MIT Technology Review 1/2019
S. 6
Leserbriefe

Leserbriefe

zu „allgemein“

Breites Spektrum

Ich bin schon seit vielen Jahren begeisterter Leser Ihrer Zeitschrift und immer wieder erstaunt über das breite Spektrum Ihrer Artikel. Sehr schätzend nehme ich auch zur Kenntnis, wie offen Sie mit Leserbriefen, gleich ob kritische, korrigierende oder lobende, umgehen.

David Gran

zu „Editorial“ (12/2018)

Autoindustrie schuldlos

Die Schelte an die Adresse der Autoindustrie geht am Problem vorbei. Mittlerweile hat jeder Hersteller einen Stromer im Sortiment, aber die Verkäufe sind marginal. Die Batterien sind viel zu schwer und zu voluminös, um auf vernünftige Reichweiten zu kommen. Mit der Energie, die zu deren Herstellung nötig ist, kann ein vergleichbarer Verbrenner gegen 50000 Kilometer fahren, im Winter steht nur die halbe Kapazität zur Verfügung. Diese Werte haben unabhängige Untersuchungen der Empa in der Schweiz ergeben, der Bericht ist im Internet verfügbar. Wenn dann noch dazukommt, dass Stromer in der Regel in der Nacht mit Kohlestrom aus dem Netz geladen werden, wird die Sache vollends problematisch.

Christoph Graf

zu „Wie am Lagerfeuer“ (12/2018)

Rechnet sich nicht

Der Betrieb einer Strahlenheizung ist aus meiner Sicht nicht wirtschaftlich. Die Beheizung des in Ihrem Artikel genannten Raums erfordert 1000 Watt. Bei zehn Stunden Betrieb sind zehn Kilowattstunden verbraucht. Bei angenommenen 25 Cent pro Kilowattstunde sind das täglich 2,50 Euro und bei 150 Tagen Heizbetrieb 375 Euro für einen Raum. Bei einem Einfamilienhaus sind sieben Heizstellen erforderlich und über 2500 Euro fällig.

Günther Haberscheidt

zu „Wie am Lagerfeuer“ (12/2018)

Marketing-Falle

Mit großem Erstaunen habe ich Ihren Artikel über die „Infrarotheizung“ gelesen. Eine solche Marketing-Ente hätte ich nicht in Ihrem Magazin erwartet! Die Erzeugung von einer Kilowattstunde elektrischen Stroms erfordert in einem thermischen Kraftwerk rund drei Kilowatt Primärenergie – sprich: Wärme. Auch der Gedanke an die Solarzellen auf dem Dach ist zu kurz gesprungen: 90 Prozent der jährlichen Sonnenenergie strahlt in Deutschland in den acht Monaten März bis September auf uns. Für die vier Monate November bis Februar – also die Heizperiode– verbleiben zehn Prozent! Weil es wenig sinnvoll ist, den sehr ineffizient erzeugten Strom mit einem Heizdraht wieder in Wärme zurückzuverwandeln, sind Stromheizungen meines Wissens nach in Deutschland im Neubau nicht mehr zulässig.

Dr.-Ing. Jürgen Meyer

Anmerkung der Redaktion:

Das Verhältnis 1:3 für die Stromerzeugung ist veraltet. Mittlerweile ist der Anteil Erneuerbarer auf ein Drittel der Bruttostromerzeugung gestiegen. Dem wissenschaftlichen Dienst des Bundestags zufolge beträgt das aktuelle Verhältnis daher 1:1,8.

zu „Vollstart an die Decke“ (12/2018)

Forschung ausgehungert

Die Darstellung der so wichtigen drittmittelfinanzierten Forschung trifft genau ins Schwarze. Die Köpfe hinter der Grundlagenforschung werden nach wenigen Jahren regelrecht vor die Tür gesetzt. Dazu kommt, dass der Lehrbetrieb an unseren Universitäten aus den eigenen Haushalten gar nicht mehr realisierbar und auf die extern finanzierten Forscher angewiesen ist.

Dr. Johannes Storm

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