Proton Mail im Test: Sichere E-Mail aus der Schweiz
Unsere Erfahrungen mit Proton Mail
| 💡 Das Wichtigste in Kürze |
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Nur wenig ist heutzutage so wichtig wie ein zuverlässiges E-Mail-Postfach. Und das sollte möglichst nicht bei den großen Gratis-Anbietern aus den USA liegen: Deren Domains sind nicht nur ein beliebtes Ziel für Spammer, Scammer und Angriffe aller Art. Die US-Dienste neigen zudem dazu, die Postfächer nach vermarktbaren Daten zu durchleuchten. Potenziell könnten hier auch Dritte – etwa neugierige Regierungen – ein Auge auf den Mailverkehr werfen.
Mail aus der Schweiz statt aus den USA
Ein Gegenmodell liefert Proton mit seinem Dienst Proton Mail*: Der in der Schweiz gehostete und Schweizer Datenschutzrecht unterworfene E-Mail-Dienst ist vollständig Ende-zu-Ende verschlüsselt. Nicht einmal der Anbieter selbst kann in die Postfächer schauen. Zudem gibt es eine Reihe weiterer Sicherheitsvorkehrungen, etwa passwortgeschützte E-Mails, 2-Faktor-Authentifizierung und automatische Kontolöschung bei zwölfmonatiger Inaktivität.
Passwortgeschützte Nachrichten eignen sich für die sichere Kommunikation mit anderen E-Mail-Diensten.
(Bild: Screenshot)
Viele der Features sind bereits im kostenlosen Tarif enthalten, der auf 1 Gigabyte Speicherplatz und eine E-Mail-Adresse beschränkt ist. Volle Funktionalität, mehr E-Mail-Adressen und zusätzlichen Speicherplatz gibt es im regulären Abo ab 4,99 € pro Monat. Aktuell ist es für monatlich 2,99 € erhältlich. (27.03.2026)
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Anmeldung, Mail-Import und eigene Domain
Nach der Einrichtung der Mail-Adresse lassen sich vorhandene E-Mails über die „Easy Switch“-Funktion importieren. Dazu wählt man sich über Proton in das andere Postfach, etwa bei GMail, ein, um Mails, Kontakte und Termine nach Proton zu kopieren.
Falls vorhanden, lässt sich Proton Mail auch mit eigener Domain nutzen. So kann man etwa geschäftliche Mails von der eigenen Firmen-Adresse schicken und empfangen. Um die Funktion einzurichten, müssen Nutzer Zugriff auf die DNS-Einträge ihrer Domain haben, was aber in der Regel der Fall ist.
Übersichtliche Oberfläche und gute Schutzfunktionen
Die Oberfläche von Proton Mail ist sehr übersichtlich und erlaubt den schnellen Zugriff auf Ordner und Funktionen. Damit im Posteingang stets Ordnung herrscht, verfügt Proton Mail über einen leistungsstarken Spam-Schutz, der dennoch nicht vor Fehlern gefeit ist: Stellenweise wird Spam durchgelassen oder echte Mails werden in den Spamordner sortiert. Das kennt man so jedoch auch von anderen Mailprovidern. Nachsteuern kann man mit konfigurierbaren Filtern, die Mails automatisch anhand eigener Kriterien – etwa Absenderadressen oder Betreffzeilen – weiterleiten, kopieren, löschen oder verschieben.
Proton Mail besitzt einen praktischen Tracker-Schutz.
(Bild: Screenshot)
Im Test schützte Proton Mail zuverlässig vor Trackern, die dem Absender einer (Spam-)E-Mail verraten sollen, ob die Nachricht geöffnet und wo dort geklickt wurde. Auch sensible Daten wie die eigene IP-Adresse werden dann mitunter übermittelt. Zwar sind solche Tracker nicht immer bösartig – oft dienen sie etwa der Pflege eines legitimen Newsletter-Verteilers. Mit Proton bleibt man diesbezüglich aber auf der sicheren Seite.
Ein häufiges – und im Zweifel teures – Ärgernis können Phishing-Mails sein. Diese betrügerischen Nachrichten wollen Nutzer auf Webseiten locken, die das Ziel haben, vertrauliche Login- oder Bezahldaten abzufragen. Hier bietet Proton als Gegenmittel den sogenannten „PhishGuard“ an, der solche Mails selbstständig ausmisten soll.
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Bis zu 30 E-Mail-Aliase
Extrem praktisch ist die E-Mail-Alias-Funktion: Mit dieser können Nutzer je nach Tarif zwischen 10 und 30 unterschiedliche E-Mail-Adressen erstellen, die alle auf dasselbe Konto verweisen. Diese Aliase können jederzeit wieder gelöscht werden und eignen sich perfekt, um unerwünschte Nachrichten zu reduzieren: Wer sich etwa regelmäßig bei Newslettern oder Gewinnspielen anmeldet, sollte mit dieser Funktion seine Hauptadresse vor möglichem Spam schützen.
