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Google Stadia angetestet: Funktioniert erstaunlich gut

| Jan-Keno Janssen

Kurz vor dem Start konnten wir Googles Cloud-Gaming-Dienst Stadia an Smartphone, TV und Notebook probespielen – und waren positiv ĂŒberrascht.

Im Vorfeld des Stadia-Starts gab es Kritik wegen fehlender Funktionen – doch trotz der etwas ĂŒberstĂŒrzt wirkenden Premiere liefert Googles Cloud-Gaming-Dienst bei seinen Grundfunktionen zuverlĂ€ssig ab: "Funktioniert erstaulich gut" lautet das erste c't-Fazit nach einem ausfĂŒhrlichen Probelauf im Hamburger Google-BĂŒro. Der Dienst startet offziell am morgigen Dienstag um 18 Uhr in 14 LĂ€ndern, darunter auch in Deutschland. Zurzeit können Stadia nur Vorbesteller der "Founders Edition" nutzen, die einen Aktivierungscode erhalten haben.

Stadia ermöglicht das Spielen auch auf leistungsschwachen Computern oder TV-GerĂ€ten: Die Spiele laufen nĂ€mlich nicht auf lokaler Hardware, sondern in einem Google-Rechenzentrum – die Controllereingaben werden an den Server geschickt, der dann einen Videostream zurĂŒck sendet.

jkj / c't

FĂŒrs Spielen mit dem Smartphone kann man eine beliebige Controller-Klemme verwenden, Google verkauft aber auch eine eigene.

(Bild: c't magazin / jkj)

c‘t konnte den Streaming-Service auf drei unterschiedlichen GerĂ€ten ausprobieren, alle waren ĂŒber WLAN mit dem Netz verbunden: Ein Android-Smartphone (Pixel 3a), ein 55-Zoll-4K-Fernseher mit HDR sowie ein Notebook, bei dem Stadia im (Chrome-)Browser lief. Das WLAN wurde von einem im gleichen Raum befindlichen Google-Wifi-Router der ersten Generation aufgespannt.

Angespielt haben wir drei der 22 Launch-Titel: Mortal Kombat 11, Destiny 2 und das Stadia-exklusive Schleich-Niedlich-Horrorspiel Gylt. Beeindruckend: Wir konnten zu jedem Zeitpunkt von GerÀt zu GerÀt umschalten, der Wechsel dauerte nur wenige Sekunden.

Auf allen GerĂ€ten war die BildqualitĂ€t zu jeder Zeit einwandfrei, Kompressionsartefakte fielen nicht auf – ob man das Bild mit bloßem Auge von einer lokal laufenden Variante unterscheiden kann, wird c't in einem ausfĂŒhrlichen Test klĂ€ren. Zum Start beherrscht Stadia 4K-Auflösung und HDR ausschließlich ĂŒber Chromecast Ultra angebundene Displays.

An Smartphone und im Chrome-Browser gibt es erstmal nur 1080p-Auflösung. Außerdem muss man hier den Stadia-Controller per USB-Kabel anschließen, drahtlos lĂ€sst sich der Controller zurzeit ebenfalls nur mit Chromecast Ultra nutzen. In Chrome oder am Smartphone lassen sich beliebige (verkabelte) Controller verwenden, außerdem kann man in Chrome auch nur Maus, Touchpad oder Tastatur verwenden.

Verzögerungen machten sich nicht störend bemerkbar: Sowohl Mortal Kombat 11, Gylt als auch Destiny waren problemlos spielbar. Das Abfeuern der Waffe bei Destiny 2 wirkte komplett verzögerungsfrei, lediglich bei schnellen SeitwĂ€rtsbewegungen war uns, als wĂŒrden wir eine ganz leichte Verzögerung wahrnehmen – fĂŒr den c't-Test sind Latenzmessungen mit einer Hochgeschwindigkeitskamera geplant.

Stadia lÀuft auch auf alterschwachen Notebooks.

Stadia lÀuft auf Wunsch auch im Browser.

(Bild: c't magazin / jkj)

Der Stadia-Controller liegt gut in der Hand. Er ist mit 268 Gramm etwas schwerer als der PS4-Controller und etwas leichter als das Xbox-One-Modell. Neben den Standardknöpfen und -sticks (vier Feuerknöpfe, ein Steuerkreuz, zwei Analogsticks, zwei Optionen-Buttons und vier Schultertasten) gibt es drei zusĂ€tzliche Bedienknöpfe: Mit dem Stadia-Button beendet man das laufende Spiel und kehrt ins HauptmenĂŒ zurĂŒck, der Google-Assistant-Knopf aktiviert das Mikrofon und mit dem Capture-Button macht man Screenshots und Videos, die anschließend in der Stadia-Mobil-App auftauchen.

Der Controller funkt mit WLAN (Dual-Band, 802.11 a/b/g/n/ac) und Bluetooth 4.2. Die USB-C-Buchse dient zum Aufladen des internen Akkus sowie zum verkabelten Spielen. Außerdem gibt es eine 3,5mm-Kopfhörerbuchse. Der Controller kostet einzeln 69 Euro und ist in den Farben Schwarz, Weiß und Wasabi erhĂ€ltlich.

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FĂŒr die Einrichtung des Streamingdienstes benötigt man die Stadia-App fĂŒr Android- und iOS-MobilgerĂ€te. Zu Anfang kann man auch nur hier Spiele kaufen. Ist der Account jedoch einmal eingerichtet, lĂ€sst sich Stadia auch ohne MobilgerĂ€t verwenden. Schaltet man den Controller an, schaltet sich beispielsweise der Chromecast automatisch in den Stadia-Modus.

Wer Stadia ausprobieren will, muss zurzeit noch die "Premiere Edition" fĂŒr 129 Euro im Play Store bestellen. Sie beinhaltet einen Stadia-Controller, einen Chromecast Ultra und ein dreimonatiges Stadia-Pro-Abo. Danach kostet das Abo 10 Euro im Monat. Den zurzeit fĂŒr den Start benötigten Aktivierungscode verschickt Google per Mail, sobald das Paket auf dem Weg zum Kunden ist.

Das kostenlose "Stadia Base" will Google erst im nĂ€chsten Jahr anbieten. Damit ist Streaming mit 1080p60-Auflösung und Stereoton möglich [2]. Zusatzhardware wird dafĂŒr nicht benötigt, wenn man lediglich auf dem MobilgerĂ€t oder im Desktop-Browser spielen will.

FĂŒr 4K, HDR und 5.1-Sound braucht man ein Stadia-Pro-Abo. Außerdem sind im Pro-Abo kostenlose Spiele inkludiert. Zurzeit gibt es mit Destiny 2 lediglich ein Gratis-Spiel fĂŒr Pro-Abonnenten, kĂŒnftig sollen aber mehrere dazukommen – wahrscheinlich in monatlicher Frequenz. (jkj [3])


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[3] mailto:jkj@ct.de