Die wichtigsten Neuerungen in der Java Enterprise Edition 7
Seite 4: Fazit
Und noch viel mehr
Damit sind noch längst nicht alle Änderungen erläutert. Vor allen in den zahlreichen Maintenance-Releases sind eine Menge Vereinfachungen und Verallgemeinerungen zu finden. Das Transaktions-Handling der Java Transaction API (JTA) wurde angepasst und von den EJBs entkoppelt. Damit ist die Verwendung von Transaktionen auf ManagedBeans in der Plattform vereinheitlicht worden. Im EJB-Bereich sind unter anderem lokale, asynchrone Session Beans und nicht in der Datenbank persistierte Timer Beans im EJB-Lite-Profil hinzugekommen. Der Embeddable EJB Container implementiert jetzt auch das AutoClosable-Interface von Java SE 7. Vergleichbar viele Kleinigkeiten sind es bei CDI: Fehlerbehebungen, Klarstellungen in der Spezifikation und knapp drei Handvoll neue Funktionen wie die Injektion des Servlet Context oder die Bereitstellung sogenannter applikationsübergreifender Lebenszyklus-Events für Komponenten (bspw @Initialized, @Destroyed).
Die mit Java EE 6 eingeführten Profile existieren weiterhin. Es wurden allerdings keine neuen ergänzt. Die für die Webentwicklung angepasste Untermenge des vollständigen Dokuments enthält jetzt drei zusätzliche Spezifikationen: JAX-RS, WebSockets und JASON-P.
GlassFish 4.0 als Referenzimplementierung
Mit Verabschiedung der Spezifikation geht auch die Referenzimplementierung des GlassFish an den Start. Recht kurzfristig steht der erste konforme Applikationsserver für die Entwicklergemeinde bereitstehen. Die Modularisierungsträume der letzten Jahre erfüllt Java EE 7 leider nicht. Hauptgrund hierfür ist das verschobene Java-eigene Modulsystem Jigsaw. Dennoch bleibt Java EE die etablierte und weitverbreitete Plattform in der Unternehmenswelt. Mit einer zweistelligen Zahl zertifizierter Server wurde am Markt eine breite Nutzerbasis geschaffen. Das hat mehr als drei Jahre gebraucht. Vermutlich ist das auch der Zeitraum, den es braucht, bis Kunden und Hersteller auf die jetzt neue Version umstellen.
Für Entwickler bleibt also genügend Zeit, sich mit den an vielen Stellen vereinfachten Techniken auseinanderzusetzen. Derzeit mangelt es noch an Code-Beispielen. Vieles muss sich der Interessierte aus den Spezifikationen selbst oder aus JavaDocs zusammensuchen. Mit dem offiziellen Start des GlassFish 4.0 wird vermutlich auch das Java-EE-Tutorial umgestellt sein, und es werden bereits die ersten Publikationen verfügbar sein. Die Java EE Expert Group geht wohl auch bald in die nächste Runde. Mit Java EE 8 – derzeit für 2015 vorgesehen – soll dann doch das Thema "Cloud kommen.
Markus Eisele
ist Principal IT Architect bei der msg systems AG in MĂĽnchen sowie Mitglied der Java EE 7 Expert Group, des iJUG e.V sowie Oracle ACE Director.