Vorbeugen statt heilen
Medizin-Digitalisierung: gesunde (KI-)Ökosysteme entwickeln
KI kann die Diagnostik verbessern und Abläufe straffen. Aber die Gesellschaft muss aufpassen, dass medizinische Plattformen nicht zur Gelddruckmaschine für ihre Betreiber verkommen.
Große Sprachmodelle könnten die Schlüsseltechnik sein, mit der sich medizinische Diagnostik über eine globale Plattform organisieren, anbieten und auf maximalen Profit trimmen ließe, nach dem bewährten Muster: Ein medizinisch geschulter Chatbot beantwortet Patienten- beziehungsweise Ärztefragen und stellt erste Diagnosen. Anfangs kontrollieren gut bezahlte Mediziner und Fachkräfte vor Ort die Ergebnisse, später wird das aufwendige Prüfen an schlecht bezahlte Hilfskräfte delegiert, immer weiter verdichtet und am Ende komplett abgeschafft mit der Begründung, der KI-Doc sei nun besser als der menschliche. Ist das nur Dystopie? Oder ein realistisches Szenario?
Vorsorgen statt heilen
Tatsächlich sehen nahezu alle Tech-Konzerne die Gesundheit als zukunftsträchtiges Geschäft. Vor allem Apple (Apple Watch, Health) und Google (Fitbit, Health Connect) bauen komplette Fitness-Ökosysteme um smarte Pulsuhren und Fitness-Armbänder herum auf. Apple Watch misst die Sauerstoffsättigung des Bluts, erstellt ein Elektrokardiogramm und warnt vor Vorhofflimmern. Google wiederum bildet sein Sprachmodell Gemini zum Mediziner aus.