Sechs Kurbelradios fĂĽr den Notfall im Test

Katastrophen rücken auch in Deutschland wieder ins Blickfeld. Zur Vorsorge empfehlen Behörden Kurbelradios, die auch bei Stromausfall mit Infos versorgen.

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Inhaltsverzeichnis

Radio? Kennense noch? Das sind diese Geräte, mit denen ein Musik- oder Informationsprogramm empfangen wird, ohne dass man dafür Internet braucht. Den Analog-Rundfunk kann man zwar als technisch überholt belächeln, doch übers Radio können sich Betroffene auch dann noch informieren, wenn Überflutungen oder Stürme die Stromversorgung und den Mobilfunk zusammenbrechen lassen.

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Dass Katastrophen auch hierzulande geschehen können, mussten besonders im Jahr 2021 viele leidvoll erfahren. Wir haben uns daher eine Empfehlung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zu Herzen genommen: Es rät Bürgern ausdrücklich, batteriebetriebene oder Kurbelradios vorzuhalten. Wir haben sechs solcher Notfallradios getestet und einige Wochen lang im Einsatz gehabt.

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Solche Geräte bekommt man bei Amazon und anderen Versendern für 20 bis 50 Euro. Wir haben sieben bestellt, aber eins ist womöglich gegen einen Eisberg geprallt oder im Hafen von Shanghai hängengeblieben. Rechtzeitig angekommen sind die Modelle von Aozbz, Bewinner, Degen, Heitign, Renkforce und Ubeiyi. Alle von uns getesteten Geräte enthalten Gimmicks wie Leuchten, Sirenen oder Solarzellen (zum Aufladen des Akkus) oder eine Powerbank für USB-betriebene Geräte.

Mit Kurbeldrehungen lädt man das Radio auf, wenn der Akku leer ist. Ganz mühelos ist die Kurbelei aber nicht.

Erstaunlicherweise war die Unwetterwarnung das erste, was die Entdecker der Radiowellen sich mit Funkempfängern zunutze machen wollten. Dazu erfand beispielsweise Alexander Popow 1895 ein seltsames Gerät. Es empfing über einen metallenen Luftdraht, den er später Antenne nannte, weit entfernte elektrische Entladungen von Blitzen und konnte somit vor einem heranziehenden Gewitter warnen. Die Erfindung mündete in Radiogeräten, und dass sie vor potenziell gefährlichen Ereignissen warnen, ist auch heute noch so.

Funkwellen gehen seltsame Wege und verhalten sich je nach Frequenzbereich unterschiedlich. Während Ultrakurzwellen sich quasioptisch ausbreiten, kann man auf Lang-, Kurz- und Mittelwelle mitunter – aber eben nicht immer – weit entfernte Sender empfangen. In den vergangenen Jahren wurden die meisten leistungshungrigen Kurz-, Mittel- und Langwellenrundfunksender jedoch aus Kostengründen abgeschaltet, nur noch wenige Radiostationen senden noch auf diesen Bändern.

Gleichwohl enthalten viele Notfallradios noch Empfangsbereiche dafür. Die hochintegrierten und spottbilligen Schaltkreise ermöglichen das quasi nebenbei und UKW/MW/KW/LW klingt universeller als das schnöde UKW. Mehr als UKW braucht man hierzulande nicht.

Die meisten Notfallradios enthalten einen UKW- und einen Mittelwellenbereich, manche auch den hier nutzlosen NOAA-Warnfunk, in der oberen Skala mit WB benannt.

Ein Gerät im Test, das Ubeiyi-Kurbelradio, empfängt den sogenannten NOAA-Warnfunk. Das Kürzel NOAA steht für die US-Behörde National Oceanic and Atmospheric Administration. Sie strahlt über einen eigenen Funkbereich lokale Warnungen aus. In Europa ist dieser Frequenzbereich jedoch anderen Funkdiensten zugewiesen.

Wo FM draufstand, erstreckt sich der Empfangsbereich beim Modell von Bewinner von (hier nicht zugelassenen) 76 Megahertz (MHz) bis 108 MHz, obwohl 87,5 bis 108 MHz den hier genutzten Bereich ganz abdecken. Einen ähnlich nutzlosen "Mehrwert" gibt es bei den überstrichenen Frequenzbereichen auf der Mittelwelle, der bei den Geräten von Renkforce und Ubeiyi nutzloserweise bis 1710 Kilohertz (kHz) reicht. Mangels in Europa sendender Radiostationen brachten aber alle Radios im Test auf Mittelwelle sowieso nur norddeutsches Rauschen sowie das Knattern durch Nebenaussendungen elektrischer Geräte hervor.

