c't 15/2025
S. 104
Wissen
KI-Stimmen: Film und Fernsehen

Künstlerische statt künstliche Intelligenz

Interview mit Ranja Bonalana: Die Nutzung von KI-Stimmen muss reguliert werden

Der Verband Deutscher Sprecher:innen e.V. (VDS) fordert eine umfassende und verbindliche Regulierung für KI-Stimmen in Film, Fernsehen und anderen audiovisuellen Medien. Wir haben die VDS-Vertreterin und Synchronsprecherin Ranja Bonalana gefragt, was an KI-Stimmen so problematisch ist.

Von Nico Jurran
Ranja Bonalana ist seit 1984 als Synchronsprecherin tätig und lieh unter anderem Renée Zellweger und Reese Witherspoon ihre Stimme. Daneben ist sie eine gefragte Hörbuchinterpretin. Aktuell kämpft Bonalana mit dem Verband Deutscher Sprecher für den Schutz der Kunst vor KI. , Bild: privat
Ranja Bonalana ist seit 1984 als Synchronsprecherin tätig und lieh unter anderem Renée Zellweger und Reese Witherspoon ihre Stimme. Daneben ist sie eine gefragte Hörbuchinterpretin. Aktuell kämpft Bonalana mit dem Verband Deutscher Sprecher für den Schutz der Kunst vor KI.
Bild: privat

c’t: Frau Bonalana, in seinem KI-Statement spricht der Verband von der künstlerischen Bedeutung menschlicher Stimmen bei der Vertonung von Filmen, Hörspielen und Spielen. Was ist damit gemeint?

Ranja Bonalana: Bei einer Synchronisation geht es immer um menschliche Kreativität. Und diese beruht auf unseren Emotionen, Vorstellungskraft, auf unseren Lernerfahrungen, Denkprozessen, Reflexionen und so weiter. Unsere Stimmen können all diese Emotionen auf natürliche Weise widerspiegeln. Sie können berühren, verärgern, verängstigen, sind wandelbar und anpassungsfähig. Da wird ja nicht einfach nur auf Deutsch nachgeplappert, was etwa im englischen, italienischen oder französischen Original gesagt wurde. Wir vertonen also nicht nur, wir spielen diese Werke schauspielerisch nach.

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