Aliasse schützen vor Spam und Missbrauch.
(Bild: Screenshot)
Proton Mail: So funktioniert die Verschlüsselung
Proton gibt ein starkes Verschlüsselungs-Versprechen: Nicht nur das Postfach selbst ist für den Anbieter uneinsehbar, sondern auch der ausgehende Mailverkehr wird so weit verschlüsselt, wie dies technisch möglich ist. So sind E-Mails an andere Proton-Mail-Adressen oder zwischen PGP-Kontakten immer besonders sicher Ende-zu-Ende verschlüsselt. Wenn die Mails aber an GMail, GMX oder andere externe Provider gesendet werden und der Empfänger keine PGP-Verschlüsselung nachgerüstet hat, ist eine derart sichere Verschlüsselung nicht möglich.
E-Mail-Verschlüsselung mit einem Trick – oder PGP
Um dieses Problem zu umgehen, ermöglicht Proton, unverschlüsselte E-Mails zu senden, die per Link auf verschlüsselte Inhalte zeigen. Das (frei zu vergebene) Entschlüsselungs-Passwort sollte man dem Empfänger dann auf einem anderen Kanal mitteilen. Ist das Passwort bekannt, kann der Empfänger die Mail direkt auf der Proton-Mail-Website lesen – und dort auch gleich antworten. Solche Nachrichten laufen automatisch nach 28 Tagen ab.
Per Passwort verschlüsselte Nachrichten laufen automatisch ab.
(Bild: Screenshot)
Praktisch: PGP ist bei Proton direkt an Bord und der Dienst erkennt selbstständig, ob eine Empfänger-Adresse die E-Mail-Verschlüsselung nutzen kann. Per Einstellung können herausgehende Mails auch so konfiguriert werden, dass sie direkt den öffentlichen Schlüssel mitschicken. Dadurch können Empfänger, die bereits PGP nutzen, vollständig verschlüsselten E-Mail-Verkehr aufbauen.
Leider ist PGP technisch recht aufwendig und weit davon entfernt, Standard im E-Mail-Verkehr zu sein, weshalb die wenigsten Empfänger davon Gebrauch machen dürften. Was im Umkehrschluss bedeutet: E-Mails, die das Proton-System verlassen, sind nur dann verschlüsselt, wenn sie entweder ein Passwort erhalten – oder der Empfänger PGP verwendet und den öffentlichen Schlüssel besitzt.
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Proton Bridge: Verschlüsselte Mails in der Client-Software
Damit die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Proton Mail auch mit Mail-Clients wie Outlook, Thunderbird oder Apple Mail funktionieren kann, müssen Nutzer eine kostenlose Bridge-Software installieren. Die installiert einen lokalen Mailserver, der seinerseits die Mails mit dem jeweiligen Client austauscht. Die Software gibt es für Linux, Mac und Windows, nach der Installation muss der Mailserver dann wie jeder andere Mailserver zum E-Mail-Client hinzugefügt werden. Das läuft erstaunlich gut, fügt aber eine zusätzliche Fehlerquelle hinzu, wodurch sich diese Lösung eher für fortgeschrittene User eignet.
Proton Mail Bridge setzt einen Mailserver lokal auf und verbindet Mailclients damit.
(Bild: Screenshot)
Für Mobilsysteme gibt es aufgrund von Systemsperren keine Möglichkeit, Proton via Mailserver mit der jeweiligen Mail-Software zu verbinden. Hier nutzt man stattdessen die Proton-App, die für Android, iOS und iPadOS erhältlich ist. Daneben ist auch eine App für Windows, Mac und Linux erhältlich, die im Grunde aber nur das Web-Interface spiegelt. Dennoch ist durch die Apps jederzeit Ende-zu-Ende-Kommunikation gewährleistet.
Die Proton-Mail-App bietet kaum Mehrwert zum Web-Interface. Dafür ist sie flott und leicht bedienbar.
(Bild: Screenshot)
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Fazit: Ein toller E-Mail-Service
Insgesamt macht Proton Mail* einen sehr guten Eindruck: Neben der starken, integrierten Verschlüsselung gefällt die Möglichkeit, passwortgeschützte Mails mit Ablaufdatum zu erstellen. Die E-Mail-Aliase helfen in den Bezahltarifen, sich vor unerwünschten Mails zu schützen. Die Option, den Dienst mit eigener Domain zu nutzen, macht ihn zu einer flexiblen Lösung, ein sicheres E-Mail-Konto etwa mit eigener Firmen-Adresse zu führen.
Schön: Bereits die Gratis-Version bietet Proton alle Kernfunktionen und ist damit eine sichere Alternative zu Microsoft Live, Apple Mail, GMX, Web.de und Co. Für die volle Funktionalität, eine sinnvolle Speicherausstattung und die nützlichen Extras sollte jedoch ein Bezahltarif gewählt werden.
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Redaktion & Aktualisierung: heise Download-Team
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