Bedeutsamer, weil für die Handhabung wichtig, sind die Unterschiede in der Spreizung des Empfangsbereiches: Beim Ubeiyi-Kurbelradio überstreicht eine halbe Knopfumdrehung den gesamten Bereich, beim Bewinner RD232 drängt dieser sich gar auf einer Viertelumdrehung. Deshalb braucht man chirurgische Präzision, um einen bestimmten Sender einzustellen. Nur das Renkforce RF-CR-200 hat eine Digitalanzeige, mit der man Sender auf bekannten Frequenzen anfahren kann. Ein Suchlauf rastet darüber hinaus auf starken Sendern ein. Keines der Geräte hatte eine zuschaltbare Skalenbeleuchtung, was die Sendersuche bei Dunkelheit zum Blindflug macht.

Analoge Radios sind Stromsparwunder. Mit einem geladenen Akku laufen sie mehrere Tage lang, sofern man die Zusatzfunktionen nicht einschaltet. Ruckzuck leer sind die Geräte aber, wenn man sie als Powerbank benutzt. Selbst die Modelle mit den größten Akkus laden ein Smartphone nicht einmal bis zur Hälfte. Hinzu kommt, dass bei etlichen der getesteten Notfallradios unter höheren Stromentnahmen als rund 1 Ampere die Spannung zusammenbrach.

Wenn Sie das Radio dringend brauchen und der Akku leer ist, können Sie es mit der Kurbel aufladen. Das ist mühsam. Die Kurbeln sind recht schwergängig, der Dynamo surrt sehr laut und die Ladedauer ist lang. Rund eine Minute müssen Sie kurbeln, um fünf bis zehn Minuten Radio hören zu können. Das Renkforce-Gerät erwachte gar erst nach vier Minuten Kurbelei zum Leben. Generell gilt: Wenn der Akku vollkommen entleert ist, muss man länger kurbeln, um die Geräte über die Spannungsschwelle zu heben, die Radioempfang erlaubt.

Komfortabler ist das Aufladen mithilfe der in allen Geräten eingebauten Solarzellen. Die wenigen Quadratzentimeter reichen aber selbst bei praller Sonne gerade dazu aus, Radio zu hören und vielleicht noch ein wenig Energie für die Nachtstunden in den Akku zu puffern. Den Akku per Sonnenlicht vollzuladen, das haben wir im Testzeitraum im Mai des Jahres 2022 trotz schönstem Wetter nicht geschafft.

Ganz nutzlos sind die kleinen Panels aber nicht. Den bescheidenen Ladeeffekt kann man sich zunutze machen, indem man sein Notfallradio nicht in die dunkle Schublade legt, sondern an einen hellen Platz wie etwa eine Fensterbank und die Solarzellen zum Licht hin ausrichtet. Der so gewonnene Strom reicht allemal, um die ĂĽbliche schleichende Entladung zu kompensieren. Damit bleibt es jahrelang betriebsbereit.

Einige der Geräte haben zusätzlich zum meist fest eingebauten Lithium-Ionen-Akku ein Batteriefach für drei AA- oder AAA-Zellen. Mit einem Schalter kann man zwischen Akku und Einwegbatterien wechseln. Mit Einwegbatterien können Sie den Betrieb des Radios langfristig sicherstellen, denn austauschen müssen Sie diese nur etwa alle fünf Jahre.

Die Lithium-Ionen-Akkus sind oft fest eingebaut. Nur bei den Modellen von Degen und Renkforce lieĂź sich der Akku ohne Werkzeug tauschen.

Da alle getesteten Geräte einen 5-Volt-Ladeanschluss mit Mikro-USB-Buchse haben, können Sie sie darüber auch mit einer externen Powerbank aufladen. Diese gibt es typischerweise mit 5 bis 20 Amperestunden. Insgesamt ist mit Powerbanks, Einwegbatterien, Solarzelle und Kurbel ziemlich gut dafür gesorgt, dass das Radio immer Saft hat.

Ein Problem hat allerdings jedes Radio: Sobald seine Powerbank-Elektronik Strom an angeschlossene Geräte abgibt, verhagelt sie den Empfang. Die Elektronik erzeugt offenbar massive Störungen. Beim Modell von Degen regelt man deswegen über einen Schalter, ob das Gerät als Powerbank oder als Radio dienen soll. Bei anderen Modellen rauscht es vernehmlich, wenn die Powerbank im Hintergrund arbeitet, und schwache Sender verschwinden im Rauschen.

