MIT Technology Review 6/2017
S. 24
Am Markt

Fotografie

3D-Bilder am Smartphone

„Mit normalen Fotos kann man nicht alles erzählen, denn 2D ist nie das ganze Bild“, meint Drew Cox, CEO von Matter and Form. Deshalb hat seine Firma einen 3D-Scanner für Smartphones entwickelt. Das etwa sieben Zentimeter große Teil kommt in den Kopfhöreranschluss und tastet die Umgebung per Laser ab. Die zugehörige App erkennt die Reflexionen des Lasers über die Smartphonekamera und errechnet daraus ein farbiges 3D-Bild. Bevel ist aber kein vollwertiger 3D-Scanner, bei dem man ein Objekt von allen Seiten knipst. Sondern eher eine Art 3D-Blitz, der jeweils ein einziges Bild mit Tiefeninformationen vom jeweiligen Standort aus aufnimmt. Laut Hersteller können allerdings mehrere der dreidimensionalen Fotos mit dem Tool BevelPix zu einem einzigen Objekt zusammengesetzt werden. Die 3D-Aufnahmen lassen sich nur auf der Homepage des Herstellers interaktiv betrachten. Bevel funktioniert mit jedem Smartphone, das mindestens mit iOS 9 oder Android 4.4. (Kit-Kat) läuft und den Kopfhöreranschluss auf der Ober- oder Unterseite hat. Der eingebaute Akku des Bevel hat Power für einen Tag. Das Motiv darf maximal einen Meter entfernt sein.

produkt: Bevel hersteller: Matter and Formpreis: 89 DollarLink: bevel3d.net

SPIELZEUG

Lego zum Kleben

Legos legendäre Noppen erlauben schon an sich tolle Konstruktionen. Das Loops-Band von Nimuno macht es nun möglich, die Gebilde fest im Raum zu verankern und auch vertikal zu arbeiten. Auf der oberen Seite ist das flexible Kunststoffband mit den bewährten Noppen bestückt, mit der unteren Seite lässt es sich fixieren. Das Klebeband, das Anine Kirsten und Max Basler aus Südafrika entwickelt und im Nullkommanix bei Indiegogo mit der enormen Summe von fast einer halben Million US-Dollar finanziert haben, wird in zwei Breiten, mit zwei oder vier Noppen, angeboten. Außerdem ist eine sogenannte Receiver-Variante erhältlich, in die dann die Lego-Noppen hineinpassen. Nimuno präsentiert das Loops-Band in verschiedenen Farben. Es lässt sich per Schere konfektionieren. Sets sind in Längen von zwei bis zwölf Metern erhältlich. Eine Rolle ist jeweils einen Meter lang.

produkt: Loops hersteller: Nimuno preis: ein Set mit zwei Rollen kostet 13 Dollar Link: nimuno.com

ENERGIE

Strom aus Dachziegeln

Elon Musk, unter anderem Gründer des Elektroauto-Pioniers Tesla, will seinen Konzern zum Universalanbieter für nachhaltige Energieformen machen. Entsprechend hat er die Firma von Tesla Motors zu Tesla Incorporated umbenannt. Inzwischen werden die Powerwall-Energiespeichersysteme der Firma längst vertrieben, nun kommen noch Solarzellen hinzu. Ihnen ist allerdings eine Besonderheit zu eigen: Sie sollen sich optisch kaum von regulären Dachziegeln unterscheiden. Das in Zusammenarbeit mit der Tochterfirma SolarCity entwickelte Solar Roof soll es in vier verschiedenen Varianten geben: zunächst strukturierte oder glatte plattenartige Schindeln. Ab 2018 sollen auch Dachpfannen im Schiefer-Look sowie unter dem Label „toskanisch“ in der Form gewellter Dachziegel erhältlich sein. Die Bauweise ist geschickt: Von der Straße aus sollen die integrierten Solarzellen nicht sichtbar sein, zur Sonne hin sind sie aber geöffnet. Die Effizienz soll bei 98 Prozent herkömmlicher Solarzellen liegen, nähere Angaben zur Energieausbeute machte Tesla noch nicht. Dafür garantiert Tesla in den USA eine lange Haltbarkeit. Die Ziegel sollen noch diesen Sommer auf den Markt kommen.

Produkt: Solar Roof Hersteller: Tesla Preis: rund 21,85 Dollar pro Quadratfuß (etwa 0,093 m2) Link: www.tesla.com/solarroof

E-Bikes

Tron-Fahrrad

Ein vollwertiges E-Bike in einem Vorderrad verspricht GeoOrbital. Der Name ist dabei Programm: Das Rad selbst, mit 500 Watt starkem Motor und Batterie, bewegt sich nicht, nur der Reifen wird angetrieben – wie bei den Motorrädern im Science-Fiction-Streifen „Tron“. Das hat den Vorteil, dass der Motor nicht in Rotation versetzt werden muss und so Kraft gespart wird. Das Rad soll sich innerhalb von einer Minute installieren lassen und wird über einen Kippschalter am Lenker aktiviert. Laut Hersteller soll der Akku 30 Kilometer durchhalten; wenn zusätzlich getreten wird, bis zu 80 Kilometer. Das Rad beschleunigt auf maximal 32 Kilometer pro Stunde – in Deutschland braucht es deshalb ein Versicherungskennzeichen und ist eventuell helmpflichtig. Eine Besonderheit des GeoOrbital-Rades ist der Reifen aus Elastomerschaum, weil das Ventil sonst stören würde. Schaumreifen sind zwar unplattbar, haben auf losem Untergrund aber weniger Grip als Luftreifen und sind schwer zu wechseln. Die Batterie braucht vier Stunden, bis sie vollständig geladen ist. Wenn das Vorderrad ausgeschaltet ist, lädt es während der Fahrt, man muss dafür aber stärker treten. Das Rad wiegt knappe 10 Kilogramm und ist für 26- und 27-Zoll-Räder erhältlich.

produkt: GeoOrbital Wheel hersteller: GeoOrbital Inc preis: 995 Dollar Link: geoo.com

Wearables

Fitnessarmband mit Übungserkennung

Jede Sportart hat ihr eigenes Wearable. Für den immer stärker wachsenden Crossfit-Markt sieht es bisher allerdings dünn aus. Neben dem Atlas Wristband soll noch die Actofit-Uhr im Laufe des Jahres auf den Markt kommen. Das Problem ist, dass es für die Wearables schwer zu erkennen ist, um welche Übung es sich genau handelt. Das Atlas Wristband 2 will diese Herausforderung nun gemeistert haben: Es erkennt aktuell mehr als 100 verschiedene Fitnessübungen und zählt selbsttätig die Wiederholungen. Das gestemmte Gewicht muss der Nutzer selbst in der App eintragen. Das Armband verbindet sich über Bluetooth mit dem Smartphone. Übungen, die das Wearable noch nicht kennt, können in einem eigenen Modus einprogrammiert werden. Neben den Übungen erfasst das Wristband die aktuelle Herzfrequenz sowie den Kalorienverbrauch. Es besitzt ein etwa 30 mal 45 Millimeter großes Display und einen Akku mit mindestens drei Stunden Laufzeit.

produkt: Wristband 2 hersteller: Atlas Wearables Inc. preis: 199 Dollar Link: atlaswearables.com