Null Komma null Cent
Ab 2025 sollen Offshore-Windparks ohne jede Einspeisevergütung auskommen. Bei der ersten Ausschreibung boten drei von vier Betreibern ihren Strom für genau null Cent Einspeisevergütung pro Kilowattstunde an. Werden erneuerbare Energien nun zum Selbstläufer? Energieexperte Professor Uwe Leprich erklärt die Hintergründe.
TR: Wie kommt so ein Ergebnis zustande? Wollen die Betreiber kein Geld?
UWE LEPRICH: Es ist ein Beleg dafür, dass die Kostendegression bei den Erneuerbaren weitergeht. Wir haben das schon bei der Photovoltaik und der Onshore-Windkraft erlebt. Dass es jetzt auch bei der Offshore-Windkraft so schnell geht, hätte niemand erwartet. Allerdings gibt es dort gewisse Sonderbedingungen: Zum einen durfte man sich nur mit fertig geplanten Projekten bewerben. Zum anderen muss die Realisierung erst bis 2025 erfolgen. Der Verzicht auf die Einspeisevergütung ist im Grunde eine Wette auf steigende Strompreise an der Börse. Wenn Kernkraft und Kohle aus dem System gehen, werden sie wohl nicht so niedrig bleiben wie in den vergangenen Jahren. Trotzdem haben die Firmen schon ein optimistisches Preisgebaren an den Tag gelegt.