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Das neue iPad im ersten Test [Update]

Johannes Schuster

Mac & i hat eines der ersten iPads 9,7" gekauft und getestet. Besonderes Augenmerk lag auf dem weniger entspiegelten Display und dem A9-Prozessor.

Der Nachfolger des iPad Air 2 heißt nur iPad [1]. Es kam heute in Deutschland in den Verkauf; zumindest Apples eigene Stores haben bereits GerĂ€te. Wir haben ein Exemplar mit 32 GByte ohne LTE in der Farbe Space Grau gekauft. Es kostet mit 399 Euro 30 Euro weniger als zuletzt der nunmehr drei Jahre alte VorgĂ€nger iPad Air 2 in gleicher Ausstattung. Die AusfĂŒhrung mit 128 GByte ist 100 Euro teurer, fĂŒr die Variante mit LTE und GPS werden noch einmal 160 Euro mehr fĂ€llig. Ein iPad 9,7" mit 128 GByte und Mobilfunk ist somit fĂŒr 659 Euro zu haben.

FĂŒr den etwas gĂŒnstigeren Einstiegspreis muss der Kunde auf die Antireflexbeschichtung beim Display verzichten: Das neue iPad 9,7" besitzt als einziges aktuelles Apple-Tablet keine Beschichtung und kein laminiertes Display, bei dem das Panel und die Vorsatzscheibe ohne einen doppelt lichtbrechenden Luftspalt verklebt sind. Deshalb Ă€hnelt es stark dem Bildschirm des iPad Air 1.

Im Test bei hellem Sonnenschein waren Bildschirminhalte wie Text oder Videos auf dem iPad deutlich schlechter zu erkennen als auf dem iPad Air 2 mit gleicher Helligkeit (200 cd/qm), das eine Antireflexbeschichtung besitzt (die allerdings beim seitlichen Draufschauen einen Rosastich erzeugt). Zum Lesen von eBooks sollte man als Besitzer des neuen iPads in den Schatten gehen.

iPad 5 (2017) (0 Bilder) [2]

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Der Bildschirm ist laut Apple heller geworden. Wir konnten maximal 446 cd/qm messen, beim iPad Air 2 waren es noch 333 cd/qm. Die grĂ¶ĂŸere Helligkeit kann das vermehrte Spiegeln etwas ausgleichen, allerdings leert sich in dieser Einstellung der Akku schneller.

GrĂ¶ĂŸe, Auflösung, Kontrast und Farbraum des Displays (sRGB) sind unverĂ€ndert geblieben (siehe Tabelle). Nur das iPad Pro 9,7" bringt den P3-Farbraum mit. Letzteres ist auch wie das iPad Pro 12,9" fĂŒr die Stifteingabe per Apple-Pencil geeignet, das neue iPad nicht.

Laut Apple ist der eingesetzte A9-Prozessor 1,6-mal schneller als der A8. Doch der A8X im iPad Air 2 hat immerhin drei Prozessorkerne, wÀhrend wir beim Nachfolger nur zwei ausmachen konnten. Es handelt sich vermutlich um den gleichen Chip mitsamt M9-Koprozessor, wie er im anderthalb Jahre alten iPhone 6s und auch im iPhone SE seinen Dienst tut. Der A9X bleibt den beiden Pro-iPads vorbehalten, der A10 Fusion dem iPhone 7 und 7 Plus.

Die Taktrate hat sich laut Geekbench [4] von 1,5 GHz beim Air 2 auf nun 1,85 GHz erhöht. Durch die neuere Architektur und die höhere Taktung stieg der Single-Core-Score von Geekbench 4 beim neuen iPad von 1639 auf 2500 Punkte. Wegen der reduzierten Zahl von Rechenkernen fiel der Vorsprung beim Multi-Core-Score demgegenĂŒber mit 4082 zu 4229 geringer aus. Unterm Strich gleicht die neuere Prozessorarchitektur den Wegfall des dritten CPU-Kerns mehr als gut aus.

Benchmarks (4 Bilder) [5]

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Prozessor-Performance in Geekbench 4.0.