Was so ein richtiges Notfallradio sein will, muss natürlich auch noch diverse nützliche Notfallfunktionen anbieten: etwa eine Notfallsirene, eine Notfallleuchte oder ein Notfallleselicht. Derlei boten auch alle getesteten Geräte – wir vermissten nur ein Feuerzeug, einen Korkenzieher und einen integrierten Grill.

Ein Notfalllicht haben alle getesteten Radios, einige sogar zwei: eine flächige zum Lesen und einen Spot als Scheinwerferlein.

Scherz beiseite: Was man im Alltag als Spielzeug belächeln mag, kann im Falle des Falles sinnvoll sein. Die funzelig anmutenden LED-Leuchten können die Rettung sein, wenn man nachts bei Stromausfall in der Wohnung bestimmte Dinge finden muss, etwa den gepackten Notfallrucksack. Auch eine noch so quäkige Sirene kann sinnvoll sein, um sich in Notlagen bemerkbar zu machen, ohne sich die Seele aus dem Leib rufen zu müssen.

Der etwa handgroße Quader enthält ein nicht klappbares, zeigefingergroßes Solarmodul, eine LED-Leuchte sowie ein Empfangsteil für UKW und Mittelwelle. Der Empfangsbereich drängt sich auf nur einer halben Drehung des schwergängigen Abstimmrades, was die Sendereinstellung fummelig macht. Die unbeleuchtete Analogskala erschwert die Sendereinstellung im Dunkeln, auch weil das Radio recht trennscharf ist. Der Empfang geht angesichts der nur 30 Zentimeter langen Ausziehantenne in Ordnung. Der kleine Lautsprecher gibt Sprache gut wieder, für Musik taugt er nicht.

Die drei LEDs spenden gerichtetes Licht, eine flächige Leseleuchte hat das Radio nicht, ebensowenig eine Sirene. Ein fest eingebauter Lithium-Ionen-Akku versorgt es mit Strom, ausbauen lässt er sich nur mit Werkzeug und Lötkolben.

  • lange Akkulaufzeit
  • miserable Tonqualität
  • fest eingebauter Akku

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Beim minimalistischen Radio funktionierte die Powerbank nicht und lieferte keinen Strom. Sender sucht man mit einem klapprigen Drehknopf ohne Übersetzung, was Fingerspitzengefühl und Geduld erfordert. Der Abstimmbereich reicht viel zu weit von 76 bis 108 MHz.

Der interne Akku lädt via USB-Anschluss, Solarzellen oder Kurbel. Für eine Minute Kurbeln kann man ungefähr 15 Minuten lang Radio hören.

Die Tonqualität des eingebauten Lautsprechers ist miserabel. Das ist kein Wunder, denn er ist noch kleiner als die ohnehin schon kleine Abdeckung im Gehäuse vermuten ließe. Offenbar hat der Hersteller nicht nur am Lautsprecher gespart, sondern auch am Verstärker: Auch mit hochwertigen Kopfhörern bleibt der Sound sehr dünn.

  • separates Fach fĂĽr Einwegbatterien
  • Powerbank im Test ohne Funktion
  • miserable Tonqualität

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Das Degen DE13 ist kompakt gebaut und liegt gut in der Hand. Die Frequenzeinstellung geschieht klassisch über ein Rändelrädchen mit Übersetzung, was eine recht feine Abstimmung erlaubt. Der Empfang überstreicht nicht nur das UKW- und Mittelwellenband, sondern auch Kurzwelle, wo uns auf 15 und 17 MHz der Empfang weit entfernter Stationen in verhältnismäßig guter Qualität gelang.

Das Gerät patzte als Powerbank: Der kleine, ohne Werkzeug entnehmbare Akku mit nur 320 mAh wurde beim Laden mit Strömen von 500 mA und mehr offenbar überlastet. Wir brachen den Test ab, als wir feststellten, dass der Akku bei einem Ladestrom von 1 Ampere und mehr zu überhitzen drohte. Für den Betrieb als Radio und Taschenlampe ist das Gerät allerdings gut zu gebrauchen und überzeugte durch die beste Tonqualität im Test.

  • gute Tonqualität
  • ordentlicher Kurzwellenempfang
  • schlechte Powerbank-Funktion

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Das Kurbelradio ist etwa handgroß und läuft außer mit einem eingebauten Akku (18650) auch mit drei AA-Zellen, die allerdings nicht geladen werden und zugeschaltet werden müssen. Auf der Oberseite thront ein klappbares Solarmodul, das auf seiner Unterseite eine Leseleuchte enthält.

