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G-haltvoll: Canon PowerShot G12 im Test 0 Kommentare

Robert Seetzen

Canons PowerShot-G-Serie steht seit zehn Jahren für SLR-ähnlichen Funktionsumfang im Gehäuse einer Kompaktkamera. Das jüngste Modell setzt bewährte Traditionen fort, zeigt in modernen Disziplinen aber auch Schwächen.

Kräftige Statur: Die G12 passt in Mantel-, nicht aber in Hosentaschen

Kräftige Statur: Die G12 passt in Mantel-, nicht aber in Hosentaschen

Bereits die erste von nunmehr zehn PowerShot-G-Kameras brachte einen dreh- und schwenkbaren Monitor, Anschluss für externe E-TTL-Blitze und umfangreiche Belichtungsoptionen mit – Merkmale also, die auch an der G12 auf Anhieb auffallen. Auflösung, Rauschverhalten und ISO-Spektrum der aktuellen PowerShot-Generation haben mit den Leistungen der G-Pioniere allerdings kaum noch etwas gemein.

Typ, Auflösung: CCD, 10 Megapixel
Abmessungen: 1/1,7 Zoll, Fläche ca. 43 mm²
Empfindlichkeit (ISO): Auto, 80 - 3.200, bei 2,5 MP bis 12.800
Sensor-Stabilisierung: nein

Bildsensoren des Typs 1/1,7 Zoll bieten zwar nur etwa fünf Prozent der Fläche eines Kleinbildnegativs, aber fast doppelt so viel wie die bei Kompaktkameras üblichen 1/2,5"-Typen. Dabei liefert die PowerShot G12 eine fast ebenso hohe Auflösung wie die 2002 von Canon vorgestellte Vollformat-SLR EOS 1Ds. Das seinerzeit gut 10.000 Euro teure Flaggschiff war, ganz im Sinn höchster Bildqualität, auf eine maximale Empfindlichkeit von ISO 1250 limitiert. Die im Internet für rund 500 Euro erhältliche PowerShot G12 soll trotz ihres vergleichsweise winzigen Sensors sogar bei ISO 3.200 noch passable Resultate abliefern: Deutlicher lassen sich die gewaltigen Fortschritte der Bildwandler-Technik kaum formulieren, auch wenn die Rauscharmut der G12 natürlich nicht an die des 1Ds-Vollformat-Sensos heranreicht.

Homogene Flächen, feine Details, äußerst geringe Rauschanteile bei ISO-Minimaleinstellung. Im Modus "Wenig Licht" nur 2,5 Megapixel, bis ISO 8000 eine akzeptable Notlösung

Homogene Flächen, feine Details, äußerst geringe Rauschanteile bei ISO-Minimaleinstellung. Im Modus "Wenig Licht" nur 2,5 Megapixel, bis ISO 8000 eine akzeptable Notlösung

Ein Blick auf die ISO-Testreihe zeigt, dass Wunsch und Wirklichkeit keineswegs auseinander klaffen. Bei ISO 100 und 200 wirken Flächen bemerkenswert homogen, vergleichbare Resultate kannte man bis vor kurzem am ehesten von Sensoren der Four-Thirds- und APS-C-Klasse. Sogar ISO 400 kommt trotz erkennbar tätiger Entrauschung noch für den dauerhaften Einsatz in Frage. Mit ISO 800 aufgenommene Fotos lassen zwar bereits ernstere Texturverluste erkennen, der weiterhin geringe Anteil sichtbaren Bildrauschens erlaubt dennoch ansprechende Druckausgaben bis DIN A4. Im Betrieb mit ISO 1600 nimmt der Texturverlust bei weiterhin geringen Rauschanteilen deutlich zu, für HDTV-Präsentationen genügen solche Bilder dennoch. Die höchste manuell einstellbare Empfindlichkeit beträgt ISO 3200, hier dürften die Zeichnungsverluste bei großformatiger HDTV-Wiedergabe auch ungeschulten Betrachtern auffallen.