Die Grafik arbeitet laut Apple-Werbung sogar 1,8-mal flotter als beim A8, das wĂ€re eine Steigerung um 80 Prozent. WĂ€hrend der Grafikchip beim A8X vom iPad Air 2 feststeht – es handelt sich um einen PowerVR GXA6850 mit 8 Kernen – steht noch nicht fest, welche Grafikeinheit Apple im Nachfolger einsetzt. Jedenfalls konnte das iPad Air 2 in einigen Grafiktests noch ganz gut mit dem Nachfolger mithalten (siehe Tabelle 2). Im Metal-Benchmark (1080p Manhattan Offscreen) von GFXBench [7] lag es lediglich mit 35 zu 41 Bildern pro Sekunde zurĂŒck. Verglichen mit dem iPad Air 2 schaffte das neue iPad in unseren Tests eine Steigerung von bis zu 35 Prozent.

Angaben zum Hauptspeicher machte Apple nicht, laut Geebench 4 umfasst er weiterhin 2 GByte. Mit der Passmark-App haben wir die Geschwindigkeit des Flash-Speichers untersucht und sind auf eine auffĂ€llig niedrige Schreibrate von 72,6 MByte/s gekommen – da ist jede heutige Festplatte schneller. Der schlechte Wert erklĂ€rt sich zum Teil aus der geringen SpeichergrĂ¶ĂŸe unseres Exemplars von 32 GByte. Hier können die Controller die Daten nicht ĂŒber mehrere KanĂ€le verteilen und werden zum Flaschenhals. Ein Ă€hnliches Verhalten hatten wir auch schon beim iPhone beobachtet. [8]

Die KapazitÀt des fest eingebauten Lithium-Polymer-Akkus stieg von 27,3 Wattstunden beim iPad Air 2 auf nun 32,4 Wh. Trotzdem spricht Apple weiterhin von einer Laufzeit von 10 Stunden beim Surfen im Web per WLAN. Wo die Mehrleistung bleibt, ist nicht klar. Mit gemessenen Laufzeiten können wir noch nicht dienen, da wir das GerÀt erst heute gekauft haben. An dieser Stelle werden wir in den Folgetagen die Werte als Update einpflegen. [Update 1.4.17: Bei einer Helligkeit von 200 cd/qm hielt das iPad 13,5 Stunden beim Surf-Test durch. Dabei wird eine Seite in kurzen AbstÀnden abgerufen, Bluetooth ist aus, WLAN an. Das Air 2 schaffte 9,5 Stunden.] [Update 3.4.17: Beim Video-Gucken hielt das iPad 9,7" 11,7 Stunden durch (Air 2: 11,8 Stunden) und beim 3D-Spiel Asphalt 8 waren es 7,7 Stunden (Air 2: 7,1 Stunden). Im Schnitt hat sich die Laufzeit also etwas verbessert.]

Durch den stÀrkeren Akku hat sich das GehÀuse von 6,1 auf 7,5 Millimeter verdickt. Das neue iPad ist damit genauso dick wie das iPad Air 1. Die Basisversion wiegt jetzt 469 statt der 437 Gramm des Air 2.

Das iPad 9,7" besitzt (anders als das iPad Pro 9,7") keine zusĂ€tzliche, integrierte Apple-SIM, ist aber zu einer nachkaufbaren Apple-SIM-Karte (5 Euro) fĂŒr den seitlichen Nano-Slot kompatibel. Mit der integrierten Apple-SIM ist es zum Beispiel im Ausland leichter, fĂŒr kurze Zeit einen Mobilfunkvertrag zu bekommen: Die Einstellungen erfolgen dann rein software-seitig.

In Sachen Farbauswahl, den beiden Kameras an Front- und RĂŒckseite, den verfĂŒgbaren SpeichergrĂ¶ĂŸen, allen AnschlĂŒssen, der Ausstattung an WLAN, Bluetooth und Mobilfunk, den Sensoren und dem Touch-ID-Sensor hat sich gegenĂŒber dem iPad Air 2 nichts verĂ€ndert (siehe Tabelle auf der nĂ€chsten Seite). Deshalb haben wir die Details hier nicht noch einmal aufgezĂ€hlt. Eine ausfĂŒhrliche GegenĂŒberstellung aller Features nebst Beschreibung der Details konnten sie zuletzt im c't special iPhone und iPad [9] vom vorletzten Winter nachlesen (endet mit dem iPad Pro).

Das neue iPad ist erstaunlich flott und sein Display sehr schön hell. Leider spiegelt es aber auch so stark wie seinerzeit das iPad Air 1. Hinzu kommen auf der Negativseite das grĂ¶ĂŸere Gewicht und das dickere GehĂ€use.

Wer möglichst gĂŒnstig an ein iPad kommen will, ist mit dem neuen Modell gut beraten. Es ist sogar gĂŒnstiger als das aktuelle iPad mini 4 und ordnet sich leistungsmĂ€ĂŸig zwischen dem iPad Air und dem iPad Pro ein.

