Proton Drive im Test: Lohnt sich die Schweizer Cloud-Alternative?
Unsere Erfahrungen mit Proton Drive
| 💡 Das Wichtigste in Kürze |
|
Eine Cloud ist immer nur der Computer von jemand anderem, so eine beliebte Binse bei IT-affinen Zeitgenossen. Darauf verzichten kann man trotzdem kaum, weshalb es umso wichtiger ist, dass der Cloudspeicher hohen Sicherheits- und Datenschutz-Standards genügt. Der Schweizer Anbieter Proton hat sich diesbezüglich in der Vergangenheit bereits einen guten Namen mit einem VPN und einem E-Mail-Service gemacht. Inzwischen bietet Proton auch einen Cloudspeicher namens Drive* an, der besonders sicher sein soll. Wir haben die Proton-Cloud getestet und teilen im Folgenden unsere Erfahrungen.
Gratis-Speicher & Abo-Preise
Nutzer erhalten bei Proton 5 Gigabyte kostenlos, für 200 Gigabyte sind 4,99 € / Monat fällig. Die maximale Ausbaustufe beträgt zum Testzeitpunkt im März 2026 drei TByte, die sich auf sechs Benutzer aufteilen lässt. Für dieses Paket mit dem Namen „Proton Family“ ruft der Hersteller monatlich 29,99 € auf. Wer sparen will, bucht das Jahresabo: Das reduziert die Preise auf effektiv 3,99 € (200 GB), 9,99 € (Proton Unlimited mit 500 GB), 14,99 € (Proton Duo mit 2 TB) oder 23,99 € (Proton Family mit 3 TB). Einen Einmalkauf ohne Abogebühren, wie ihn der ebenfalls aus der Schweiz stammende Dienst pCloud (Test) ermöglicht, bietet Proton nicht an.
➤ Proton Drive Plus*Ab 2,99 € pro Monat (40 % Rabatt)
Umfangreiche Zusatzfeatures im hohen Tarif
Auf den ersten Blick erscheint Proton damit im Vergleich zu vielen Mitbewerbern eher teuer: Für 9,99 € bekommt man bei Apple und Google 2 Terabyte, bei Microsoft immerhin ein Terabyte. Die vermeintlich hohen Kosten relativieren sich mit Blick auf die Zusatzfunktionen des 500-GB- oder 2-TB-Pakets aber schnell. Neben dem Cloudspeicher sind dort auch der E-Mail-Service Proton Mail (Test), Zugriff auf VPN Plus sowie der Passwort-Manager Proton Pass inklusive. Hat man Bedarf für diese Dienste, dann ist Proton mit diesem Bundle preislich mehr als konkurrenzfähig.
Neben der 2FA kann auch eine zusätzliche Passwort-Ebene eingefügt werden.
(Bild: Screenshot)
Gegenüber den großen US-Anbietern bietet Proton außerdem zwei Sicherheitsvorteile: So ist der Cloudspeicher standardmäßig Ende-zu-Ende verschlüsselt, was verhindert, dass der Anbieter die Daten mitlesen kann. Zudem werden die Daten auf Servern in der Schweiz gehostet. Dort gelten hohe europäische Datenschutz-Standards, gleichzeitig liegt das Land außerhalb der Jurisdiktion der EU und der USA.
➤ Proton Drive Plus*Sonderangebot: 1 € im 1. Monat
Proton Drive in der Praxis: Schlanke, minimalistische App
Proton bietet für jeden Einzeldienst eine eigene App. Anders als bei manch anderen Anbietern gibt es also keine „Sammel-App“, die ständig mahnt, upzugraden oder ein Zusatz-Paket zu buchen. Stattdessen liefert Proton für Windows, macOS, iOS und Android eine ausgesprochen schlanke und zurückhaltende App, die sich ausschließlich um die Cloud-Features kümmert: Synchronisation, Dateifreigabe – und automatische Foto-Sicherung auf Mobilgeräten, das war es schon. Eine Linux-App wird zum Testzeitpunkt leider nicht angeboten.