Noch höhere, allerdings ausschließlich automatisch gewählte Empfindlichkeitsstufen hält der Betriebsmodus "Wenig Licht" bereit. Bei einer auf 2,5 Megapixel reduzierten Auflösung schaltet die G12 hier auf Empfindlichkeiten von maximal ISO 12.800. Fünfstellige ISO-Werte gehen allerdings mit massiven Zeichnungsverlusten einher, ISO 12.800 liefert lediglich passabel erkennbare Skizzen des Motivs. Einstellungen im Bereich von ISO 8000 wiederum bieten eine zumindest akzeptable Notfalloption für kleinformatige Drucke oder die Monitor- und Fernsehwiedergabe.

Bauweise: fest montiertes, motorbetriebenes 5-fach-Zoom
Brennweite: 6,1 – 30,5 mm (äquiv. Kleinbild: 28 – 140 mm)
Horizontaler Bildwinkel: ca. 63° - 10°
Blendenöffnung: f/2,8 - f/4,5
Fokussierung: kontrastgesteuerter Autofokus, manuell
Optische Stabilisierung: ja

Dem Brennweitenspektrum klassischer Superzooms hinkt die PowerShot G12 ein Stück hinterher. Ihr Fünffachzoom bietet mit einer Brennweite von 28-140 mm (äquiv. KB) dennoch genügend Flexibilität für gängige Aufgabenstellungen. Der wenig griffige, als Ring um den Auslöser montierte Zoomhebel steuert die Brennweite in lediglich zwölf Schritten. Nach dem Loslassen des Zoomhebels fällt zudem häufiges Nachlaufen auf. Ein Vorbild mit besser geglückter Zoomsteuerung findet Canon im eigenen Haus: Das Zehnfach-Zoom der vor kurzem in Heise Foto vorgestellten Ixus 1000 HS wird mit zwei Zoomgeschwindigkeiten und in 80 Schritten gesteuert.

Das AF-System der G12 lässt weniger Raum für Kritik. Auch in maximaler Telestellung bei schwacher Beleuchtung ist die Fokussierung fast immer in deutlich weniger als einer Sekunde erledigt. Unter Tageslichtbedingungen liegt die Fokussierzeit nach subjektivem Eindruck nur geringfügig über den Leistungen einer Mittelklasse-SLR mit Phasen-Autofokus. Manuelles Fokussieren unterstützt die G12 mit einer automatisch eingeblendeten Fokuslupe, die Steuerung übernimmt ein um den rückseitigen Vierwegetaster platziertes Drehrad.

Die minimale Nahgrenze erreicht die G12 bei maximalem Weitwinkel und nur mit starken, tonnenförmigen Verzeichnungen

Die minimale Nahgrenze erreicht die G12 bei maximalem Weitwinkel und nur mit starken, tonnenförmigen Verzeichnungen

Makroaufnahmen fertigt die PowerShot in maximaler Weitwinkelstellung ab 1 cm Motivdistanz an. Die geringste Motivdiagonale beträgt in maximaler Weitwinkelstellung rund 40 mm, hier treten allerdings erhebliche tonnenförmigen Verzeichnungen ins Bild. Verzeichnungsarme Aufnahmen mit einer Motivdiagonale von etwa 70 mm gelingen beispielsweise mit einer Brennweite von 15 mm (äquiv. 70mm KB) und einem Motivabstand von rund 9 cm.

Testfotos zur Leistung des optischen Bildstabilisators zeigen fast durchgängig eine Wirksamkeit von etwa drei bis vier Lichtwerten. In maximaler Weitwinkelstellung aufgenommene Bilder profitieren dabei etwas weniger von der Stabilisierung als Bilder mit langen Brennweiten. Aufnahmen mit einer KB-Brennweite von 140 Millimetern zeigen auch bei Belichtungszeiten von nur 1/10 Sekunde keine Verwacklungsunschärfen. Für Makroaufnahmen verspricht Canon besonders gute Stabilisierungsresultate durch die zusätzliche Kompensation von Seitwärtsbewegungen. Im Test brachte die Stabilisierung bei Nahaufnahmen allerdings nur einen Gewinn von bis zu zwei LW.

Sucher: optisch
Display: 2,8 Zoll (7 cm), 461.000 Subpixel (Halb-VGA), dreh- und schwenkbar

Das dreh- und schwenkbare Display der G12 schafft Raum für ungewohnte Sichtweisen und kreative Experimente, bei Schnappschüssen ebenso wie beispielsweise in der Architekturfotografie und Makroaufnahmen. Wer sich einmal an die Arbeit mit einem so flexibel nutzbaren Display gewöhnt hat, empfindet fest montierte Monitore womöglich bald nur noch als Notlösung. Schwenkmechanik und Monitorgehäuse schlagen sich allerdings in zusätzlicher Bautiefe des Kameragehäuses nieder.

