MIT Technology Review 1/2016
S. 6
Leserbriefe

Leserbriefe

zu TR allgemein

Immer up to date

Ich bin seit der ersten Ausgabe Abonnent der deutschen TR und lese mit großem Interesse die Beiträge zu Innovationen aus unterschiedlichsten technischen Gebieten. Diese sind immer wieder hilfreich für meine Tätigkeit als Patentingenieur und halten mich up to date.

Edmund Pötsch

zu „Alte Technik statt neuer Filter“ (11/2015)

Bewährte Technik nicht gleich schlecht

In der Tat werden die besten verfügbaren Techniken in einem von der Europäischen Kommission genau festgelegten technischen Informationsaustausch ermittelt. Dabei sitzen in der „Technischen Arbeitsgruppe“ die Technikexperten der Stahlindustrie natürlich mit am Tisch, weil sie Anwender der gesuchten Techniken sind. Außerdem sind alle Mitgliedsstaaten mit Vertretern nationaler Umweltbehörden, Nicht-Regierungsorganisationen und anderen Experten beteiligt. Letztere sind in der Mehrheit. Bewährte Technik, die schon einige Jahre eingesetzt wird, ist nicht automatisch schlecht. Die beste verfügbare Technik muss nämlich anwendbar sein. Man benötigt die Erfahrungen der Anwender und Technikanbieter zudem, um zu klären, welche Randbedingungen notwendig sind. Erst in einem zweiten Schritt werden die zuvor ermittelten besten verfügbaren Techniken in Schlussfolgerungen zusammengefasst und durch einen Ausschuss der Europäischen Kommission, ohne Beteiligung der Industrie, für rechtlich verbindlich erklärt. Die europäischen Vorgaben müssen anschließend national umgesetzt werden. In Deutschland wird die Stahlindustrie dabei angehört, wie es bei einem ordentlichen Gesetzgebungsverfahren üblich ist. Die Entscheidung liegt aber bei der Exekutive. Ab 2016 müssen bestimmte Anforderungen der Schlussfolgerungen bei den Anlagen der Stahlindustrie eingehalten werden. Deutschlands Anforderungen durch die TA (Technische Anleitung) Luft stehen nicht hinter der EU zurück, wie der Artikel behauptet. Das Gegenteil ist richtig. Sie sind meist viel strenger als die EU-Vorschriften. Wenn die Stahlindustrie allen strengen Gegenmaßnahmen entkommen wäre, wie die Autoren schreiben, warum hat sie in Deutschland dann ihre spezifische auf die Tonne produzierten Stahls bezogene Staubemission von 1980 bis heute um weit über 90 Prozent reduziert? Technik ist komplex und erklärungsbedürftig. So kann man nicht die Leistungsfähigkeit verschiedener Techniken mit nur einem Emissionswert für Staub beschreiben. Denn Feinstaub ist nicht gleich Feinstaub. Zur Abschätzung gesundheitlicher Folgen von Staubemissionen sollte man die Staubeigenschaften wie Partikelgrößenverteilung, Inhaltsstoffe und Wirkungen genau kennen. Nur so können Zusammenhänge sachgerecht dargestellt und bewertet werden. Durch einen einfachen Dreisatz lassen sich sicher keine Belastungen oder Einsparpotenziale bei den Gesundheitskosten ermitteln.

Gerhard Endemann

zu „Die Mär vom sauberen Auto“ (12/2015)

Lobenswerte Initiative

Es gibt heute praktisch keine umweltfreundlichere und alltagstauglichere Mobilitätslösung als einen Gas-Hybridmotor, der extensiven Gebrauch von der Nutzbremsung machen und notfalls rein elektrisch bis zur nächsten Tankstelle fahren kann. In Berlin gibt es jedenfalls einige umweltfreundliche BVG-Busse mit Gasantrieb. Die BVG scheint da durchaus experimentierbereit zu sein, auch reine Elektrobusse sollen getestet werden. Das sind lobenswerte Initiativen im ÖPNV.

Andreas Glaeser

Liebe Leserinnen und Leser,

technische Innovationen verändern die Welt, in der wir leben. Wir tun unser Bestes, diese Entwicklungen nicht nur zu beschreiben, sondern auch einzuordnen. Aber liegen wir damit auch richtig? Wo haben wir vielleicht voreilig gejubelt, wo welche Entwicklung falsch eingeschätzt? Schreiben Sie uns Ihre Meinung an:

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