Irgendwo dazwischen
Das Galaxy Note ist so groß, dass man es gerade noch mit einer Hand halten kann. Zum Bedienen wird dann aber schon die zweite benötigt, die vielleicht schon den mitgelieferten Eingabestift gezogen hat.
Das Galaxy Note ist mit seiner riesigen Bilddiagonale (5,3 Zoll) zwar noch kein Tablet, aber von üblichen Smartphone-Maßen ist es auch weit entfernt. Es reagiert nicht nur auf Fingerberührungen, sondern auch auf Eingaben mit dem Stift mit dünner Spitze. Der parkt in einem Einschub unten am Smartphone.
Zum Draufloszeichnen lädt die vorinstallierte App S Memo ein. Mit vier verschiedenen Zeichenwerkzeugen wie Pinsel und Bleistift kann man Notizen anfertigen, Google-Maps-Karten markieren und Fotos bearbeiten. Leider kommt der gezeichnete Strich nicht immer der Stiftbewegung schnell genug hinterher und folgt der Stiftspitze mit mehr oder weniger großem Abstand, aber stets flüssig. Auf stärkeren Druck reagiert das Zeichenprogramm mit dickerer Strichstärke, kennt allerdings nur zwei Stufen. Die Reaktion ist nicht immer nachvollziehbar.
Was in jeder App funktioniert, ist die Handschrifterkennung. Dazu ist in der Bildschirmtastatur eine Taste zum Öffnen des Feldes zur Stifteingabe eingebaut. Der Benutzer muss nicht besonders sorgfältig schreiben, denn sie identifiziert praktisch jede Handschrift.
Neben S Memo und der Schrifterkennung gibt es nur wenig Möglichkeiten, den Stift einzusetzen; immerhin schlägt Samsung noch einige stiftoptimierte Zeichenprogramme aus dem eigenen Appstore vor. Unter ihnen befindet sich die Perle OmniSketch, mit der man ohne jegliche Begabung künstlerisch anmutende Zeichnungen anfertigt, die sogar als Weihnachtskarte taugen. Die eigenen Kunstwerke und Notizen kann man sich als Widget auf einen der sieben Desktops legen.
Augenschmaus im Dauerlauf
Augenschmaus im Dauerlauf
Die perforierte Rückseite aus dünnem Plastik sorgt dafür, dass das Gerät beim Zeichnen nicht aus der Hand rutscht. Die Vorderseite spiegelt komplett schwarz und schließt bündig mit dem dunkelgrauen Metallrand ab. Das gesamte Gerät wirkt wie ein gediegenes Büroutensil. Die Stärken des vor Farben und Kontrast strotzenden AMOLED-Displays zeigen sich vor allem beim Abspielen von HD-Videos: Wegen der hohen Auflösung (1280 × 800) und Pixeldichte (284 dpi) sind keine der sonst für AMOLED-Bildschirme mit Pentile-Technik typischen Pixelkanten und schwarzen Punkte zu erkennen. Die 8-Megapixelkamera gehört zu den besten, die wir in der letzten Zeit getestet haben. Sie kann locker mit denen von Apple iPhone 4S und Samsung Galaxy S2 mithalten und übertrifft sie teilweise.
Der schnelle Dual-Core-Prozessor mit 1,4 GHz sorgt dafür, dass auch 1080p-Filmmaterial ruckelfrei läuft. Einige Apps aus dem Android Market verwenden nur einen kleinen Teil der hochauflösenden Bildfläche. Bei diesen Apps liegen dann einige Schaltflächen an anderer Stelle, als sie angezeigt werden, sodass man sie kaum betätigen kann. Der Akku ist mit 2500 mAh außergewöhnlich potent, aber trotzdem schnell leer.
Mit Touchwiz 4.0 integriert Samsung zusätzliche Programme in das Betriebssystem Android 2.3.6.: Der Foto- und der Video-Editor bearbeiten jeweils Bilder und Filme mit überraschend vielen Effekten und Optionen – auch hier hilft der Stift. Mini Diary hält Tagebucheinträge inklusive Medien und GPS-Standortdaten fest und Kies air ermöglicht es dem PC-Browser, per WLAN auf die im Smartphone gespeicherten Medien zuzugreifen. Die zusätzlichen Touch-Gesten sind ebenfalls nette Dreingaben: Per Kippen zoomen beispielsweise Fotos und Webseiten, und Videos pausieren, solange man sie mit der Handfläche abdeckt.
Fazit
Zwischen dem Galaxy Note und einem 7-Zoll-Tablet ist nicht mehr viel Unterschied, trotzdem vermisst man das Tablet-Betriebssystem Android 3.x nicht. Die hochwertige Hardware-Ausstattung bekräftigt die Daseinsberechtigung des Geräts. Mit dem Stift zu arbeiten macht vor allem Spaß. Ein professionelles Grafik-Tablet ersetzt es zwar nicht, aber Hobby-Zeichner können sich auf dem üppig dimensionierten Display austoben. Nach etwas Gewöhnung macht die Schrifterkennung auch Sinn. Samsungs Modifikationen an Android stellen einen echten Mehrwert dar. Das Galaxy Note passt nur in wenige Hosentaschen, doch wer sich mit den Maßen abfindet oder sich genau deswegen für das Gerät entscheidet, erhält eines der leistungsfähigsten Smartphones mit einer Ausstattung, die kein anderes aktuelles Modell besitzt.
| Samsung Galaxy Note GT-N7000 | |
| Smartphone | |
| Hersteller | Samsung [1] |
| technische Daten | handy-db.de/1857 [2] |
| Preis | 700 € |
(hcz [3])
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