Tele-Gymnastik
Adobes Kamera-App Indigo will besser zoomen und realistischer korrigieren.
Um das Krokodil aus sicherer Distanz oder den Vollmond formatfüllend einzufangen, reicht das iPhone-Teleobjektiv nicht aus. Als Notlösung bleibt dann nur der Digitalzoom (siehe Seite 142). Genau hier setzt Projekt Indigo von Adobe an: Die kostenlose App will besser zoomen als andere Kamera-Apps und zudem realistischere Bildkorrekturen durchführen. Damit sollen die Ergebnisse ähnlich denen von Spiegelreflexkameras ausfallen. Denn Smartphone-Fotos wirken auf dem kleinen Display zwar leuchtend und knackig, auf dem großen Monitor nach Meinung von Adobe oft übertrieben oder gar künstlich. Allerdings versucht die starke Nachbearbeitung unter dem Schlagwort Computational Photography, die Schwächen der Mini-Sensoren und -Objektive zu vermindern.
Trotz des Wunsches nach Natürlichkeit bedient sich Adobe ebenfalls der bekannten Techniken. So nutzt die App zum Beispiel KI und kombiniert für eine Bilddatei vom Nutzer weitgehend unbemerkt bis zu 32 Einzelbilder. Und zwar nicht nur bei den JPEGs, sondern auch RAW-Dateien. Für das Rohdatenformat ist das eher unüblich: bisher zeichnete sich Apples ProRaw damit gegenüber anderen aus.