Nur unter Windows lassen sich Ordner für die Synchronisation freigeben, die außerhalb des Cloud-Ordners von Proton liegen. Das lohnt vor allem beim Einsatz mehrerer Windows-Maschinen oder für Anwender, die auf bestimmte Ordner auch mobil per Smartphone oder Tablet Zugriff haben wollen. Die Synchronisation kann auch als einfaches Backup dienen, zumal eine Backup-Funktion in Proton fehlt.
Die Windows-Software ermöglicht die Freigabe beliebiger Ordner zur Synchronisation.
(Bild: Screenshot)
Leider fehlt dieses praktische Feature unter macOS komplett: Was synchronisiert werden soll, muss hier zwingend in den Proton-Drive-Ordner. Dafür bindet sich Proton wie alle Cloud-Apps im Finder von macOS und unter iOS/iPadOS in der App „Dateien“ als Speicherziel ein, was die Handhabung im Alltag praktisch macht. Insgesamt funktioniert das reibungslos und flott.
Praktische Sicherheitsfeatures
Die wahre Superkraft von Proton Drive schlummert unter der Haube: Eine hochwertige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die den Nutzer zu keinem Zeitpunkt mit zusätzlichen Passwörtern oder Wiederherstellungsschlüsseln nervt. Stattdessen setzt Proton die Verschlüsselung über den regulären Login-Prozess um.
Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist immer standardmäßig aktiv.
(Bild: Screenshot)
Das ist sehr komfortabel, verlangt aber, dass der Proton-Account über ein besonders sicheres Passwort verfügt. Zudem sollten hier dann zusätzliche Mechanismen wie 2-Faktor-Authentifizierung aktiviert werden. Wer möchte, kann zudem zum 2-Passwort-System greifen: Das setzt ein zusätzliches Passwort für Proton Drive nach dem Login in den Proton-Account.
➤ Proton Drive Plus*Ab 2,99 € pro Monat (40 % Rabatt)
Reibungslose Synchronisation mit Warteliste
Die Synchronisation verläuft ausgesprochen reibungslos, allerdings nicht parallel: Ordner und Dateien werden anhand einer Warteschleife nacheinander hochgeladen. Das hat den Vorteil, dass es beim Hinzufügen von Dateien keine „Ewig-Uploads“ gibt wie bei anderen Clouds; dafür kann es aber zu einem Stau kommen, wenn zum Beispiel mehrere kleine Dateien nach einer riesigen Datei zum Ordner hinzugefügt werden. Dann müssen die kleinen Dateien warten, bis das dicke Ding oben ist.
Der Upload vom Rechner erfolgt mit einer Warteschlange. Das kann bei großen Dateien dauern.
(Bild: Screenshot)
Papierkorb: Dateien löschen und wiederherstellen
Dateien werden über alle Geräte hinweg synchron gehalten. Wird eine Datei aus dem Proton-Sync-Ordner entfernt, wird sie in der Proton-Cloud automatisch in den nur via Web und Mobil-Apps erreichbaren Papierkorb verschoben. Dadurch kann sie jederzeit zurückgeholt werden, wenn sie aus Versehen verschoben wurde. Leider erkennt Proton aber nicht, wenn eine Datei bereits im Papierkorb liegt und neu hochgeladen wird: In diesem Fall wird wieder ein vollständiger Upload durchgeführt. Der Papierkorb muss manuell gelöscht werden, andernfalls verbleiben Dateien dort.
Ebenfalls praktisch in Zeiten extremer SSD-Preise: Dateien können jederzeit offline verfügbar gemacht und zum sparsamen Speicherhaushalten „nur online“ geschaltet werden. Proton Drive fügt dazu entsprechende Rechtsklick-Optionen in Windows-Explorer und Mac-Finder hinzu. Hier zeigt Proton auch gleich an, ob eine Datei geteilt ist: Hinter dem Datei- oder Ordnernamen taucht dann ein „Shared“ auf.
Sehr gute Freigabe-Optionen – aber nicht auf dem Desktop
Die Dateifreigabe ist bei Proton ausgezeichnet gelöst, sofern man die Web- oder Mobilversion verwendet: Hier können Dateien in zwei Varianten geteilt werden, einmal öffentlich per Link und einmal per E-Mail-Adresse. Beide Varianten erlauben „nur Ansehen“ oder eine Bearbeitung durch den Empfänger, wobei die Verwendung per E-Mail beim Empfänger einen Proton-Account verlangt.