Der um 180° dreh- und um 270° schwenkbare Monitor erweitert den fotografischen Spielraum drastisch

Der um 180° dreh- und um 270° schwenkbare Monitor erweitert den fotografischen Spielraum drastisch

Mit einem Betrachtungswinkel von mehr als 150° darf der G12-Monitor in vielen Situationen auch eingeklappt bleiben, die Erkennbarkeit der Bildschirminhalte kann bei stark seitlichem Aufblick allerdings erheblich unter Spiegelungen heller Lichtquellen leiden. Die Detailwiedergabe des Monitors erlaubt zuverlässige Schärfebeurteilungen sowohl vor als auch nach der Bildaufnahme. Den sehr kleinen, optischen Sucher dürften die meisten Fotografen nur als Notlösung bei besonders schwierigen Lichtbedingungen einsetzen.

Größe: 112 x 76 x 48 mm
Gewicht: 401 g inkl. Akku & Speicherkarte
Akku: Lithium-Ionen-Akku NB7-L, 1050 mAh, ca. 55 €
Wasser- und Staubschutz: kein Wasser- und Staubschutz

Mit einer Bautiefe von knapp fünf Zentimetern lässt sich die PowerShot G12 noch recht bequem in der Tasche eines Mantels oder einer Jacke transportieren, nicht aber in Hosen- oder gar Hemdtaschen. Mit Blick auf das relativ hohe Gewicht der Kamera wären griffigere Gummiarmierungen vorteilhaft, bei hohen Temperaturen finden verschwitzte Finger vermutlich nicht immer optimalen Halt.

Für ISO-Einstellung und Belichtungskorrektur bietet die G12 jeweils ein eigenes Wahlrad

Für ISO-Einstellung und Belichtungskorrektur bietet die G12 jeweils ein eigenes Wahlrad

Die Ergonomie der PowerShot verdient dennoch insgesamt gute Noten. Für Belichtungskorrekturen steht ein eigenes Drehrad zur Verfügung, ebenso für die Einstellung des ISO-Werts. Einstellungen für Makro, Blitz und die manuelle Fokussierung sind über den auch zur Menüsteuerung genutzten Vierwegetaster erreichbar. Weitere oft benötigte Einstellungen, etwa für den Weißabgleich oder die Blitzleistungskorrektur hält die G12 in einem übersichtlichen Schnellmenü bereit. Alle für die Bildaufnahme relevanten, aktuellen Einstellungen der Kamera können zudem in zwei über das obere Hauptwahlrad erreichbaren Speicherplätzen abgelegt werden.

Steuerungsmodi: Programm-, Zeit-, Blendenautomatik, Manuell, Motiv-Programme, Motiv-Automatik
Weißabgleichs-Modi: Automatisch, Kalibrierung, Feinjustage
Blitzfunktionen: An, Aus, Automatische Zuschaltung, Langzeit-Synchr., 2. Vorh., manuell (1/4-1/1), Zubehörschuh f. E-TTL-Systemblitzgeräte

Die Belichtungssteuerung der PowerShot G12 erfolgt vollautomatisch, mit Szenenprogrammen, über eine Programm-, Zeit- und Blendenautomatik oder vollständig manuell. Verschiebungen der Zeit- / Blendenkombination in der Programmautomatik ("Program Shift") sind nach Drücken der "AE Lock"-Taste möglich. Die Vollautomatik wählt passende Szenenprogramme überwiegend treffsicher, auch eine von Laienhand genutzte G12 liefert insgesamt ausgewogen belichtete Aufnahmen ab. Zu den guten Resultaten trägt der unter Alltagsbedingungen meist verlässliche Weißabgleich bei, unter Mischlicht und besonders rotlastigem Kunstlicht liefert die G12 allerdings auch nennenswert farbstichige Bilder ab. Für manuelle Einstellungen des Weißabgleichs gibt es neben Standardvorgaben wie Kunst- oder Tageslicht zwei Kalbrierungs-Speicherplätze und eine Feinanstimmung. Nutzern eines Tauchgehäuses steht außerdem eine Weißabgleichs-Vorgabe für Unterwasseraufnahmen zur Verfügung.

