c't 16/2025
S. 52
Aktuell
Web-Tipps

Satelliten-Schrift

YourNameInLandsat

landsat.gsfc.nasa.gov

Nur Promis und Tech-Visionäre denken sich für ihre Kinder Namen aus, die sich anhören wie vom anderen Stern. Die diesbezüglich zu kurz Gekommenen können das gewisse extraterrestrische Etwas ihres Namens über das NASA-Projekt YourNameInLandsat erkunden. Einfach den eigenen Vornamen oder irgendeine andere Zeichenfolge eingeben, schon erscheinen die Glyphen in Form von Aufnahmen des Landsat-Satelliten als Flussbiegungen, Seen, Sandbänke oder Gletscherströme. Mein Favorit war im Kurztest eindeutig meine Kollegin Dorothee: Recht unspektakulär beginnend mit Lake Tandou und Crater Lake, malen wilde Flussdeltas die Buchstaben R, O und T. Das H kommt aus Kirgisistan, der Name mündet in ein vom Island-Gletscherstrom geformtes großes E sowie ein kleines geschwungenes aus Sandbänken.

Wer angesichts der hübschen Buchstaben auf den Geschmack gekommen ist, kann auf der Landsat-Science-Hauptseite ausgiebig weiterstöbern: zum Beispiel in den Bildergalerien, die von einfachen Aufnahmen über wissenschaftlich wertvolle Zeitreihen bis hin zu aufwendig produzierten Videos gehen. Sie vermittelt eindrückliche Erkenntnisse darüber, wie sich die Erde im Laufe der Zeit verändert hat – und vom Menschen verändert wurde. (atr@ct.de)

Wie Open Source ist ein Projekt?

isitreallyfoss.com

EU-Regularien verpflichten Softwarehersteller und Diensteanbieter zu Transparenz und einer gewissen Offenheit. Vor allem die KI-Szene bedient sich deshalb gerne an positiv besetzten Begriffen wie „open“, „demokratisieren“ oder gleich unverblümt „Open Source“. Einige waren nie im ureigenen Sinne Open Source, wie etwa Metas Sprachmodell Llama, andere verwässern mit der Zeit. Die Website Is it really FOSS? versucht, die komplexe Problematik auf wenige, leicht nachvollziehbare Kriterien zu reduzieren, und sortiert Projekte anhand dieser in fünf Kategorien: FOSS (Free and Open Source Software), Partially FOSS, Largely FOSS with Issues sowie Not FOSS und Not FOSS with Issues. In den beiden Letztgenannten werden Projekte gelistet, die lediglich den Anschein erwecken, Open Source zu sein – entweder weil sie es früher einmal waren oder etwa als solche vermarktet werden („Open Washing“).

Die Website-Betreiber haben bisher 84 Projekte begutachtet, deren Einstufung anhand Farbe und Symbol deutlich zu erkennen ist. Zu jedem Projekt gibt es einen kurzen, standardisierten Steckbrief in Textform, der über die Lizenz und andere Open-Source-relevanten Eigenschaften aufklärt, bis hin zur Finanzierung, Investoren sowie dem Geschäftsmodell. Der abschließende Abschnitt „Related Concerns“ platziert zu jedem kritischen Punkt einen eigenen kleinen Kasten, der das jeweilige Problem – etwa Open Washing, übermäßig komplexe Lizenzbedingungen oder Finanzierung über Venture-Kapital – mit einem Satz definiert sowie zu einer ausführlichen Erklärung verlinkt. Das Messaging-Projekt Mattermost wird beispielsweise in Kategorie 3 (Largely FOSS, with Issues) eingestuft. (atr@ct.de)

Community-Projekt: Radkarte mit Schildern

radinfra.de

Die Initiatoren des Community-Projekts radinfra.de wollen die Radinfrastruktur Deutschland möglichst lückenlos und inklusive Beschilderung erfassen. Zu der OpenStreetMap-Radkarte können alle beitragen, die inner- und außerhalb ihrer Region unterwegs sind, und zwar auf jedem Level: Einsteiger können mithilfe von Mapillary Fotos hochladen oder sich über die Android-App StreetComplete einbringen. Versiertere nehmen an Kampagnen zur Datenverbesserung teil und bearbeiten im Online-Editor „iD“ von OpenStreetMap die Daten direkt. Sämtliche Daten stehen via OpenStreetMap als Open Data unter ODbL-Lizenz zur Verfügung.

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