MIT Technology Review 1/2016
S. 19
Aktuell

PSYCHOLOGIE

Lernen im Schlaf

Etwas Neues lässt sich im Schlaf wohl nicht lernen, aber man kann die Gedächtnisleistung durchaus verbessern. Das fanden Wissenschaftler um den Biopsychologen Björn Rasch von der Schweizer Université de Fribourg heraus. Überprüft hat das Team des Schlafforschers in seiner Studie die Gedächtnisleistungen von 27 deutschsprachigen Probanden. Sie lernten niederländische Wörter und schliefen anschließend im Schlaflabor.

Dabei stellte sich heraus, dass das reine Abspielen der zuvor gelernten niederländischen Vokabeln das Erinnerungsvermögen am meisten zu stärken vermochte. Wurde hingegen zusätzlich die deutsche Bedeutung mit vorgetragen, so hatte das keinen positiven Einfluss. Auf der anderen Seite konnten aber auch Fehlinformationen wie falsche Übersetzungen die Gedächtnisleistung nicht verschlechtern.

Ob die Forscher eine App entwickeln werden, mit der sich das Vokabeltraining verbessern lässt, muss sich erst noch zeigen. Vorerst wollen sie untersuchen, ob sich ihre Ergebnisse auch im Alltag erzielen lassen. Das kündigte Rasch an, dem kürzlich vom Europäischen Forschungsrat der mit 1,5 Millionen Euro dotierte Starting Grant für seine Grundlagenforschung im Bereich Schlaf zugesprochen wurde.

Der Wissenschaftler will herausfinden, wie vor dem Schlaf aktivierte psychologische Konzepte den Schlaf beeinflussen können. Dabei möchte Rasch vor allem den für die Gesundheit wichtigen Tiefschlaf verlängern.

Inge Wünnenberg

Peak

Zwischendurch das Gehirn brutzeln

Es gibt zwar keine wissenschaftlichen Beweise, dass Gehirn-Jogging wirklich etwas bringt (siehe TR 1/2015, S. 12) – solange es aber so viel Spaß macht wie mit der App „Peak“, ist das auch zweitrangig. Dahinter verbirgt sich ein forderndes Trainingsprogramm, entwickelt von Psychologen der Yale School of Medicine und der University of Cambridge.

Der Nutzer kann zwischen verschiedenen Disziplinen wählen – etwa geistige Beweglichkeit, Gedächtnis oder Sprache. In der kostenlosen Version hat er Zugriff auf 19 Spiele, die sich „Zap Gap“, „Perilous Path“ oder „True View“ nennen. Letzteres gibt einen Ausschnitt einer virtuellen Landschaft vor. Die Aufgabe des Nutzers besteht nun darin, aus der Vogelperspektive zu bestimmen, von wo das Bild aufgenommen wurde. Bei einem anderen Test geht es darum, einen Elefanten über einen Fluss zu führen. Das funktioniert aber immer nur, wenn darin genug positive Wörter schwimmen.

Eine Einheit dauert keine fünf Minuten. Wo seine persönlichen Stärken und Schwächen liegen, kann der Nutzer auf einem Spinnennetz-Diagramm mit Dimensionen wie Gedächtnis, Problemlösung oder Konzentration sehen – wahlweise auch im Vergleich zu anderen Nutzern eines bestimmten Alters oder einer Berufsgruppe.

Die „Pro“-Version kostet 7,99 Euro pro Monat, 45 Euro im Jahr oder 149,99 Euro lebenslang. Sie bietet Zugriff auf zehn weitere Übungen, persönliche Trainingspläne und eine detaillierte Auswertung des Trainings.

OVE LOMMACK