Fotos besonders kontrastreicher Szenen nimmt die G12 optional mit einer zweistufigen Schattenaufhellung auf, einen echten HDR-Modus bietet die PowerShot hingegen nicht. Die Blitzleistung kann um ±2 LW angepasst werden, ein Blitzschuh bietet Anschluss für E-TTL-konforme Systemblitzgeräte. Wo die Lichtverhältnisse eher zu viel als zu wenig Beleuchtung bieten, sorgt ein zuschaltbarer ND-Filter für größere Freiheit bei der Blendenwahl. Das Spektrum nutzbarer Blendenwerte fällt allerdings klassentypisch eher schmal aus. Als kleinste Blende steht f/8,0 zur Wahl, größere Werte wären mit zu starken, beugungsbedingten Schärfeverlusten verbunden. Verschlusszeiten dürfen sich, je nach Betriebsmodus zwischen 15 Sekunden und 1/4.000 Sekunde bewegen.

Seitenverhältnisse, Auflösungen: 4:3 (max. 10 MP), 3:2 (8,8 MP) 16:9 (7,2 MP), 1:1 (7,5 MP), 4:5 (5,9 MP); alle jeweils in vier Auflösungen
Kompressionsstufen: Fine: ca. 2,9 MB (1:10), Normal: ca. 1,4 MB (1:22), RAW
Serienbilder: 2 Bilder/s (einmaliger AF), ca. 0,7 Bilder/s (fortlaufender AF)

Mit ihrer großen Auswahl verschiedener Seitenverhältnisse macht die G12 manch späteren Bildzuschnitt auf dem PC unnötig. Bei simultaner Aufzeichnung von JPEG und RAW kann später statt des beispielsweise auf 16:9 zugeschnittenen JPEGs auch das mit allen Bilddaten versehene "4:3"-Original genutzt werden. Die JPEG-Kompression erzeugt im Modus "Normal" akzeptable, bei 1:1-Vergrößerung aber gut sichtbare Artefakte. Der rund doppelt so platzintensive Modus "Fine" hinterlässt bei gleicher Darstellung auch für geübte Augen keine sichtbaren Bildstörungen.

Serienbilder fertigt die G12 bestenfalls mit 2 Bildern pro Sekunde an. Soll vor jeder Aufnahme scharf gestellt werden, sinkt die Geschwindigkeit auf rund 0,7 Bilder/s. Einen Serienbild-Modus reduzierter Auflösung, aber höherer Geschwindigkeit gibt es nicht. Sind Empfindlichkeiten von ISO 800 oder darüber ausgewählt, fällt die Serienbildaufnahme auch ohne fortlaufenden AF auf rund 0,8 Bilder/s zurück. Grund dürfte eine nach jeder Aufnahme durchgeführte Rauschminderung sein. Eine Option, dies zu deaktivieren, war weder in den Kameramenüs noch im PDF-Handbuch zu finden.

Auflösungen, Bildraten: 1280 × 720 (24 B/s), 640 x 480 (30 B/s), 320 x 240 (30 B/s)
Container, Codec: MOV (Quicktime), H.264
Ton: Linear PCM, Stereo

Die Videoleistungen der PowerShot G12 fallen schwächer aus, als es die technischen Daten vermuten lassen. Zwar zeichnet die G12 Filme mit HD-Auflösung, Stereoton und in durchaus ordentlicher Bildqualität auf. Zoom und Autofokus bleiben während der Aufnahme aber inaktiv. Einzig den Weißabgleich und die Belichtung regelt die Kamera nötigenfalls nach, beides immerhin treffsicher und ohne harte Sprünge. Eine zumindest optionale Freischaltung des Zoom- bzw. AF-Motors wäre dennoch wünschenswert, ebenso eine Anschlussbuchse für externe Mikrofone.

Gespeicherte Bilder bearbeitet die PowerShot auf Wunsch mit einer dreistufigen, vor allem in Schattenbereichen wirksamen Kontrastoptimierung, einer Korrektur roter Blitzaugen, einigen Farbveränderungen und einer Zuschnittsfunktion. Videoclips können zugeschnitten und wahlweise als neue Datei gespeichert werden.

