufig ist (und später "Halo" und "Destiny" entwickelt). Oder Access Software, die Macher der Golf-Simulation "Links" und der Adventure-Serie um den Detektiv Tex Murphy. Zudem stellt Microsoft Hardware her. 1983 kommt die Microsoft Mouse; 1995 der erste Joystick unter dem langjährigen Namen SideWinder.
Microsofts Weg zur Xbox
Bei Konsolen spielt Microsoft zunächst nur eine kleine Rolle: Segas Dreamcast basiert auf einer angepassten Fassung von Windows CE. Doch die Konsole, die in Japan 1998 und ein Jahr später im Westen erscheint, ist kein Erfolg und verkauft sich sogar schlechter als der glücklose Vorgänger Saturn. Seitdem erwartet man, dass Microsoft eine eigene Konsole entwickelt. Der Erfolg der Playstation weckt Begehrlichkeiten. Zunächst denkt Microsoft an eine DirectX-Box, die an Hardware-Hersteller wie Dell lizenziert und von ihnen auch produziert werden könnte. Alle Xbox-Spiele wären auch auf einem Windows-PC lauffähig. Beide Ideen werden fallengelassen, als Microsoft seine klobige Konsole vorstellt, basierend auf PC-Komponenten.
Die Xbox erscheint 2001, nahezu zeitgleich mit dem GameCube von Nintendo; und Microsoft und Sony treffen wieder aufeinander – diesmal als Konkurrenten. Microsoft hat es schwer, sich gegen die bereits erschienene PlayStation 2 zu behaupten, die sich noch besser verkauft als ihr Vorgänger, trotz Festplatte und Marketing-Power. Vor allem in Japan bekommt Microsoft keinen Fuß in die Tür.
Bei der Xbox 360 macht Microsoft vieles klüger. Die Konsole erscheint nicht später, sondern früher als die PlayStation 3. Sie ist günstig, hat einen Online-Dienst, und Microsoft bemüht sich sehr um attraktive Spiele. Sind die Verkaufszahlen der PlayStation 2 zur Xbox noch im Verhältnis 6:1, halten sich die Verkaufszahlen von Xbox 360 und PlayStation 3 die Waage. Wobei der eigentliche (und überraschende) Gewinner dieser Generation Nintendo mit der Wii ist.
Mit seiner dritten Konsole hat Microsoft weniger Glück. Der seltsame Name Xbox One für die Xbox 3 verwirrt; und nachdem auf der E3 2013 ein Preis von 499 Dollar verkündet wird, kontert Sony nur wenige Stunden später mit 399 Dollar für die PlayStation 4 (wie Jahre zuvor gegen Sega). Und macht sich über die ungelenken Pläne lustig, das Weiterverkaufen gebrauchter Spiele-Discs zu reglementieren: bei ihnen gäbe es so etwas nicht. Mehr als 100 Millionen Mal verkauft sich die PlayStation 4; die Xbox One schafft weniger als die Hälfte.
PlayStation 5 und Xbox Series S/X
Nun stehen sich Microsoft und Sony erneut gegenüber. Die Auswahl ist diesmal besonders knifflig. Beide Spielkonsolen erscheinen fast gleichzeitig und kosten das Gleiche. Fast könnte man denken, man hätte sich abgesprochen. Ganz so fern klingt das nicht: Im vorigen Jahr überraschen die Kontrahenten mit der Ankündigung, künftig bei der Entwicklung von Cloud Gaming zusammenzuarbeiten, dem Streamen von Spielen. Dieser Tage spekuliert man gar, ob man das Spiele-Abo von Microsoft, den Xbox Game Pass, neben der Xbox, dem PC und Android-Geräten vielleicht auch mit der PlayStation nutzen könnte.
Und Nintendo? In den Achtziger- und Neunzigerjahren steht Nintendo im Mittelpunkt von "Konsolen-Kriegen". Als Marktführer, der den Ton angibt. Nach dem Einstieg von Sony und später Microsoft und den glücklosen Konsolen Nintendo 64 und GameCube ändert man seine Strategie. Mit der Wii, der Wii U und nun der Switch baut Nintendo mehr auf Innovationen und überlässt den Kampf der Konsolen um immer mehr PS, mehr Speicher, höhere Auflösungen und höhere Taktraten Microsoft und Sony.
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