Quanten-Festung gegen Hacker
Mit Quantencomputern und künstlicher Intelligenz wollen IT-Sicherheitsfirmen Hackerangriffe künftig schon im Ansatz erkennen und stoppen.
Für Mark Tucker hat der Krieg im Netz längst begonnen. Der Chef der Washingtoner Computersicherheitsfirma Temporal Defense Systems (TDS) hält Datenraub, Spionage und Info-Operationen, die sich mittlerweile täglich im Internet abspielen, nicht für kriminelle Aktivitäten, sondern für einen „Krieg niedriger Intensität“ – ähnlich wie 2004 im Irak nach den Sturz des Diktators Saddam Hussein. Ein „gefährliches Machtvakuum“ sei entstanden, in dem niemand zurzeit die Kontrolle habe. Die aber will Tucker für die USA gewinnen. Um zwei Jahre will er den Cyberkriminellen voraus sein – unter anderem mithilfe eines nagelneuen Quantencomputers, dem 2000Q von D-Wave Systems.
Damit gehört TDS zu einem kleinen, exklusiven Club. Das kanadische Unternehmen D-Wave Systems listet nur eine Handvoll Kunden für seine Quanten-Hardware auf: Lockheed Martin, die Nasa, Google, das Lawrence Livermore Laboratory, die Universities Space Research Association, die University of Southern California – und nun eben auch TDS. Was genau das Unternehmen mit dem neuen, 15 Millionen Dollar teuren Quantenrechner machen will, verrät D-Wave nicht. Es sei „zu früh“, um Details bekannt zu geben.