c't 12/2021
S. 114
Wissen
Gesundheits-IT
Bild: Thorsten Hübner

Das Milliardengrab

Hardware für digitale Medizin: kaum genutzt, bald entsorgt?

Das von Jens Spahn geleitete Gesundheitsministerium treibt die Digitalisierung der Medizin im Eiltempo voran. Bald soll Hardware im Wert von zwei Milliarden Euro nach nur wenigen Betriebsjahren ausgemustert werden. Ärzte, Apotheken und Versicherungen laufen gegen die Pläne Sturm.

Von Detlef Borchers

Eigentlich soll die Telematikinfrastruktur (TI) im deutschen Gesundheits­wesen gerade durchstarten – nachdem sie bisher kaum mehr konnte, als Versicherten-Stammdaten abzugleichen. Die ersten elektronischen Patientenakten werden derzeit in einem erweiterten Feldtest befüllt [1] und das elektronische Rezept steht kurz vor seinem Start [2]. Doch wie sieht die übergreifende Digitalstra­tegie im Gesundheitswesen aus? Ende ­Januar veröffentlichte die Projektgesellschaft Gematik, die den Aufbau der TI im Auftrag des von Jens Spahn geleiteten Gesundheitsministeriums koordinieren soll, ein White­paper zur „TI 2.0“. In dieser grundlegend neu konzipierten TI des ­Gesundheitswesens sollen demnach ab 2025 viele Dinge wegfallen, mit denen sich Versicherte, Ärzte und Apotheker heute befassen müssen – unter anderem die Hardware, ohne die sie gar nicht auf die TI kämen.

Hinweg mit der Hardware!

Trotz des sperrigen Untertitels „White­paper Telematikinfrastruktur 2.0 für ein föderalistisch vernetztes Gesundheits­system“ machte die Veröffentlichung des Papiers am 21. Januar Schlagzeilen. Die Gematik schlägt nämlich nichts Geringeres vor als die Abschaffung jener Identitätsanker, die heute im deutschen Gesundheitswesen zum Einsatz kommen: Softwarebasierte Identitätsprozesse sollen die elektronische Gesundheitskarte der Versicherten, den Heilberufeausweis der Ärzte, die in den Kartenlesegeräten eingesetzte „SMC-B“-Institutionenkarte und nicht zuletzt die Konnektoren ersetzen – also die VPN-Hardware, die Praxen, Krankenhäuser und Apotheken mit der Telematikinfrastruktur verbindet.

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