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Apple MacBook Pro 2022 mit M2-Prozessor im ersten Test

Johannes Schuster
Apple MacBook Pro 13

Apples MacBook Pro 13" 2022: Sieht aus wie zuvor, kommt nun aber mit M2- statt M1-Chip.

Das MacBook Pro mit der zweiten Generation Apple Silicon zeigt solide Leistungen. Die Ergebnisse des mac&i-Tests zu Leistung, CPU und GPU in der Übersicht.

Erst vor Kurzem, auf der WWDC Anfang Juni, hat Apple die zweite Generation seiner hauseigenen ARM-Prozessoren vorgestellt. Der M2 soll demnach in vielen Bereichen mehr Leistung bringen als der anderthalb Jahre zuvor angekündigte M1-Chip. Auf der Entwicklerkonferenz zeigte Apple auch die ersten Macs, die mit dem neuen System on Chip (SoC) ausgestattet werden: Zum einen ist das ein umfangreich überarbeitetes MacBook Air 2022 [1] unter anderem mit größerem Retina-Display bei weniger Rand, MagSafe zum Laden, neuen Farben (Mitternacht und Polarstern neben Space Grau und Silber), Abkehr vom keilförmigen Gehäuse und 1080p-Webcam.

Zum anderen ist es ein MacBook Pro 13" 2022 [2], das außer dem neuen Chip keine Änderungen besitzt. Ursprünglich hieß es, beide Notebooks kommen erst im Laufe des Juli auf den Markt. Nun beginnt die Auslieferung des MacBook Pros bereits am 24. Juni [3]. Apple stellte uns vorab ein Testgerät zur Verfügung.

Obwohl der M2-Prozessor [4] von TSMC weiterhin in 5-Nanometer-Strukturbreite in nun zweiter Generation des Verfahrens gefertigt wird, bringt er 25 Prozent mehr Transistoren mit. Apple hat dafür eine Vergrößerung der Die-Fläche in Kauf genommen. Die Zahl der CPU-Kerne hat sich nicht erhöht, es bleibt bei vier High-Performance- und vier Effizienz-Kernen. Sie sollen laut Apple bis zu 18 Prozent schneller arbeiten.

In unserem Test mit Cinebench 23 waren es 12,7 Prozent Zugewinn an Leistung und mit Geekbench 5 18,42 Prozent. Das Programm meldete als Taktrate 3,37 GHz, das Tool Powermetrics zeigte 3,504 GHz an und 2,86 GHz für die Energiesparkerne. Beim M1 liegen die Werte bei 3,2 und 2,06 GHz.

Statt 8 besitzt die GPU des MacBook Pro M2 nun 10 GPU-Kerne, die laut Apple 35 Prozent mehr Grafikleistung abliefern sollen. In unserem Test mit dem synthetischen Metal-Benchmark von Geekbench 5 erreichte sie sogar 39 Prozent mehr, bei den noch nicht für ARM optimierten Spielen Rise und Shadow of the Tomb Raider waren es 38 und 48 Prozent mehr.

MacBook Pro 13" mit M2-Prozessor (0 Bilder) [5]

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Die im SoC enthaltene Video-Einheit de- und enkodiert im MacBook Pro M2 außer H.264 und H.265 (HEVC) in 8K-Auflösung jetzt auch das ProRes-Format. Die erhöhte Leistungsfähigkeit kann bei manchen Video-Formaten einen Flaschenhals beseitigen: Das Rendern unseres 4K-Projektes in Final Cut Pro beschleunigte sich um satte 343 Prozent, bei Full HD waren es "nur" 71 Prozent mehr und bei 8K-ProRes kamen 56 Prozent obendrauf. Trotzdem bleibt der M2 hier noch hinter den Leistungen des M1 Pro, M1 Max und M1 Ultra in MacBook Pro 14 und 16 Zoll [7] sowie dem Mac Studio [8] zurück.

Zu der höheren Performance des Apple M2 tragen auch ein von 12 auf 16 MByte vergrößerter Level-2-Cache, eine um 50 Prozent auf 102 GByte/s vergrößerte Bandbreite des 128 Bit breiten Speicher-Interfaces und der Einsatz von LPDDR5-6400- statt LPDDR4X-4266-Modulen als Arbeitsspeicher bei. Neu ist außerdem, dass man das MacBook Pro 13" mit 24 statt maximal 16 GByte RAM ordern kann. Allerdings haben diese Modelle aktuell eine längere Lieferzeit [9]. Unser Testgerät brachte 16 GByte mit, im Basismodell stecken nur 8 GByte Arbeitsspeicher. Die für KI-Berechnungen zuständige Neural Engine soll laut Apple um 40 Prozent schneller arbeiten, besitzt aber weiterhin 16 Kerne.

Die Kapazität des Stromspeichers bleibt bei 58,2 Wh, aber dank der verbesserten Leistung bei gleich gebliebener Leistungsaufnahme von 15 Watt TDP erhöht sich die Akkulaufzeit: Ein bildschirmfüllendes Video in Dauerschleife konnten wir bei jeweils 200 Candela/qm Helligkeit 18,5 statt 13,4 Stunden lang abspielen, das ist eine Verbesserung um 38 Prozent. Bei sehr geringer CPU-Last haben sich die Akkulaufzeiten allerdings leicht verschlechtert: mit voller Helligkeit von 11,2 auf 10,7 Stunden und bei 100 Candela/qm von 28,8 auf 26,9 Stunden. Hierbei ist der größte Verbraucher das Display und der Prozessor spielt fast keine Rolle.

