ENERGIE
22 Kilowatt ohne Kabel
Ein Problem beim drahtlosen Laden war bislang der relativ niedrige Wirkungsgrad. 91 bis 93 Prozent beträgt er etwa beim Pionier WiTricity. Ein Prototyp des Freiburger Start-ups Blue Inductive hat es im vergangenen Jahr auf über 95 Prozent geschafft – bei einer Ladeleistung von 22 Kilowatt.
Per Simulation ermittelten die Forscher, wie die Sender- und Empfängerspulen gestaltet sein müssen, um genau das gewünschte Magnetfeld zu erzeugen. Zudem entwickelten sie ein eigenes Funkprotokoll, über das beide Spulen schnell miteinander kommunizieren können. So gibt die Senderspule immer nur genau so viel Leistung ab, wie im Moment benötigt wird, um die Batterie zu laden. Das System kann Strom in beide Richtungen übertragen und funktioniert noch, wenn die Spulen bis zu zehn Zentimeter von der optimalen Position entfernt sind.
Das erste Produkt will Blue Inductive, eine Ausgründung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme, 2018 auf den Markt bringen. Einen Kunden habe man bereits, mit 18 weiteren sei man in Gesprächen, sagt Mitgründer Florian Reiners. Das Augenmerk liegt dabei zunächst auf dem industriellen Einsatz – etwa Gabelstapler, Roboter oder rotierende Anlagen. GREGOR HONSEL