Das Freigabesystem ist übersichtlich und funktional.
(Bild: Screenshot)
Die Freigabe per Link hat hingegen die praktische Option, ein Passwort zu vergeben und ein Ablaufdatum des Links festzulegen, womit sich Proton zum Einsammeln von Dateien eignet. Leider fehlen beide Freigabe-Optionen sowohl auf dem Mac als auch unter Windows. Es wäre wünschenswert, wenn Dateien direkt aus dem Explorer oder Finder heraus geteilt werden könnten.
➤ Proton Drive Plus*Sonderangebot: 1 € im 1. Monat
Fazit: Eine gute Alternative zu iCloud, OneDrive & Co.
Hohe Standards bei Verschlüsselung und Datenschutz sowie der gute Funktionsumfang machen Proton Drive* zu einer interessanten Alternative zu Apples iCloud, Google Drive oder Microsoft One Drive. Die funktionale Browser-App konnte uns im Test überzeugen. Auch die Qualität der Apps für Smartphones und Tablets ist in Ordnung.
Ärgerlich sind die sehr spärlich ausgestatteten Apps für Windows und Mac sowie das Fehlen einer Linux-Version, auch die Integration in Explorer und Finder ist verbesserungswürdig. Suboptimal ist aus unserer Sicht die Upload-Warteschlange, die aber durch das praktische Papierkorb-Feature und den Ordner-Sync unter Windows kompensiert wird.
Wer damit leben kann, findet in Proton Drive einen praktischen und dank vollständiger Ende-zu-Ende-Verschlüsselung vor allem sicheren Cloudspeicher. Die Mehrkosten gegenüber den amerikanischen Clouds sind insbesondere in den 500-Gigabyte- sowie 2- und 3-Terabyte-Tarifen gerechtfertigt, da diese mit zusätzlichem Zugriff auf alle weiteren Proton-Dienste punkten.
➤ Proton Drive Plus*
Ab 2,99 € pro Monat (40 % Rabatt)
|
Factsheet Proton Drive auf einen Blick |
|
| Sitz | Schweiz |
| Server-Standort | Schweiz |
| Speicherpläne | 200 GB, 500 GB, 2 TB (für 2 Nutzer), 3 TB (für 6 Nutzer) |
| Gratis-Speicher | bis 5 Gigabyte |
| 2-Faktor-Authentifizierung | Ja (Optional) |
| Systeme | |
| Windows | Ja |
| Mac | Ja |
| Linux | Nein |
| iOS | Ja |
| Android | Ja |
| Browser | Ja |
| Verschlüsselung | |
| Serverseitig | Ja |
| Clientseitig (End-to-End) | Ja |
| Zero Knowledge | Ja |
| Dateimanagement | |
| WebDAV | Nein |
| Als Laufwerk nutzbar | Nein |
| Dateien offline verfügbar | Ja |
| Online-Backup | Nein |
| Dateifreigabe | |
| Freigabeobjekte | Datei + Ordner |
| Kollaboration | Ja |
| Share-Link | Ja |
| Berechtigungen | Ja (per E-Mail-Adresse/Passwort) |
| Passwort | Ja |
| Branding | Nein |
| Share-Statistiken | Nein |
| Ablaufdatum | Ja |
| Medienwiedergabe (Browser) | |
| Video | Ja |
| Audio | Ja |
| Dokumente | Ja |
| Bilder | Ja |
| Preise | |
| Abonnement | ab 3,99 € / Monat (200 GB im Jahres-Abo)* |
| Einmalkauf | Nein |
| Sonstiges | |
| Besonderheiten | Sehr sicher, sehr gutes Webinterface, Windows- und Mac-Clients verbesserungsfähig |
| Stand: | 16.03.2026; Preisangaben: 01.04.2026 |
➤ Proton Drive Plus*
Sonderangebot: 1 € im 1. Monat
* Mit einem Stern markierte Links sind Affiliate-Links, für die wir unter Umständen eine Provision erhalten. Der Kaufpreis erhöht sich dadurch nicht!
Redaktion & Aktualisierung: heise Download-Team
Weiterlesen: Cloud-Vergleich - Die 10 besten Cloud-Speicher
Kommentare
{{line}}