Das Radio hat zwei Einschalter: Schiebt man den auf der linken Seite nach oben, leuchtet die LED-Taschenlampe, zieht man ihn nach unten, brĂĽllt eine Sirene los. Wer danach noch nicht taub ist, schaltet mit dem Schiebeschalter rechts das Radio ein. Da der Abstimmknopf mit einer halben Umdrehung die Frequenzbereiche ĂĽberstreicht, muss man ihn mit zarter Hand verstellen.

Der UKW-Empfang gefällt wegen der längeren Antenne gut, der Klang wegen der Zwergenlautsprecher erwartbar dünn, aber für Gesprochenes ausreichend.

  • separates Fach fĂĽr Einwegbatterien
  • Alarm zu leicht auslösbar
  • Akku fest eingebaut

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Das Renkforce-Radio hat keine Drehknöpfe, sondern nur Drucktaster. Das einzige, was man bei diesem Gerät dreht, ist die etwas schwergängige Kurbel zum Stromerzeugen. War der Akku tiefentladen, mussten wir das ganze vier Minuten tun, bevor das Radio einen Muckser von sich gab. Es ist das einzige im Testfeld mit Uhr und einem Sendersuchlauf, der bei Sendern mit starkem Signal automatisch einrastet. Ungünstig ist, dass das Radio bei versehentlich längerem Druck auf einen Taster mit lautem Alarmton losbrüllt. Besonders beim Transport kann das schnell passieren, wenn man den Taster für die Tastenverriegelung nicht drückt.

Der Empfang war auf UKW okay, auch wenn das Radio nicht besonders empfangsempfindlich ist. Der winzige Lautsprecher klingt arg dosig und ist kein Ohrenschmaus.

  • Uhrzeitanzeige
  • schwergängige Kurbel
  • Alarm zu leicht auslösbar

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Das Ubeiyi-Radio empfängt auch den in Europa nicht genutzten NOAA-Bereich und ist wie die meisten Notfallradios auch unter anderen Namen erhältlich, aber dann teils ohne NOAA-Warnfunk. Der UKW-Empfang ist passabel, auf Mittelwelle war dagegen nicht viel zu holen. Überraschend gut gefiel angesichts des kleinen Lautsprechers der Klang.

Als Powerbank eignet sich der eingebaute Akku weniger, da sich hieraus nur rund 700 Milliamperestunden entnehmen lassen. Mit dem langen Arm der Kurbel lässt sich relativ leicht Strom nachtanken. Das klappbare Solarmodul eignet sich zumindest für die Erhaltungsladung des eingebauten Akkus. Weniger gefallen hat uns, dass sich der gesamte Empfangsbereich auf nur einer halben Umdrehung des Frequenzwahlknopfes drängt, also sehr spitze Finger beim Sendersuchen nötig sind.

  • ordentliche Tonqualität
  • fummelige Sendersuche
  • Alarm zu leicht auslösbar

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Beim Besorgen der Testgeräte kam AliExpress-Gefühl auf: Zig Modelle, viele sehen gleich aus. Beim Versandriesen Amazon gab es viele Kurbelradios aus chinesischer Fertigung mit gleicher Optik und wenig etablierten Markennamen. Erst bei näherem Blick auf die Spezifikationen offenbaren sich Unterschiede: Ein Modell der Marke Zovcal (27 Euro) enthielt beispielsweise den im vorigen Abschnitt erwähnten NOAA-Empfangsbereich, das gleich aussehende Radio unter dem Handelsnamen Solarbaby (30 Euro) jedoch nicht.

Insgesamt raten wir: Alle getesteten Geräte erfüllen ihren Zweck als Notfallradio. Wenn Sie Wert auf eine etwas bessere Klangqualität und einen ordentlichen Empfang auch auf Kurzwelle legen, greifen Sie zum Modell Degen DE13 (41,58 Euro). Ansonsten gilt: Das Billigste ist gut genug.

