Angriff der Karten-Kloner
Seite 3: Gegenmittel
Gegenmittel
Zwar können die Ermittlungsbehörden nur selten Erfolge bei der Verfolgung der Kriminellen vorweisen, doch gibt es immerhin Ansätze zu einer wirksamen Abwehr: Viele der großen Bankhäuser treffen Maßnahmen, um die Manipulation ihrer Automaten zu erkennen und zu verhindern. Einige der Geräte haben mittlerweile Anti-Skimming-Technik eingebaut, andere lassen sich damit nachrüsten. Der Hersteller Wincor Nixdorf etwa baut Induktionsspulen ein, um ein im Bereich des Karteneinzugs montiertes Skimming-Modul zu erkennen. Im Verdachtsfall wird der Automat außer Betrieb genommen. Die Sache hat aber einen Haken: Jedes Stückchen Metall in der Nähe des Einzugschlitzes lässt den Automaten herunterfahren. Da dies zu Kinderstreichen verlockt, nutzen die Banken diese Funktion lieber nicht.
Hersteller NCR setzt ein Verfahren ein, das ohne Zusatzmodul auskommt: Die Karte wird beim Einzug ruckartig hinein- und herausbewegt, was verhindern soll, dass sich der EC-Kartenleser im Skimming-Modul auf den Magnetstreifen synchronisieren kann. Allerdings hilft dieses sogenannte Jittering nur gegen solche Module, die die Daten in Binärform auslesen und auf der Karte speichern. Gegen Module, die den Verlauf des Magnetfelds in Rohform speichern, soll es nicht helfen, da sich der Jitter später im Labor der Kartenfälscher herausfiltern lässt. Bei der mit 1700 NCR-Automaten ausgestatteten Postbank sollen die Betrüger schon einige Erfolge mit solchen Jitter-Proof-Modulen erzielt haben. Diebold setzt ganz einfach auf eine Kamera, mit der das Aussehen des Automaten überwacht wird. Dabei beobachtet meist ein Angestellter das Kamerabild; so- bald sich etwas ändert, wird der Automat abgeschaltet.
Mit aktiver Gegenwehr arbeitet das Modul CPK+ des Automatenzulieferers und Dienstleisters Synfis: Mittels eines modulierten Wechselmagnetfeldes stört es den Magnetkopf eines aufgesetzten Skimming-Moduls. Sobald die Karte am Aufsatz vorbei ist und im Automaten steckt, schaltet sich das Modul ab. Nach Angaben von Synfis arbeitet das Modul herstellerübergreifend. Bislang sind nach Herstellerangaben 1000 Stück in deutsche Automaten verbaut worden, weltweit zählt man knappe 20.000. Unter anderem hat die Sparkasse Hannover inzwischen all ihre Geldautomaten von Wincor Nixdorf zum Stückpreis von 990 Euro nachträglich mit CPK+ ausgestattet. Nach Angaben des Institutes gab es hier bislang zwar noch keine Schäden durch Skimming, man wolle aber auf Nummer sicher gehen.