c't 19/2017
S. 18
News
Stift-Smartphone
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Moderner Notizblock

Samsung Galaxy Note 8 mit Doppelkamera und Stift

Samsung hat das Galaxy Note 8 präsentiert und die Probleme des Vorgängers sind Vergangenheit. Stattdessen lässt das High-End-Smartphone kaum Wünsche offen und gibt Freunden der Stiftbedienung endlich ein modernes Gerät in die Hand. Kurz ausprobieren konnten wir das Phablet bereits.

Endlich wieder ein Smartphone mit Stift: Das Galaxy Note 5 wurde nur außerhalb Europas angeboten, das Note 6 existierte aus Marketinggründen nicht und das Note 7 scheiterte nach spontanen Selbstentzündungen.

Die Verwandtschaft zum Galaxy S8+ verrät bereits die Ausstattungsliste und auch äußerlich gleichen sich die Geräte. Das OLED-Display des Note 8 dominiert die Front, ober- und unterhalb davon besteht nur ein wenige Millimeter messender Rand; rechts und links scheint wegen der nach hinten gebogenen Bildschirmseiten überhaupt kein Rahmen zu existieren.

Mit 6,3 Zoll Diagonale ist die Anzeige nicht spürbar größer als die des S8+ mit 6,2 Zoll. Seine Auflösung von 2960 × 1440 („Quad-HD+“) stimmt überein, das Seitenverhältnis 18,5:9 ebenfalls. So kann das Note 8 16:9-Inhalte zeigen und gleichzeitig die Android-Tasten am Display-Rand einblenden. Eine Home-Taste sucht man entsprechend vergebens.

Stift und Doppelkamera

Wieder mit dabei ist der induktive Stift samt dazugehöriger Spezial-Software. Wie bei den Vorgänger-Modellen steckt der „S Pen“ in einem Schacht im unteren Gehäuserahmen, solange man ihn nicht benutzt. Mit 0,7 Millimetern ist die Spitze des Stifts so dünn wie die eines Kugelschreibers. Somit eignet er sich so gut wie kein anderer Stylus zum Schreiben. Dank kaum vorhandener Eingabeverzögerung und hoher Präzision schrieb es sich im Kurztest so gut wie mit einem echten Stift.

Samsung hat zwei vollwertige einzelne Digitalkameras mit jeweils eigenem Sensor, eigener Optik und optischem Bildstabilisator nebeneinander eingebaut. Beide nehmen 12 Megapixel auf, aber die eine mit Smartphone-typischem Weitwinkel und einer maximalen Blende von f/1,7 und die andere Kamera mit leichtem Tele – Samsung spricht von 2-fach – und einer Blende von f/2,4.

Die Kameras arbeiten im Verbund und können dadurch einen künstlichen Bokeh-Effekt erzeugen. Dessen Intensität bestimmt man während der Aufnahme per Schieberegler und kann ihn auch im Nachhinein ändern.

Im Kurztest funktionierte die künstliche Nachbearbeitung bis etwa zur mittleren Einstellung sehr gut. Doch umso höher man den Regler drehte, umso eher wurden Objekte unscharf, die sich eigentlich im Vordergrund befanden und andersherum. Auch verursachen besonders feine Objektkonturen (Beispiel: Pflanzen oder Haare), Gegenlicht und Spiegelungen Probleme – wie bei den Konkurrenten iPhone 7 Plus und OnePlus 5 mit ähnlicher Kameratechnik.

Zwar ist die Assistenten-Software Bixby mittlerweile auch hierzulande per Sprache steuerbar, doch bislang versteht sie nur Englisch und Koreanisch. Obwohl Google bereits Android 8 freigegeben hat, läuft auf dem Note 8 noch Android 7.1.1. Fürs Update steht noch kein Termin fest.

Da auf der Vorderseite kein Platz mehr ist, wandert der Fingerabdrucksensor wie beim S8+ auf die Rückseite. Die mit dem Galaxy Note 7 eingeführte Iris-Erkennung ist ebenfalls mit an Bord.

Sowohl Galaxy Note 8 als auch S Pen sind nach Schutzart IP68 gegen Staub und Wasser geschützt. Laden kann das Smartphone über einen Typ-C-Anschluss oder kabellos. Als Prozessor setzt Samsung hierzulande den hauseigenen Exynos 9 (8895) ein, der auch im Galaxy S8+ zum Einsatz kommt und im 10-nm-Verfahren gefertigt wird. Der fest eingebaute Akku ist mit 3300 mAh etwas kleiner als der im Galaxy Note 7 – eventuell eine Folge des Akku-Debakels. Dank Bluetooth 5.0 kann man auch zwei kabellose Lautsprecher oder Kopfhörer gleichzeitig mit dem Telefon verbinden. 6 GByte ist das RAM groß, 64 GByte der Flash-Speicher; außerdem passt eine MicroSDXC-Karte mit in den SIM-Slot.

Hierzulande wird es das Note 8 in Schwarz und Gold für 999 Euro geben. Bei Samsung und einigen Händlern kann man es bereits vorbestellen und bekommt dafür die Desktop-Station DeX dazu. Ab 15. September werden die Geräte dann ausgeliefert. Eine Dual-SIM-Variante gibt es für den gleichen Preis exklusiv im Online-Store des Herstellers. (hcz@ct.de)