Kurbelradios fĂĽr den Notfall
Hersteller AOZBZ Bewinner Degen HEITIGN Renkforce UBEIYI
Gerätebezeichnung Kurbelradio RD232 DE13 Kurbelradio RF-CR-200 Kurbelradio
Stromversorgung
eingebauter Akku (Kapazität), ohne Werkzeug entnehmbar ✓ (1,2 Ah), – ✓ (350 mAh), – ✓ (320 mAh), ✓ ✓ (2 Ah), – ✓ (2 Ah), ✓ ✓ (1,2 Ah), –
Fach für Einwegbatterien (Baugröße) – 3 × AAA 3 × AAA 3 × AA – –
Aufladefunktion
Solarzellen âś“ âś“ âś“ âś“ âś“ âś“
Kurbeldynamo âś“ âś“ âś“ âś“ âś“ âś“
USB-Ladebuchse (Format) âś“ (Mikro) âś“ (Mikro) âś“ (Mikro) âś“ (Mikro) âś“ (Mikro) âś“ (Mikro)
Rundfunkempfang
UKW, FM / DAB+ ✓ (87–108 MHz) / – ✓ (76–108 MHz) / – ✓ (87–108 MHz) / – ✓ (87–108 MHz) / – ✓ (87–108 MHz) / – ✓ (87–108 MHz)
MW (AM) ✓ ✓ ✓ ✓ (520–1620 kHz) ✓ (522–1710 kHz) ✓ (520–1710 kHz)
LW (AM) – – – – – –
Kurzwelle (AM, Frequenzbereiche) – – ✓ (5900–9500, 9500–18000 kHz) – ✓ (3000–18000 kHz) –
NOAA-Notfallkanäle1 – – – – – ✓ (162,4–162,55 MHz)
Powerbank-Funktionen
aufgenommene Strommenge beim Laden 1,2 Ah 0,65 Ah 0,6 Ah 2,3 Ah 1,9 Ah 1,3 Ah
abgegebene Strommenge beim Powerbank-Betrieb 0,7 Ah ohne Funktion nicht messbar3 0,74 Ah2 0.9 Ah 0,7 Ah
Sonstige Ausstattung
externe Antenne Ausziehantenne, 30 cm Ausziehantenne, 35 cm Ausziehantenne, 30 cm Ausziehantenne, 44 cm Ausziehantenne, 25 cm Ausziehantenne, 24 cm
Kopfhöreranschluss – Klinke Klinke Klinke Klinke Klinke
Lichtquelle(n) Taschenlampe Taschenlampe Taschenlampe Taschenlampe, Flächenleuchte Taschenlampe Taschenlampe, Flächenleuchte
Notfallsirene – – ✓ ✓ ✓ ✓
Ladekontrollleuchte âś“ âś“ âś“ âś“ âś“ âś“
Abstimmanzeige ✓ ✓ – ✓ ✓ ✓ (analog)
mitgeliefertes Zubehör Mikro-USB-Kabel, Trageschlaufe Mikro-USB-Kabel, Trageschlaufe Mikro-USB-Kabel, Trageschlaufe Mikro-USB-Kabel, Trageschlaufe Mikro-USB-Kabel, Karabiner, Trageschlaufe Trageschlaufe
Gewicht inkl. mitgeliefertem Akku 212 g 215 g 232 g 344 g 208 g 302 g
Größe (B × H × L) 131 mm × 61 mm × 49 mm 149 mm × 70 mm × 50 mm 130 mm × 64 mm × 47 mm 155 mm × 94 mm × 42 mm 120 mm × 86 mm × 43 mm 145 mm × 76 mm × 50 mm
Schutzart lt. Hersteller IPX 3 – – – – IPX 3
Bewertung
Tonqualität ㊀ ㊀ ◯ ㊀ ㊀ ◯
Sprachverständlichkeit ◯ ㊀ ㊉ ◯ ◯ ◯
Empfangsqualität (UKW / andere Bänder) ◯ / ◯ ㊀ / ◯ ㊉ / ㊉ ◯ / ㊀ ㊀ / ◯ ◯ / ㊀
Powerbankfunktion ㊉ ㊀㊀ ㊀㊀ ㊀ ◯ ㊀
Bedienung ◯ ◯ ◯ ◯ ㊀
Helligkeit der Lichtquellen ◯ ◯ ㊀ ◯ ◯ ㊉
Preis inkl. Versand 29,99 € 40,99 € 41,58 € 43,99 € 41,96 € 35,99 €
1 in Deutschland nicht nutzbar, nur in USA 2 gemessen bei 2 A, bei geringerer Abnahme bis zu 1,3 Ah nutzbare Kapazität 3 Geräteakku überhitzte bei Ladevorgang, Messung aus Sicherheitsgründen abgebrochen ✓ vorhanden – nicht vorhanden ㊉㊉ sehr gut ㊉ gut ◯ befriedigend ㊀ schlecht ㊀㊀ sehr schlecht

(uma)