Speichermedium: Extern: SD, SDHC, SDXC; Intern: n.v.
GPS: kein GPS
WLAN: kein WLAN
USB, A/V, HDM: USB (mini-b, Kabel mitgeliefert), Composite (via USB-Stecker, Kabel mitgel.), HDMI-mini (Kabel n. mitgel.)

Kontakt zur digitalen Umwelt nimmt die PowerShot ausschließlich per Kabel auf. Weder GPS noch WLAN oder gar der Multimedia-Heimnetzstandard DLNA sind mit an Bord. An neueren Standards unterstützt Canon in der G12 einzig die wegen ihres patentgeschützten Dateiformats problematischen SDXC-Karten sowie die in modernem AV-Equipment allgegenwärtige HDMI-Schnittstelle. Ein passendes Kabel legt Canon der Kamera allerdings ebenso wenig bei wie das Gros anderer Hersteller.

Als Pendant zur PowerShot G12 führt Nikon die hier vor kurzem ebenfalls vorgestellte Coolpix P7000 [1] im Programm. Beide Kameras zeigen mehr Parallelen als Unterschiede. Sensoren gleicher Baugröße und gleichen ISO-Spektrums liefern fast identische Auflösungen und eine bei subjektiver Bewertung weitestgehend ähnliche Bildqualität. Einzig bei maximaler Empfindlichkeit hat Nikon die Nase erkennbar vorn. Mehr als die PowerShot leistet die P7000 auch mit ihrem größeren Brennweiten-Spielraum und der zuschaltbaren Objektiv-Entzerrung.

Homogene Flächen, feine Details, äußerst geringe Rauschanteile bei ISO-Minimaleinstellung. Im Modus "Wenig Licht" nur 2,5 Megapixel, bis ISO 8000 eine akzeptable Notlösung

Homogene Flächen, feine Details, äußerst geringe Rauschanteile bei ISO-Minimaleinstellung. Im Modus "Wenig Licht" nur 2,5 Megapixel, bis ISO 8000 eine akzeptable Notlösung

Nikons P7000 macht bei sehr hohen ISO-Werten bessere, aber längst nicht gute Bilder.

Nikons P7000 macht bei sehr hohen ISO-Werten bessere, aber längst nicht gute Bilder.

Im Gegenzug fällt die Handhabung der bei beiden Kameras sehr umfangreichen Einstelloptionen mit der Canon deutlich leichter. Noch größeren Komfortgewinn erzielen Besitzer der G12 durch den dreh- und schwenkbaren Monitor. Das Nachsehen haben sie wiederum bei Videoclips, hier liegt die Nikon dank des auch bei Videoaufnahmen nutzbaren Zooms und ihrer Anschlussbuchse für externe Mikrofone klar in Führung. Sollen bewegte Motive mit Serienbildern eingefangen werden, steht die Canon geringfügig besser da – wenn auch auf niedrigem Niveau. Ausschlaggebend für Kaufentscheidungen dürfte losgelöst von den erwähnten Punkten ohnehin oft eine eventuell bereits vorhandene SLR-Ausrüstung sein. Wer einen Canon-Systemblitz besitzt, wird ihn vermutlich auch an der als Zweitkamera erworbenen G12 einsetzen wollen. Nikon-Nutzer werden das, bezogen auf ihre eigene Plattform, ganz ähnlich sehen.

Die G12 bringt alles mit, was eine gute, digitale Fotokamera ausmacht: Ausgezeichnete Bildqualität, herausragendes Rauschverhalten, sehr gute AF-Leistungen, umfassende Einstelloptionen und einen für die kreative Fotografie äußerst hilfreichen, flexibel dreh- und schwenkbaren Monitor. In fast allen für die Fotografie relevanten Funktionsbereichen ragt sie erstaunlich nah an die Leistungen von Kameras mit deutlich größeren Bildsensoren heran. Deren Gestaltungsspielraum für Schärfentiefe kann sie zwar prinzipbedingt nicht anbieten. Wo die visuelle Trennung von Vorder- und Hintergrund keine zentrale Rolle spielt, genügt die G12 aber auch den Ansprüchen versierter Fotografen.

Bezeichnung: PowerShot G12
Hersteller: Canon [2]
Preis (UVP): 549 Euro (cm [3])


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tests/Potential-zum-Klassiker-Nikon-Coolpix-P7000-1143797.html
[2] http://www.canon.de
[3] mailto:cm@ct.de