c't 24/2018
S. 130
Know-how
Fehlbare KI: Praxistauglichkeit
Aufmacherbild

Irren ist künstlich

Wo künstliche Intelligenz noch schwächelt

Maschinelles Lernen wirkt oft wie Magie, drum wird es gerne als künstliche Intelligenz verkauft. Doch Ehrfurcht ist fehl am Platz. Für jede Anwendung muss hinterfragt und geprüft werden, ob das Verfahren tatsächlich den erhofften Nutzen bringt – und ob nicht der Schaden überwiegt.

Weil künstliche neuronale Netze in Spezialdisziplinen Erfolge feiern, wächst der Traum von der künstlichen Intelligenz, die weniger Vorurteile pflegt als der Personaler, Kinder individueller fördert als der Lehrer, Diagnosen besser stellt als der Arzt und Autos souveräner steuert als der Mensch.

Die Werbetexte für solche Verfahren nennen eine beeindruckende Menge an Trainingsdaten und eine nicht minder beeindruckende Anzahl an Zusammenhängen, die der Algorithmus automatisch in den Daten gefunden haben soll. Dazu noch eine hohe Genauigkeit – fertig ist das Bild von der neutralen, intelligenten und verlässlichen KI.

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