Das iPad Air 2 bleibt ein gutes GerĂ€t. Wenn Sie gĂŒnstig eines im Abverkauf ergattern, machen Sie nicht viel falsch. Kostet es Ă€hnlich viel wie das iPad 9,7", lohnt es sich höchstens fĂŒr Leute, die oft im Sonnenlicht arbeiten, weil es weniger spiegelt.

Wer mehr Leistung und Funktionen wie die Bedienung mit dem Apple Pencil und der Apple-Tastatur will, kann zum iPad Pro greifen, das aber auch erheblich teurer ist. Mit einem Preis von unter 400 Euro wird das iPad sicherlich viele preisbewusste KĂ€ufer anlocken.

Das neue iPad und sein VorgÀnger [10]
iPad 9,7" iPad Air 2
Hersteller Apple Apple
Betriebssystem iOS 10 iOS 10
Farben Silber, Gold, Space Grau Silber, Gold, Space Grau
Ausstattung
Prozessor / Kerne / Takt Apple A9 (64 Bit, M9 integriert) / 2 / 1,85 GHz Apple A8X (64 Bit, M8 integriert) / 3 / 1,5 GHz
Grafik / Kerne unbekannt PowerVR GXA6850/8
Arbeitsspeicher 2 GByte 2 GByte
Flashspeicher (Modelle) 32 / 128 GByte 16 / 32 / 64 / 128 GByte
WLAN / 5 GHz / alle 5-GHz-BĂ€nder / max. Durchsatz 802.11a/b/g/n/ac / √ / √ / 867 MBit/s brutto 802.11a/b/g/n/ac / √ / √ / 867 MBit/s brutto
Bluetooth / GPS 4.2 / A-GPS (nur LTE-Modell) 4.0 / A-GPS (nur LTE-Modell)
SIM Nano-SIM (nur LTE-Modell) Nano-SIM (nur LTE-Modell)
Akku / KapazitÀt Lithium-Polymer / 32,4 Wh Lithium-Polymer / 27,3 Wh
Abmessungen (H x B x T) 240 mm x 170 mm x 7,5 mm 240 mm x 170 mm x 6,1 mm
Gewicht 469 g (ohne LTE) 437 g (ohne LTE)
AnschlĂŒsse Lightning Lightning
Audio Stereo-Lautsprecher Stereo-Lautsprecher
Kamera
Kamera-Auflösung Foto / Video 8 MPixel / 1080p bei 30 fps (automatische Bildstabilisierung) 8 MPixel / 1080p bei 30 fps (automatische Bildstabilisierung)
Auto- / Touchfokus / Fotoleuchte √ / √ / – √ / √ / –
Frontkamera-Auflösung Foto / Video 1,2 MPixel / 720p bei 30 fps 1,2 MPixel / 720p bei 30 fps
Sensoren Fingerabdruck, Barometer, 3-Achsen-Gyroskop, Beschleunigung, Umgebungslicht Fingerabdruck, Barometer, 3-Achsen-Gyroskop, Beschleunigung, Umgebungslicht
Display
max. Helligkeit 446 cd/qm 333 cd/qm
gemessener Farbraum sRGB sRGB
BlickwinkelabhÀngigkeit 80°/80°/80° 80°/80°/80°
Kontrast 1076:1 1118:1
Technik / Diagonale LCD (IPS) / 9,7 Zoll (24,63 cm) LCD (IPS) / 9,7 Zoll (24,63 cm)
Auflösung 2048 x 1536 Pixel bei 264 dpi (Retina) 2048 x 1536 Pixel bei 264 dpi (Retina)
Garantie 1 Jahr 1 Jahr
Lieferumfang iPad, Netzteil, Lightning-Kabel iPad, Netzteil, Lightning-Kabel
Preise 399 € (32 GByte mit WLAN) / 559 € (32 GByte mit LTE) und 499 € (128 GByte) / 659 € (128 GByte mit LTE) zuletzt 429 € (32 GByte) / 549 € (32 GByte mit LTE) und 529 € (128 GByte) / 659 € (128 GByte mit LTE)

(jes [11])


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[7] https://itunes.apple.com/de/app/gfxbench-gl/id627547197?mt=8
[8] https://www.heise.de/mac-and-i/artikel/Hintergrund-Langsamer-Speicher-bei-guenstigen-iPhone-Modellen-3347610.html
[9] https://shop.heise.de/katalog/ct-special-iphone-ipad
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