iPhone ohne Apple
Apple-Account und iCloud sind bequem, führen aber in tiefe Abhängigkeiten. Es geht auch ohne: Wie weit Sie mit einem iPhone ohne Apple-Dienste kommen, wo die Hürden liegen und worauf Sie verzichten müssen.
Lange schwenkte die Tech-Branche die progressive Fahne: Meinungsfreiheit, soziale Gerechtigkeit, Diversität und Verschlüsselung waren nur einige der als selbstverständlich geltenden Ziele. Davon scheint immer weniger übrig: Seit dem zweiten Amtsantritt von Donald Trump stellt sich die Riege der wichtigsten IT-CEOs, mitsamt Tim Cook, gesammelt hinter den US-Präsidenten. Konflikten mit der US-Regierung geht der Konzern seitdem aus dem Weg und scheut dabei offenbar vor vorauseilendem Gehorsam nicht zurück: Die Protest-App ICEBlock, die über Einsatzorte der Beamten der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) informierte, warf Apple allein auf informellen Druck aus dem App Store. All das verschärft die Frage, wie nachdrücklich Apple sich vor iCloud-Daten stellt, falls Anfragen der US-Regierung auf dem kurzen Dienstweg eingehen. Auch außerhalb der USA wächst das staatliche Interesse an dem iCloud-Datenschatz (siehe Mac & i 2/2025, S. 108).
Wer Politik ausklammert, findet ebenfalls gute Gründe, die Abhängigkeit von iCloud zu verringern. Jüngst sorgte wieder ein Fall für Aufsehen, bei dem ein Kunde mit altgedientem Apple-Account komplett ausgesperrt wurde, nachdem er einen gängigen Guthaben-Code für App Store & Co. eingelöst hatte. Die Auswirkungen sind gravierend, schließlich können daran Backups, Kommunikationsverläufe, Fotosammlungen, Zugangsdaten, Software- und Content-Käufe und allerhand weitere Daten hängen. In Anbetracht vieler Hundert Millionen Accounts mag die Zahl der Fälle klein sein, das macht es für einzelne Ausgesperrte aber nicht weniger katastrophal.