PSYCHOLOGIE
Lernen im Schlaf
Etwas Neues lässt sich im Schlaf wohl nicht lernen, aber man kann die Gedächtnisleistung durchaus verbessern. Das fanden Wissenschaftler um den Biopsychologen Björn Rasch von der Schweizer Université de Fribourg heraus. Überprüft hat das Team des Schlafforschers in seiner Studie die Gedächtnisleistungen von 27 deutschsprachigen Probanden. Sie lernten niederländische Wörter und schliefen anschließend im Schlaflabor.
Dabei stellte sich heraus, dass das reine Abspielen der zuvor gelernten niederländischen Vokabeln das Erinnerungsvermögen am meisten zu stärken vermochte. Wurde hingegen zusätzlich die deutsche Bedeutung mit vorgetragen, so hatte das keinen positiven Einfluss. Auf der anderen Seite konnten aber auch Fehlinformationen wie falsche Übersetzungen die Gedächtnisleistung nicht verschlechtern.
Ob die Forscher eine App entwickeln werden, mit der sich das Vokabeltraining verbessern lässt, muss sich erst noch zeigen. Vorerst wollen sie untersuchen, ob sich ihre Ergebnisse auch im Alltag erzielen lassen. Das kündigte Rasch an, dem kürzlich vom Europäischen Forschungsrat der mit 1,5 Millionen Euro dotierte Starting Grant für seine Grundlagenforschung im Bereich Schlaf zugesprochen wurde.
Der Wissenschaftler will herausfinden, wie vor dem Schlaf aktivierte psychologische Konzepte den Schlaf beeinflussen können. Dabei möchte Rasch vor allem den für die Gesundheit wichtigen Tiefschlaf verlängern.
Inge Wünnenberg