Den eingebauten Lüfter bekamen wir bei den Benchmarks – wenn überhaupt – nur leise (0,2 Sone) bei einigen Spielen, die in der Rosetta-Emulation liefen, zu hören. In der schallisolierten Messkabine ließen wir Cinebench 23 eine halbe Stunde auf allen acht CPU-Kernen arbeiten und das Geräusch erreichte noch gute 0,3 Sone. Erst als wir Cinebench und Shadow of the Tomb Raider gleichzeitig laufen ließen, drehte der Lüfter kräftig hoch und lärmte mit 2,5 Sone.

Das 13,3-Zoll-Retina-Display mit recht breitem Rand zeigt nach wie vor 2560 mal 1600 Pixel, True Tone, P3-Farbumfang und eine Helligkeit von 500 Candela/qm, im Test waren es 474. Geblieben ist die FaceTime-HD-Kamera mit nicht mehr zeitgemäßer 720p-Auflösung, der Ring mit drei Mikrofonen, der Fingerabdrucksensor, die gute Tastatur mit Scheren-Mechanismus, 2x Thunderbolt 3, die Mini-Klinken-Buchse auch für hochohmige Kopfhörer, Bluetooth 5 und WLAN 6. Die Touch Bar mit benachbarten ESC- und Einschalttasten (inklusive Fingerabdruckscanner Touch ID) gibt es nur noch bei diesem Modell.

Wie bisher kann man an das MacBook Pro 13" mit Apple-Prozessor nur einen externen Bildschirm anschließen, wenn auch mit einer Auflösung von bis zu 6K. Bei den Modellen mit Intel-CPU waren es zuletzt zwei externe Monitore. Das beiliegende Netzteil liefert immer noch 67 Watt.

Der M2-Prozessor erreichte im Test die von Apple versprochenen Leistungssteigerungen gegenüber dem ja bereits wegen seiner Schnelligkeit und Sparsamkeit hochgelobten M1-Chip. Das restliche MacBook Pro 13" hat Apple leider nicht überarbeitet und so fällt es gegenüber dem bald verfügbaren aufpolierten MacBook Air mit M2-Chip in einigen Bereichen ab, etwa bei der Webcam, dem Display und der zusätzlichen Ladebuchse mit MagSafe.

Das Apple MacBook Pro bleibt aber überlegen bei der Akkukapazität, der Netzteil-Leistung und der aktiven Kühlung sowie je nach Bedarf auch bei der Touch Bar. Trotz all der berechtigten Kritik an den wenigen Veränderungen am MacBook Pro 13" bleibt festzuhalten, dass es immerhin von Apple als Erstes den neuen Prozessor spendiert bekommen hat. Wem der Rechner so nicht gefällt, der kann ja zum neuen MacBook Air greifen. Das kostet übrigens mit einem Preis von knapp 1500 Euro nur 100 Euro weniger als das MacBook Pro und hat im Einstiegsmodell zwei Grafikkerne weniger.

Worin sich die beiden MacBooks im Detail unterscheiden, wie sie im Vergleich abschneiden und viele weitere Details bringen wir in Mac & i Heft 4/2022, das ab 4. August im Handel erhältlich ist. Abonnenten erhalten den Artikel im Rahmen des Mac & i Club [10] vorab per E-Mail als PDF und HTML.

Das neue MacBook Pro 13 Zoll mit M2 soll ab Freitag, 24. Juni, im Handel erhältlich sein – in Apple-Läden und manchen Shops von autorisierten Apple-Händlern. Parallel zum Verkaufsstart will Apple auch mit der Lieferung erster Geräte an Vorbesteller beginnen. Das neue MacBook Pro ist weiterhin nur in Space Grau und Silber erhältlich, das Basismodell mit 8 GByte Arbeitsspeicher und 256 GByte SSD kostet bei Apple knapp 1600 Euro [11]. In der Maximalausstattung mit 24 GByte RAM und 2 TByte SSD steigt der Preis des 13" MacBook Pro auf knapp 3000 Euro.

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Mehr von Mac & i Mehr von Mac & i [13]

(jes [14])


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Neues-MacBook-Air-mit-veraendertem-Design-und-M2-Prozessor-6543027.html
[2] https://www.heise.de/news/Apple-stellt-MacBook-Pro-13-mit-M2-Chip-vor-7132790.html
[3] https://www.heise.de/news/Apple-MacBook-Pro-2022-Wann-das-neue-13-Zoll-Modell-in-den-Handel-kommt-7140854.html
[4] https://www.heise.de/news/Apple-Silicon-M2-Rundumerneuerte-zweite-Prozessorgeneration-7132845.html
[5] https://www.heise.de/bilderstrecke/3562851.html?back=7146724;back=7146724
[6] https://www.heise.de/bilderstrecke/3562851.html?back=7146724;back=7146724
[7] https://www.heise.de/tests/MacBook-Pro-mit-M1-Pro-und-M1-Max-im-Test-Was-Apples-Profi-Notebooks-leisten-6271587.html
[8] https://www.heise.de/tests/Kraftpaket-Mac-Studio-und-Apples-Studio-Display-im-ausfuehrlichen-Test-6657993.html
[9] https://www.heise.de/news/Neues-M2-MacBook-Pro-Wer-mehr-RAM-moechte-muss-lange-warten-7145863.html
[10] http://mac-and-i.de/club
[11] https://heise.digidip.net/visit?url=https%3A%2F%2Fwww.apple.com%2Fde%2Fmacbook-pro-13%2F
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