Mac & i 2/2026
S. 3
Editorial

Das MacBook Neo und die Geschichte von Mac OS X

Johannes Schuster

25 Jahre ist es nun her, dass Apple Mac OS X herausgebracht hat (siehe S. 126). Ich erinnere mich noch an den Umstieg vom klassischen Mac OS zu dem Unix-System. Ein Aufschrei ging durch die Fangemeinde, weil der Apfel nicht mehr links oben in der Menüleiste war, sondern in der Mitte. Das hat Apple dann schnell korrigiert. Viel schlimmer aber war die Performance auf den damaligen PowerPC-Rechnern. Teilweise dauerten die Berechnungen so lange, dass man einen Absturz des Macs vermuten musste. Jeder Mausklick konnte den kreisenden Beachball hervorrufen.

Apple musste nachbessern und einerseits das System optimieren, andererseits auf die zu der Zeit viel schnelleren Intel-Chips umsteigen. So richtig flott wurde macOS dann erst mit den Apple-SoCs, die ja ursprünglich für die iPhones entwickelt wurden. Zu Zeiten von Intel-Macs war mein iPhone 11 Pro mit dem A13 Bionic vermutlich der schnellste Rechner in meinem Haushalt. Seitdem spielt die Performance aber eine immer geringere Rolle für die Kaufentscheidung, denn flott genug waren alle Geräte mit Apple Silicon eigentlich immer. Trotzdem setzte Apple gerade mit neuen Generationen des iPad Pro immer weiter auf die Prozessorkarte – zuletzt mit einem M5-Boliden in einem Tablet, das in der teuersten Konfiguration mit Stift und Tastatur 3587 Euro kostet.

Mit dem MacBook Neo (Test auf Seite 8) rundet Cupertino sein Portfolio nun (endlich) nach unten ab und setzt – Ironie der Geschichte – einen iPhone-Chip in einen waschechten Mac ein. Auch der ist schnell genug für macOS 26 und alltägliche Anwendungen, wenn auch vielleicht nicht geeignet für jede Aufgabe. Unterm Strich freue ich mich sehr über den Zuwachs von einem billigen MacBook bei Apple, welches mit einem Kampfpreis von 700 Euro sicherlich viele iPhone-Besitzer ohne Mac zu solchen mit Mac macht.

Johannes Schuster

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