Hintergrund: Leica vor Kultur-Revolution?
Seite 4: Die Rolle von Blackstone
Dass Kaufmann im Herbst 2011 knapp 45 Prozent seiner Anteile an den US-amerikanischen Investor Blackstone abgab, lag wohl nicht zuletzt daran, dass man als Unternehmen in der nordhessischen Provinz nur sehr begrenzt Zugang zu zeitgemäßen Finanzierungsmodellen hatte. Für die lokalen Banken war man zu groß und für die international tätigen Finanzkonzerne zu unbedeutend, was sich mit dem Eintritt von Blackstone dann schnell änderte. Mit dem Investor aus dem US-Steuerparadies Delaware wurde Leica auch für andere Geldgeber wachgeküsst.
Und Geld benötigt Leica für viele Projekte. So schlug die Entwicklung der Leica S2 mit gut 30 Millionen Euro zu Buche und das neue Werk in Portugal mit etwa 20 Millionen Euro. Im Jahre 2014 konnte Leica nach langer Vorbereitungszeit aus der ehemaligen Möbelfabrik in Solms in das neue Werk in Wetzlar ziehen. Es war für über 60 Millionen Euro von einer Tochter der zur Familie Kaufmann gehörenden Wiener Socrates-Familienstiftung auf dem früheren Gelände der Spilburg-Kaserne gebaut worden und wird an Leica vermietet.