Umsteuern
Die Debatte um eine CO2-Steuer spaltet die Regierung. Dabei gäbe es durchaus einen guten Kompromiss.
Von welcher Seite man das Thema Energie-Verkehrs-Wärme-Wende aufdröselt – am Ende steht immer wieder die gleiche Erkenntnis: Der Preis für CO2-Emissionen ist zu niedrig. Wäre er höher, würde beispielsweise die Bahn automatisch gegenüber Auto und Flugzeug attraktiver, Wind- und Sonnenenergie könnte sich besser gegen fossile Brennstoffe behaupten, die Sanierung von Wohnungen würde sich schneller bezahlt machen, Bürger und Unternehmen hätten einen höheren Anreiz zum Energiesparen.
Um das Zwei-Grad-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen, müssten die weltweiten Preise bis 2020 auf 40 bis 80 Dollar pro Tonne steigen, bis 2030 auf 50 bis 100 Dollar, hat die „High-Level Commission on Carbon Pricing“ der Weltbank berechnet. Das klingt nach viel, ist aber immer noch nur ein Bruchteil der 180 Euro, welche die Emission einer Tonne CO2 laut Umweltbundesamt an Klimaschäden verursacht.